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Der Industriestandort soll von Grün-Rot profitieren
"Filder-Zeitung", 29.04.2011 02:40 Uhr
Esslingen. Die künftigen Grünen-Abgeordneten Andrea Lindlohr und Andreas Schwarz versprechen Vorteile für den Kreis. Von Kai Holoch

Wir sind dabei, wie eine richtige Regierungspartei zu arbeiten." Andreas Schwarz, demnächst Kirchheimer Landtagsabgeordnete der Grünen, klingt immer noch überrascht, wenn er darüber nachdenkt, was seit dem 27. März passiert ist. Auch die designierte Esslinger Grünen-Abgeordnete Andrea Lindlohr ist fasziniert von der Möglichkeit, "nun aus Ideen Taten machen zu können".

Gestern haben sich Schwarz und Lindlohr an die Presse gewandt, um zu erläutern, welche Vorteile sich aus Sicht der Grünen durch die neue Regierung speziell für die Kommunen und Bürger des Landkreises Esslingen ergeben werden. Wichtig ist Schwarz dabei, dass viele Themen, Maßnahmen und Projekte, die die Grünen auf kommunaler Ebene schon lange vorangetrieben haben, nun im Koalitionsvertrag hinterlegt seien und in Zukunft von der Landesebene aus unterstützt würden.

Dafür nennen Lindlohr und Schwarz viele Beispiele. Ein wichtiges Signal an die Kommunen sei, dass die neue Landesregierung das Konnexitätsprinzip beachten wolle. Das Land werde also für Maßnahmen, die es bei den Kommunen bestelle, bezahlen. Das gelte auch für den zwischen Grün und Rot vereinbarten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder unter drei Jahren vom Jahr 2013 an und für den massiven Ausbau der Ganztagesplätze in Kindertageseinrichtungen.

Diese Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien, wenn auch indirekt, Wirtschaftsförderung im besten Sinn, sagt Schwarz. Aber auch bei der direkten Unterstützung werde, sagt Andrea Lindlohr, besonders die Industrie im Kreis vom grünen Ansatz profitieren: Da die Regierung konsequent auf Wachstumsfelder wie Umwelttechnologien, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität setzte, könnten im hochtechnologisierten Industriestandort Esslingen mit den Schwerpunkten Maschinenbau und Automobilindustrie die Unternehmen Technologien entwickeln, die höhere Umweltstandards erreichen als viele der Konkurrenzprodukte aus dem Ausland.

Dass die Grünen den Atomausstieg vorantreiben und die Nutzung der Windkraft im Land durch die Änderung des Landesplanungsgesetzes stark ausbauen wollen, wird auch im Landkreis Esslingen seine sichtbaren Folgen haben. Allerdings, sagt Andrea Lindlohr, werde es noch zwei Jahre dauern, bis alle rechtlichen Voraussetzungen geschaffen seien und die ersten kleineren Windräderparks im Landkreis Esslingen gebaut werden können. Der noch von der alten Landesregierung in Auftrag gegebene Windatlas belege, dass es viele geeignete Stellen dafür am Albtrauf und im Schurwald gebe. Bei der Planung, verspricht Andreas Schwarz, werde man die Bürger frühzeitig einbinden und nach guten und verträglichen Lösungen für alle suchen.

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