Der Vatikan wehrt sich
Kampagne "gegen den Papst"
dpa/rtr,
13.03.2010 17:40 Uhr
Foto: dpa
Rom - Hinter den Mauern des Vatikans brodelt es. Auch am Tiber wird jetzt offen geäußert, was andernorts im Zuge des deutschen Missbrauchsskandals schon zu hören war: Manchen kämen die schmutzigen Nachrichten von massenhaften sexuellen Vergehen in der Kirche durchaus zupass, um Papst Benedikt XVI. direkt anzugreifen.
Mal wirft man ihm vor, den "Vertuschungskurs" einst selbst mit auf den Weg gebracht zu haben. Dann gilt größtes Interesse den Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen, die Bruder Georg Ratzinger einst leitete. Und nun der sexuell verirrte Priester, der in der Amtszeit von Erzbischof Joseph Ratzinger nach München versetzt wurde und in Bayern weiter Jugendliche missbrauchte.
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, sonst ein zurückhaltender Jesuit, sieht da Kräfte gegen den deutschen Papst am Werk: "In den letzten Tagen gab es einige, die mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchs-Fragen mit hineinzuziehen." Während Lombardi die Versuche als gescheitert ansieht, Benedikt etwas am Zeug zu flicken, stellt er seine Breitseite unter dieses Motto: "Klarer Kurs auch bei hohem Wellengang." Wer den "Sturm" angefacht haben könnte, sagt das Sprachrohr des Papstes nicht. Sicher ist aber, dass dieser konservative Pontifex, der das Eheverbot für katholische Priester - das Zölibat - verteidigt und den rechten Pius- Brüdern die Hand hinhält, vielen ein Dorn im Auge ist.
Der Mailänder "Corriere della Sera" hat hinter die Vatikan-Mauern geblickt und will dieses erfahren haben: Dort habe man sich seit Tagen darauf vorbereitet, dass der Fall aus dem Erzbistum des heutigen Papstes Benedikt XVI. öffentlich gemacht wird. Kaum habe die "Süddeutsche Zeitung" die Sache dann gebracht, sei die Darstellung der Diözese zu den Vorgängen im Internet aufgetaucht "und sofort von Pater Lombardi wiederholt worden", so das Blatt am Samstag. Im Vatikan spreche man von einer "klaren, gegen den Papst gerichteten Instrumentalisierung" des deutschen Skandals um sexuellen Missbrauch.
In dieses Horn und damit zum Gegenangriff bläst auch der "Anwalt der Gerechtigkeit" der lange Zeit von Joseph Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation: "Den gegenwärtigen Papst der Verschleierung zu beschuldigen, ist falsch und verleumderisch", erzürnt sich Monsignore Charles Scicluna in dem Kirchenorgan "L'Avvenire".
Seit Sexualdelikte 2001 in die Kompetenz der Glaubenskongregation gekommen seien, "hat Kardinal Ratzinger Weisheit und Festigkeit bei der Behandlung dieser Fälle gezeigt." Auch "großen Mut" bescheinigt Scicluna dem heutigen Papst. Ganz so sieht es Lombardi: "Seine Linie war immer schon die der Härte und der Kohärenz im Umgang auch mit den schwierigsten Situationen." Benedikt im März 2010 - gut ein Jahr nach dem Streit um die Pius- Brüder mit dem Holocaustleugner Richard Williamson und im Monat vor dem fünften Jahrestag der Wahl des Joseph Ratzinger zum Papst: Die Turbulenzen reißen nicht ab, und nicht nur die Kirche blickt darauf, welchen Kurs der Steuermann einschlägt, um Schiffbruch zu vermeiden.
Mal wirft man ihm vor, den "Vertuschungskurs" einst selbst mit auf den Weg gebracht zu haben. Dann gilt größtes Interesse den Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen, die Bruder Georg Ratzinger einst leitete. Und nun der sexuell verirrte Priester, der in der Amtszeit von Erzbischof Joseph Ratzinger nach München versetzt wurde und in Bayern weiter Jugendliche missbrauchte.
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, sonst ein zurückhaltender Jesuit, sieht da Kräfte gegen den deutschen Papst am Werk: "In den letzten Tagen gab es einige, die mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchs-Fragen mit hineinzuziehen." Während Lombardi die Versuche als gescheitert ansieht, Benedikt etwas am Zeug zu flicken, stellt er seine Breitseite unter dieses Motto: "Klarer Kurs auch bei hohem Wellengang." Wer den "Sturm" angefacht haben könnte, sagt das Sprachrohr des Papstes nicht. Sicher ist aber, dass dieser konservative Pontifex, der das Eheverbot für katholische Priester - das Zölibat - verteidigt und den rechten Pius- Brüdern die Hand hinhält, vielen ein Dorn im Auge ist.
Der Mailänder "Corriere della Sera" hat hinter die Vatikan-Mauern geblickt und will dieses erfahren haben: Dort habe man sich seit Tagen darauf vorbereitet, dass der Fall aus dem Erzbistum des heutigen Papstes Benedikt XVI. öffentlich gemacht wird. Kaum habe die "Süddeutsche Zeitung" die Sache dann gebracht, sei die Darstellung der Diözese zu den Vorgängen im Internet aufgetaucht "und sofort von Pater Lombardi wiederholt worden", so das Blatt am Samstag. Im Vatikan spreche man von einer "klaren, gegen den Papst gerichteten Instrumentalisierung" des deutschen Skandals um sexuellen Missbrauch.
In dieses Horn und damit zum Gegenangriff bläst auch der "Anwalt der Gerechtigkeit" der lange Zeit von Joseph Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation: "Den gegenwärtigen Papst der Verschleierung zu beschuldigen, ist falsch und verleumderisch", erzürnt sich Monsignore Charles Scicluna in dem Kirchenorgan "L'Avvenire".
Seit Sexualdelikte 2001 in die Kompetenz der Glaubenskongregation gekommen seien, "hat Kardinal Ratzinger Weisheit und Festigkeit bei der Behandlung dieser Fälle gezeigt." Auch "großen Mut" bescheinigt Scicluna dem heutigen Papst. Ganz so sieht es Lombardi: "Seine Linie war immer schon die der Härte und der Kohärenz im Umgang auch mit den schwierigsten Situationen." Benedikt im März 2010 - gut ein Jahr nach dem Streit um die Pius- Brüder mit dem Holocaustleugner Richard Williamson und im Monat vor dem fünften Jahrestag der Wahl des Joseph Ratzinger zum Papst: Die Turbulenzen reißen nicht ab, und nicht nur die Kirche blickt darauf, welchen Kurs der Steuermann einschlägt, um Schiffbruch zu vermeiden.
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Kindermissbrauch
Dies ist eine seltsame Welt. In ihr gibt es einen furchtbaren Konklikt, der ein Verbrechen gegen die nachfolgende Generation war: Sexueller Missbrauch an Kindern durch Menschen, denen Kinder anvertraut wurden. Und diese Untaten stehen zu Debatte, bzw. die Herausforderung, wie Ähnliches sofort verhindert werden kann. Und dann kommen Vertuschungs- und Empörungskartelle zu Vorschein, die ganz andere Probleme zu haben scheinen. Das ist unmoralisch und respektlos gegenüber den Opfern. Es geht um Opfer und Opferschutz und nicht um den "deutschen" Pabst oder den Kampf gegen die kath. Kirche und auch nicht um das Zölibat oder dessen Rechtfertigung. Um weitestmöglichste Schadenwiedergutmachung und nicht um Strafbarkeit und schon gar nicht Verjährung. Um ein Urteil über Macht, die ohne Gegenmacht zu jeder Schandtat bereit ist. Die Auseinandersetzung hat einen irrationalen Tiefstand erreicht! Typisch deutsch.
Sünde
Die Erbsünde des Ungehorsams gegen Gott und die gottgesandten Vertreter ist sooooo furchtbar schlimm, daß Gott aus lauter Liebe zu uns sündigen Menschen seinen Sohn von den Römern ans Kreuz nageln lassen mußte. Das war notwendig und ging leider nicht anders. Alles was mit Sex zu tun hat und Spaß macht ist ebenfalls eine furchtbare Sünde und wer diese verspürt (selbst nach einem Mißbrauch durch den ehrenwerten Herrn Pastor) ist soo furchtbar sündig geworden, daß wiederum nur der Pastor und die katholische Kirche vor der Hölle retten können. Aber diese altbewährten Moralvorstellungen haben mit den aktuellen, ach was aktuell, ist ja schon 20 Jahre her, Fällen üüüüüberhaupt nichts zu tun. Es gibt keinen Gott, es gibt keine Hölle, aber für diesen Verein sollte es eine Ausnahme geben.
Kirchenmauern und die Sünde
Das ist nun mal der Lauf der Zeit und nicht, aber auch garnichts wird diesen Psychozunami stoppen. Es kommt, was kommen muss. Die Menschen werden offen reden wollen und ihre Seele Luft zur Heilung geben. Die Namen derer, die darin verurteilt werden, werden gesprochen. So ist es Gottes Wille. Die Kirchenmauern der Sünde werden mit Mut und Kraft, gesteuert von Hass und Missachtung mit Füssen getreten. Es wird ein Wettlauf um Leben und Leben lassen. Zu was der Mensch nun fähig sein wird, wird man sehen und lesen.