Delegation aus Sri Lanka in Winnenden Staatsbesuch in der Kreisklinik

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Die Björn-Steiger-Stiftung reist mit einer Delegation aus Sri Lanka durchs Land. Die Spezialisten sollen in dem Inselstaat einen modernen Rettungsdienst aufbauen.

Eintrag ins Goldene Buch: Pierre-Enric Steiger, der Gesundheitsminister Sri Lankas, Rajitha Senarathne, und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (von links) Foto: Martin Stollberg
Eintrag ins Goldene Buch: Pierre-Enric Steiger, der Gesundheitsminister Sri Lankas, Rajitha Senarathne, und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (von links) Foto: Martin Stollberg

Winnenden - Meine Nerven werden heute strapaziert“ – Pierre-Enric Steiger, der Präsident der Björn-Steiger-Stiftung, hat quasi den Job eines Reiseleiters übernommen. Eine Delegation aus Sri Lanka um den Gesundheitsminister Rajitha Senarathne ist auf Einladung der Stiftung seit Montag in Deutschland unterwegs, um sich ein Bild vom Gesundheitswesen zu machen.

Es geht um Investitionen in Milliardenhöhe

Die Winnender Björn-Steiger-Stiftung soll nach hiesigem Vorbild in dem Inselstaat einen Rettungsdienst aufbauen, den es dort so noch nicht gibt. Es fehlt nicht nur an Luftrettungszentren samt Hubschraubern, sondern auch an Rettungswachen nebst Einsatzfahrzeugen. Mithilfe der indischen Regierung ist bisher nur in zwei von neun Provinzen ein Ambulanzsystem installiert worden. Der Rest könnte aus Deutschland kommen. Es geht um Investitionen in Milliardenhöhe.

Doch jetzt erleben die Gäste erst einmal die Verkehrssituation im Großraum Stuttgart. „Sie stehen im Stau“, sagt Pierre-Enric Steiger. Am dritten Tag des Besuchs steht nach der Rettungsleitstelle in Bad Cannstatt der Sitz der Björn-Steiger-Stiftung auf dem Programm. Nicht deren Büroräume natürlich: In Winnenden wollen sich die Besucher das neue Kreiskrankenhaus anschauen, insbesondere dessen Notaufnahme. „Wir werden Ihnen zeigen, wie die Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus funktioniert“, sagt Torsten Ade, der Chefarzt für die Notaufnahme, der die Führung zusammen mit dem Leitenden Arzt für die Anästhesie, Heiner Lange, übernimmt.

Beim Rundgang durch die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Räume kommen auch hiesige Teilnehmer des Besuches ins Staunen. Unter anderem wird auf Monitoren angezeigt, wie viele Rettungswagen auf die Klinik zuhalten, wie alt die Patienten sind, die gebracht werden, und woran sie leiden. „Dadurch können wir schon vor dem Eintreffen passende Maßnahmen einleiten“, sagt Torsten Ade. Während die Delegation noch auf den Monitor schaut, springt hinter den beiden Einträgen der Status um: eingetroffen, steht dort jetzt zu lesen.

Nur wenige Meter entfernt ist die Einfahrt für die Rettungswagen. „Hier passen sechs Stück hinein“, sagt Heiner Lange. Der überdachte Außenbereich mutet an wie ein Teil eines Flughafens – die zwei Rettungswagen, die eben eingetroffen sind, wirken darin fast ein wenig verloren. Im Anschluss an den Rundgang durch die Notfallaufnahme übernimmt Ralf Rauch, der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, die Führung. Er zeigt, dass auch im ersten Stock der Klinik Intensivmedizin zum Einsatz kommt, etwa bei Frühgeborenen.

Region als Blaupause für den Inselstaat

„Ich hoffe, wir können Ihnen einen guten Einblick in unser Krankenhaus vermitteln“, hatte Marc Nickel, der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, vor Beginn des Rundgangs angekündigt. In zwei Stunden konnte nicht das komplette Leistungsangebot des Winnender Krankenhauses gezeigt werden. Doch sind die Besucher aus Sri Lanka von dem, was sie gesehen haben, offenbar beeindruckt gewesen.

Im Rathaus trägt sich der Gesundheitsminister Rajitha Senarathne dann auf Einladung des Oberbürgermeisters Hartmut Holzwarth in das Goldene Buch der Stadt ein. Hier war vor drei Jahren bereits eine Delegation aus China auf Einladung der Steiger-Stiftung zu Besuch gewesen. In der Millionenstadt Jieyang, im Südosten Chinas gelegen, wird ebenfalls ein Rettungsdienst nach dem deutschen Vorbild aufgebaut. Nun also könnte das Rettungswesen in der Region Stuttgart als Blaupause für den Inselstaat im Indischen Ozean dienen.