Der VfB nach dem Hinspiel gegen Barcelona
"Wir versuchen das Unmögliche"
dpa,
24.02.2010 16:52 Uhr
Foto: apn
Stuttgart - Den großen Knaller knapp verpasst, die Chance auf den Giga-Coup in der Champions League jedoch gewahrt: Der krasse Außenseiter VfB Stuttgart macht sich nach dem 1:1 (1:0) in seinem "Spiel des Jahres" gegen den FC Barcelona Hoffnungen, den Titelverteidiger auszuschalten und ins Viertelfinale einzuziehen. "Wir versuchen das Unmögliche", versprach Trainer Christian Gross für das Rückspiel angriffslustig. "Es gibt nur wenige Mannschaften, die gegen Barcelona punkten." Mittelfeld-Motor Christian Träsch kündigte nach der stellenweise grandiosen Vorstellung gegen die katalanische Welt-Auswahl frech an: "Die großen Namen in Ehren, aber wir wollen weiterkommen." Kollege Sami Khedira attestierte: "Wir wollen im Rückspiel nicht als Sparringspartner agieren." Selbst Barça-Coach Josep Guardiola räumte respektvoll ein: "Stuttgart hat uns das Leben schwer gemacht.
Im Rückspiel ist für den VfB noch alles drin." Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit und Abgeklärtheit hätte der Fußball-Bundesligist am Dienstagabend eine ähnliche magische Nacht wie vor knapp sieben Jahren beim 2:1-Triumph gegen Manchester United feiern können. Die Schwaben hatten deutlich mehr und bessere Chancen als die Super-Stars Messi, Ibrahimovic, Xavi & Co. So blieb es aber bei Cacaus tollem Kopfballtreffer (25. Minute) zum 1:0. Der lustlos und arrogant auftretende Millionen-Stürmer Zlatan Ibrahimovic glich nach einem VfB-Abwehrfehler aus (52.). "Da war mehr drin", sagte Cacau, der bereits vier Tage zuvor mit seinem Viererpack gegen den 1. FC Köln für Furore gesorgt hatte, leicht frustriert. "Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei weitere Hundertprozentige, wovon ich eine rein machen muss." Alexander Hleb, der gegen seinen Ex-Club unter Gross im zehnten Anlauf erstmals durchspielen durfte, meinte: "Es stört natürlich, dass wir nicht gewonnen haben, obwohl wir mehr Möglichkeiten hatten."
Ibrahimovic räumte ein, dass der Favorit mit einem blauen Auge davongekommen war: "Das Ergebnis ist gut. Stuttgart hatte einige Chancen, weil wir Fehler gemacht haben. Das Rückspiel wird aber ganz anders." Trotz aller Freude und Zufriedenheit über die begeisternde und phasenweise überragende Vorstellung seiner Schützlinge gegen den dreifachen Champions-League-Gewinner wies der stets kritische Gross auch auf gewisse Schwächen hin: "Ich habe viel Positives gesehen, aber wir lieferten nicht das perfekte Spiel, das ich mir gewünscht hatte." Der Schweizer bemängelte vor allem zwei Dinge: "Wir hätten zwingend das zweite Tor schießen müssen - das ärgert mich. Und wir haben vor dem Ausgleich schlecht verteidigt." Prinzipiell bezeichnete Gross das letztendlich unglückliche Remis als ein "ehrenvolles Resultat", auch wenn es nicht optimal sei. "Ob das in drei Wochen reicht, werden wir sehen." Angesichts des zu erwartenden Angriffswirbels des Star-Ensembles am 17. März im Nou Camp sagte der Schweizer: "Wir brauchen einen Jens Lehmann, der das Spiel seines Lebens macht." Aber auch die anderen Stuttgarter müssen dann erneut an ihre Leistungsgrenzen gehen.
Mit diesem Highlight wollte sich der weiterhin auf den Klassenerhalt fokussierte Gross indes nicht zu sehr beschäftigen. Bezogen auf die anstehenden schwierigen Aufgaben in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, Werder Bremen und Schalke 04 erklärte er, der Auftritt gegen das spanische Spitzenteam stimme ihn optimistisch. Anders als allgemein erwartet, kamen die Katalanen gegen die kämpferisch, taktisch und spielerisch starken Stuttgarter kaum zu ihrem sonst üblichen Kombinationswirbel. "Die Ehrfurcht war schon nach den ersten Minuten abgefallen", führte Träsch als einen Grund für die überraschende Dominanz des Underdogs an. "Wir können mehr als stolz sein. Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt bravourös gekämpft", schwärmte Sportdirektor Horst Heldt nach der Gala. "Wir hatten hart zu kämpfen. Stuttgart hat uns immer wieder unter Druck gesetzt", gestand Guardiola unzufrieden. "Wenn wir den Titel holen wollen, müssen wir uns gewaltig steigern."
Im Rückspiel ist für den VfB noch alles drin." Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit und Abgeklärtheit hätte der Fußball-Bundesligist am Dienstagabend eine ähnliche magische Nacht wie vor knapp sieben Jahren beim 2:1-Triumph gegen Manchester United feiern können. Die Schwaben hatten deutlich mehr und bessere Chancen als die Super-Stars Messi, Ibrahimovic, Xavi & Co. So blieb es aber bei Cacaus tollem Kopfballtreffer (25. Minute) zum 1:0. Der lustlos und arrogant auftretende Millionen-Stürmer Zlatan Ibrahimovic glich nach einem VfB-Abwehrfehler aus (52.). "Da war mehr drin", sagte Cacau, der bereits vier Tage zuvor mit seinem Viererpack gegen den 1. FC Köln für Furore gesorgt hatte, leicht frustriert. "Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei weitere Hundertprozentige, wovon ich eine rein machen muss." Alexander Hleb, der gegen seinen Ex-Club unter Gross im zehnten Anlauf erstmals durchspielen durfte, meinte: "Es stört natürlich, dass wir nicht gewonnen haben, obwohl wir mehr Möglichkeiten hatten."
Im Rückspiel erneut an die Grenzen gehen
Ibrahimovic räumte ein, dass der Favorit mit einem blauen Auge davongekommen war: "Das Ergebnis ist gut. Stuttgart hatte einige Chancen, weil wir Fehler gemacht haben. Das Rückspiel wird aber ganz anders." Trotz aller Freude und Zufriedenheit über die begeisternde und phasenweise überragende Vorstellung seiner Schützlinge gegen den dreifachen Champions-League-Gewinner wies der stets kritische Gross auch auf gewisse Schwächen hin: "Ich habe viel Positives gesehen, aber wir lieferten nicht das perfekte Spiel, das ich mir gewünscht hatte." Der Schweizer bemängelte vor allem zwei Dinge: "Wir hätten zwingend das zweite Tor schießen müssen - das ärgert mich. Und wir haben vor dem Ausgleich schlecht verteidigt." Prinzipiell bezeichnete Gross das letztendlich unglückliche Remis als ein "ehrenvolles Resultat", auch wenn es nicht optimal sei. "Ob das in drei Wochen reicht, werden wir sehen." Angesichts des zu erwartenden Angriffswirbels des Star-Ensembles am 17. März im Nou Camp sagte der Schweizer: "Wir brauchen einen Jens Lehmann, der das Spiel seines Lebens macht." Aber auch die anderen Stuttgarter müssen dann erneut an ihre Leistungsgrenzen gehen.
Mit diesem Highlight wollte sich der weiterhin auf den Klassenerhalt fokussierte Gross indes nicht zu sehr beschäftigen. Bezogen auf die anstehenden schwierigen Aufgaben in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, Werder Bremen und Schalke 04 erklärte er, der Auftritt gegen das spanische Spitzenteam stimme ihn optimistisch. Anders als allgemein erwartet, kamen die Katalanen gegen die kämpferisch, taktisch und spielerisch starken Stuttgarter kaum zu ihrem sonst üblichen Kombinationswirbel. "Die Ehrfurcht war schon nach den ersten Minuten abgefallen", führte Träsch als einen Grund für die überraschende Dominanz des Underdogs an. "Wir können mehr als stolz sein. Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt bravourös gekämpft", schwärmte Sportdirektor Horst Heldt nach der Gala. "Wir hatten hart zu kämpfen. Stuttgart hat uns immer wieder unter Druck gesetzt", gestand Guardiola unzufrieden. "Wenn wir den Titel holen wollen, müssen wir uns gewaltig steigern."
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Nach Barca ist vor Barca
Egal, was in drei Wochen unterm Strich herauskommt, hat der VfB beste Eigenwerbung betrieben. Kaum zu glauben, welch grausame Leistungen die gleichen Spieler in der Vorrunde ablieferten. Nicht nur für die Verpflichtung des Trainers Gross, sondern auch für die Entrümpelung des Kaders (Bastürk, Simak, Magnin, Hitz) ziehe ich meinen Hut vor Horst Held. Hätte man Markus Babbel 5 Spiele weniger Bewährung gegeben, dürfte man sogar von der erneuten Teilnahme an der Champions League träumen. Was mir ein wenig Sorge fürs Rückspiel in Barcelona macht, ist der sichtlich übermotivierte Jens Lehmann. Seinem Gebaren am Dienstag nach muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden (früher Platzverweis oder verschuldeter Elfer).