Demo in Stuttgart Wieder Protest gegen sexuelle Vielfalt im Bildungsplan

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Rund 4000 Menschen sind am Sonntag gegen die Pläne der grün-roten Landesregierung auf die Straße gegangen, im Bildungsplan das Thema „Sexuelle Vielfalt“ zu verankern. Dagegen versammelten sich einige Hundert Gegendemonstranten.

Mit Luftballons und Protesttafeln gegen die Pläne der   Landesregierung. Foto: Heinz Heiss 64 Bilder
Mit Luftballons und Protesttafeln gegen die Pläne der Landesregierung.Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Rund 4000 Menschen demonstrierten am Sonntag in der Innenstadt gegen den vorgesehenen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung, das waren so viele wie noch nie. Unter Protesttafeln wie „Ehe bleibt Ehe“ oder „Indoktrination stoppen“ versammelten sie sich auf dem Schillerplatz. Wie bei den früheren Kundgebungen war die Veranstaltung ihrerseits von Protesten vor allem von jungen Menschen aus dem linken Spektrum begleitet, deren Zahl die Polizei auf bis zu 300 schätzte. Es kam zu Rangeleien.

Unter dem Motto „Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unsere Kinder“ hatte das Aktionsbündnis „Demo für alle“ zu der Kundgebung eingeladen. „Es wird immer schlimmer“, sagte die Koordinatorin Hedwig von Beverfoerde. „Mittlererweile demonstrieren wir auch für den Erhalt der Ehe als Ehe zwischen Mann und Frau.“ Vorige Woche hatte das grün-rote Landeskabinett einen Aktionsplan zur Gleichstellung sexueller Minderheiten verabschiedet. Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hatte betont, es gehe um Akzeptanz, nicht um Sex. Nach dem neuen Bildungsplan soll sexuelle Vielfalt auch Thema im Schulunterricht sein.

Platzverweise und mehrere Anzeigen

Die Teilnehmer der Demonstration sind dagegen. So will es Viorica Jach aus Metzingen selbst in der Hand haben, wann und wie ihre Kinder über Sexualität informiert werden. Ähnlich geht es Ulrich Zobel aus Lörrach, der drei Kinder hat. „Ich kann diese Ideologie nicht nachvollziehen.“

Auf der anderen Seite der Absperrung, die von einigen Hundertschaften der ­Polizei gesichert wurde, forderten die Demonstranten unter dem Motto „Kein Platz für rechte Hetze“ gleiche Rechte für Menschen jedweder sexueller Orientierung. „Ich will ein Zeichen setzen gegen Intoleranz und Vorurteile“, sagte Torsten Schulz aus Bad Cannstatt. Kerstin Kunze aus dem Stuttgarter Westen, die mit ihrer Partnerin bei der Veranstaltung war, erklärte: „Lesben und Schwule sollten gleiche Rechte haben wie allen anderen auch.“

Die Demonstranten leitete die Polizei über die Planie zum Staatstheater. In dieser Zeit war die B 14 zwischen Charlottenplatz und Gebhard-Müller-Platz gesperrt, es kam zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei erteilte elf Platzverweise, zwei Personen werden wegen Widerstands gegen Beamte, vier wegen Körperverletzung und zwei wegen Beleidigung angezeigt.

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23 Kommentare Kommentar schreiben

Ein völlig sinnlos von den Grünen aufgemachtes Fass: Das ist das geringste Problem unserer Wirhamdochsowiesofürallesverständnis-Gesellschaft und es ist daher völlig unnötig, dies thematisch aufzublähen und damit konservativere Bevölkerungsschichten zu provozieren. ------------ Grüne Gutmenschen, machen Sie Kinderhaben und Arbeit besser vereinbar, machen Sie Kinderkriegen in den schwäbischen Schaffeschaffe-Firmen wieder salonfähig, dann helfen Sie der Gesellschaft.

Bei solchen Gelegenheiten merkt man halt wieder...: ...daß das Ländle die Heimat verkniffener Pietisten ist.

Demokratie: wer nur mit körperlicher Gewalt, Farbbeuteln und Flaschenwerfen argumentiert zeigt wes Geistes Kind er/sie ist. Mit Demokratie hat das nichts zu tun, es ist ein zutiefst faschistisches Verhalten abweichende Meinungen mit physischer Gewalt zu bekämpfen. Die klammheimliche Freude darüber zeigt, dass Aktionen wie "3 Wochen lesen für 9 Euro" Verzweiflung pur sind...Gleich und Gleich gesellt sich gerne

Maike Pfuderer: Soviel Blauäugigkeit (oder ist das Methode?) macht einem fassungslos. Bei der Formulierung des Grundgesetztes musste noch niemand Ehe und Familie definieren. Da war es klar, dass unter Ehe eine Gemeinschaft von Mann und Frau gemeint war und unter Familie Mann, Frau und Kinder.

soviel Blauäugigkeit : macht einen wirklich fassungslos, was SIE von sich geben. Die Formulierung des Grundgesetzes ist klar und verständlich.

Recht auf neutrale Information: Die Aussagen einiger Bildungsplangegnern zeigen immer mehr, dass das Thema der Vielfalt der Lebenspartnerschaften in der Schule thematisiert werden muss - daheim wird es wohl nicht getan. Natürlich ist das Thema im derzeitigen Entwurf überrepräsentiert - aber Thema muss (und wurde auch schon immer) in der Schule behandelt werden. Warum sollte eine Familie (Mann und Frau) ohne Kinder unter besonderem Schutz stehen? Hier handelt es sich doch eh oft nur um Steuersparmodelle - mit Kindern (eigene oder adoptierte ist das natürlich was anderes, denn das erziehen oder besser begleiten von Kindern hat einen positiven Effekt auf die Gesellschaft.

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