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Der 15. Bundesliga-Spieltag kompakt Dortmund punktet in München

dpa, 01.12.2012 20:35 Uhr

Düsseldorf - Die erhoffte Revanche blieb zwar aus, der große Vorsprung jedoch erhalten. Bei den meisten Münchnern überwog nach dem 1:1 (0:0) im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund eine pragmatische Sicht der Dinge. Nur Uli Hoeneß konnte seinen emotionalen Zwiespalt nicht verbergen. „Wir haben die elf Punkte Vorsprung nach wie vor“, befand das Bayern-Oberhaupt in seiner ersten Reaktion erstaunlich nüchtern. Die Frage nach einem möglichen BVB-Komplex der Münchner brachte ihn aber auf die Palme: „Ich kann mit so einem Käse wie Trauma-Bewältigung nichts anfangen. Das muss man beim Psychiater machen.“

Gegen die lange Zeit gleichwertige, aber in der Schlussphase wankende Borussia war der Sieg zum Greifen nahe. Doch Roman Weidenfeller verhinderte mit Glanzparaden, dass die Bayern nach einer bisher famosen Saison wunschlos glücklich sein konnten. „München hat es wieder nicht geschafft, uns zu schlagen“, stichelte der selbst vom gegnerischen Coach Jupp Heynckes gelobte BVB-Keeper.

Dennoch erscheint es unwahrscheinlich, dass dem Titelverteidiger eine Aufholjagd wie Wolfsburg in der Saison 2008/09 gelingt. Damals lagen die Norddeutschen nach 15 Spieltagen mit elf Punkten hinten und wurden am Ende noch Meister. Weidenfeller hat die Hoffnung auf ein Happy End indes noch nicht aufgegeben: „Die Meisterschaft ist komplett offen. Wir haben die ganze Rückrunde Zeit, um Punkte aufzuholen. Denn wir haben das Zeug dazu.“ Hoeneß konterte auf seine Art: „Ich denke, dass wir sie jetzt die nächsten Jahre wieder zur Weißglut bringen. Die Voraussetzungen sind ja alle ganz gut.“

Seit immerhin sieben Spielen ist der BVB ungeschlagen, muss aber weiter mit dem dritten Rang vorlieb nehmen. Denn die Mannschaft der Stunde kommt aus Leverkusen. „Wir sind die Schleicher der Liga. Am Anfang waren wir nicht so richtig drin und sind peu á peu nach oben gekrochen“, meinte Nationalspieler Lars Bender. Mit dem 1:0 über Nürnberg festigte das Team des lange Zeit kritisch beäugten Trainerduos Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä den Status als erster Bayern-Verfolger. Der Höhenflug veranlasste Sportdirektor Rudi Völler zu einer ungewöhnlichen Liebeserklärung an den Club: „Das Bayer-Kreuz habe ich fast auf die Brust tätowiert.“

Das noch acht Punkte von der Tabellenspitze entfernte „Vizekusen“ profitierte nicht nur von seiner neuen Kaltschnäuzigkeit, sondern auch von den Schwächen der Konkurrenten. Denn sowohl den Schalkern als auch den Frankfurtern geht zum Ende der Hinserie die Puste aus. Die Eintracht kam am Freitagabend beim Mitaufsteiger Düsseldorf mit 0:4 unter die Räder, der Revierclub aus Gelsenkirchen daheim nicht über ein 1:1 gegen Mönchengladbach hinaus.

Hoffenheim kassiert deftige Heimpleite

Selbst die Rückkehr von Timo Hildebrand, der den glücklosen Lars Unnerstall ablöste, konnte die Talfahrt nicht stoppen. Die dürftige Bilanz mit fünf Punkten aus den vergangenen sechs Spielen verdarb Trainer Huub Stevens die Laune: „Mit Timo wollten wir mehr Ruhe rein bringen. Zudem haben wir uns von seiner Erfahrung mehr Stabilität erhofft“, begründete Stevens den Torwartwechsel knurrig.

Noch schlechter ergeht es derzeit seinem Kollegen von 1899 Hoffenheim. Nach der deftigen 1:4-Heimpleite gegen Werder Bremen am Sonntag könnte die Zeit von Markus Babbel bald abgelaufen sein. „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und die Situation knallhart analysieren. Dann werden wir entscheiden, ob wir mit Markus weitermachen oder nicht“, sagte Hoffenheims Sportlicher Leiter Andreas Müller, der von einem „leblosen“ Auftritt der Elf sprach. Womöglich sitzt Babbel am Freitag in Hamburg schon nicht mehr auf der Bank. „Das interessiert micht jetzt nicht“, sagte Babbel.

Werder hatte dagegen allen Grund, sich mit dem dreifachen Torschützen Marko Arnautovic zu freuen. Den 15. Spieltag schlossen der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV mit dem 1:1 im Nordderby ab. Die Führung von Maximilian Beister (26.) glich Simon Kjaer (68.) für Wolfsburg noch aus.

Noch dürftiger als bei Hoffenheim ist die Ausbeute des Aufsteigers Greuther Fürth. Den bisher einzigen Erfolg gab es am 2. Spieltag in Mainz. Nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart fiel das Team von Mike Büskens erneut auf den letzten Tabellenrang zurück. „Es ist die schwerste Phase, die wir durchleben“, klagte der Coach angesichts des wachsenden Abstandes zum rettenden Ufer.

Seit acht Spielen ohne Sieg ist der FC Augsburg. Dass sich sein Team mit dem 1:1 gegen den SC Freiburg immerhin auf Rang 17 verbesserte, konnte Markus Weinzierl nur bedingt trösten. Beim Blick auf den nächsten Gegner hatte Augsburgs wieder einmal glückloser Coach Zuspruch bitter nötig. „Markus Weinzierl ist unser Trainer. Natürlich wird er nächste Woche gegen den FC Bayern bei uns auf der Bank sitzen. Punkt, Ende, Aus!“, beteuerte Manager Jürgen Rollmann.