David Hasselhoff in Stuttgart
"Ich will wie Mick Jagger sein"
Michael Werner, Fotos: Palmer,
14.07.2010 17:09 Uhr
David Hasselhoff will seinen Töchtern Türen öffnen. Taylor Ann, die ihn einst betrunken filmte, hat ihn in Stuttgart begleitet. Foto: Zweygarth
""Zwanzigjährige Frauen sehen mich an, als ob ich ihr Abendessen wäre.""
David Hasselhoff
Hasselhoff schwört, dass er nie geliftet wurde, und er fürchtet ganz offensichtlich die Vergänglichkeit. "Die meisten Leute, die in Rente gehen, sind diejenigen, die dann jung sterben und ihre Leidenschaft verlieren", sagt er bei der doppelten Latte Macchiato im Luxushotel. "Ich will aber nicht jung sterben. Ich will wie Mick Jagger sein. Auch mit 80 will ich noch auf der Bühne stehen." Hasselhoff weiß, dass seine Alkoholkrankheit, die er einen "täglichen Kampf" nennt, diesem Vorhaben entgegenwirkt. "Davon wird man nie geheilt. Heute ist ein großartiger Tag, Morgen wird hoffentlich ein großartiger Tag." Und dann so ein Hollywood-Satz: "Ich sehe nie zurück, und ich bereue nichts." In seinen Fernsehserien sei es ja immer darum gegangen, Leben zu retten, nie Leben zu nehmen.
Tochter Taylor Ann hat Blasen an den Füßen
Der Lebensretter von einst ist imstande, eine Krankheit präzise zu beschreiben, die er "Roter-Teppich-Krankheit" nennt: "Sucht nach Ruhm" sei ihr Wesen, sagt er, und dass er das nicht wolle. Aber alle wollten ihn: "99 Prozent der Welt umarmt mich auf sehr positive Weise."
Der Lebensretter von einst ist imstande, Probleme fix zu regeln: Taylor Ann, die Tochter, hat Blasen an den Füßen, weil der Lift im Luxushotel kaputt ist, und weil sie vom achten Stock in die Lobby gehen musste. Der Star sagt's seinem Manager, der Manager ruft die Pressesprecherin an, und diese organisiert Pflaster. "Leider existiert Anonymität nicht, wenn du David Hasselhoff nahe stehst oder wenn du David Hasselhoff bist", sagt der Star, der in seiner Autobiografie schreibt, der Berliner Hotelportier, der ihm Silvester 1989 eine Videokassette besorgte, hätte jede Bezahlung dafür abgelehnt. In Stuttgart sagt Hasselhoff, er habe dem Mann 20 Mark gegeben, um seinen Auftritt an der Mauer aufzeichnen zu können. Wo Hasselhoff ist, ist Hollywood. Aber das soll nicht heißen, er sei kein netter Kerl.
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