
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte das Jahr 2011 zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärt. Im ganzen Rems-Murr-Kreis und auch in Fellbach wurden mit zahlreichen Veranstaltungen auf die Wertigkeit und Wichtigkeit des Waldes als Lebensraum hingewiesen. Revierförster Stefan Baranek bot Mitmachaktionen an, etwa den Bau eines "Pilz-Baumes". Die Jäger und verschiedene Naturschutzverbände, aber auch der Waldkindergarten beteiligten sich mit Informationsständen.
Ein Ausrufezeichen setzte in Fellbach die Ausstellung "Verantwortung Wald - Der Wald stellt sich vor", die im September im Rathausfoyer eröffnet wurde. Dort wurde die Vielfalt und die Geschichte des Stadtwaldes präsentiert: Themen waren der Wald als Erholungs- und Lebensraum, Wirtschaftsfaktor Holz und die Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft. "Wir haben es geschafft, für diese Ausstellung sogar den Naturschutz und die Jäger zusammenzubringen", sagte Stefan Baranek. Dem Publikum gefiel"s, ebenso den Rathausmitarbeitern, die nach dem Abbau der Schau laut gejammert hätten, sie wollten ihren Wald wiederhaben, erzählt der Förster. "Ich glaube, dass insgesamt das Verständnis für den Wald, die Bewirtschaftung und die vielen Funktionen gewachsen ist, weil wir die Gesamtheit des Waldes dargestellt haben."
Bei manchem Angebot hätte sich der Fellbacher Förster ein wenig mehr Zuspruch aus der Bevölkerung gewünscht, aber im Großen und Ganze ist er zufrieden mit dem Ablauf des Jahres der Wälder. "Oft ist auch das Wetter schuld, wenn die Leute nicht kommen", sagt er.
51,3 Prozent der Fläche des Rems-Murr-Kreises, das sind 35 600 Hektar, sind bewaldet. 38 Prozent davon sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Auch im Landkreis wurde das Jahr 2011 deshalb intensiv genutzt, um auf die besondere Bedeutung der Wälder und ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung hinzuweisen. Höhepunkt war der Waldtag am 5. Juni bei Welzheim. An über 30 Stationen wurde ein Angebot für alle Sinne gemacht. Mehr als 10 000 Besucher kamen und nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und zu erleben, wie wichtig der Wald für den Menschen ist, teilte das Landratsamt in Waiblingen mit.
"Mit dem internationalen Jahr der Wälder ist es uns gelungen, die Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Motivation für den Wald zu erhöhen", sagt Martin Röhrs, Geschäftsbereichsleiter Forst im Landratsamt. "Wir haben zahlreiche Gelegenheiten für ein positives Walderleben geschaffen und über die Wälder und ihre Leistungen informiert, um den gesellschaftlichen, politischen und medialen Dialog zu stärken."
Dem widerspricht Stefan Baranek nicht, der beim Waldtag in Welzheim auch mit eingebunden war. "Das wurde richtig toll angenommen, obwohl das Wetter nicht so gut war." Durch die mediale Aufmerksamkeit sei der Lebensraum Wald in der Öffentlichkeit wieder mehr ins Blickfeld gerückt, sagt der Revierförster, der das Logo des Jahres der Wälder auch weiterhin benutzen wird, weil darin alles ausgedrückt wird, was der Wald bedeutet.
Der "Pilz-Baum" am Esslinger Tor bleibt aus dem Jahr der Wälder übrig. "Der wird gut 20 Jahre halten", sagt Stefan Baranek. Er wird auch nach dem Ende des offiziellen Jahres der Wälder sein ganzes Augenmerk auf den Fellbacher Forst richten, und versuchen, die verschiedenen Anforderungen, die an den Stadtwald gestellt werden, unter einen Hut zu bringen: die Erholungsfunktion, den Naturschutz und den Wunsch nach Freizeitaktivitäten. In diesem steht der Forst wieder unter einem Motto: "Wild auf Wald". Auch dazu wird es landesweit wieder Aktionen geben.


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