Der VfB und die Champions League Die Jungs von Barca sind gelandet
Markus Heffner, vom 22.02.2010 15:42 Uhr
Stuttgart - Wo immer die spanischen Vorzeigekicker aus Barcelona einfliegen, gerät die Fußballwelt ein wenig aus den Fugen. Das ist dieser Tage auch in Stuttgart nicht anders, beim VfB, der sogar seiner Pressetribüne ausbauen musste, um die interessierten Medienvertreter aus aller Welt auch alle unterzubringen. So beengt ist es zuletzt bei den Stuttgarter Spielen der Fußball-WM 2006 zugegangen.
Gelandet ist der Tross am Montag um 12.30 Uhr mit einer Chartermaschine der spanischen Privilege Style, angeführt vom schillernden Vereinspräsidenten Joan Laporta, der immer für Schlagzeilen gut ist. Seine jüngste: der katalonische Anwalt will nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit, die in diesem Jahr ausläuft, in die Politik gehen und – ganz bescheiden – Kataloniens Regierungschef werden. "Ich habe bei Barca unter Beweis gestellt, dass ich eine Regierung führen kann", verkündete er jüngst in einem Interview.
Von Mikrofonen, in die er etwas sagen kann, werden der "katalanische Kennedy" und seine Entourage ohnehin immer in ausreichender Zahl begleitet. Auch in Stuttgart kletterten neben den Spielern und Betreuern noch 60 Medienvetreter aus der Maschine mit vereinseigenem Schriftzug: die mediale Minimalausstattung des FC Barcelona. Zehn Radiostationen, sieben Fernsehsender und ein Dutzend Zeitungschreiber begleiten das Team in Stuttgart auf Schritt und Tritt, zur Presskonferenz in der Mercedesarena, zum Einkaufsbummel auf der Königstraße und ins Hotel Maritim, wo sich der Spitzenreiter der Primera Division eine Etage gemietet hat.
Insgesamt haben sich beim VfB mehr als 200 Medienvertreter für das Achtelfinale am Dienstag (Anpfiff 20.45 Uhr) der Champions League angemeldet, die Pressestelle sei mit Anfragen überrollt worden, sagt Tobias Herwerth: "Das ganze Interesse an diesem Spieltag konzentriert sich auf uns". Selbst aus Israel, Belgien und Tschechien sind Kamerateams nach Stuttgart geschickt worden, aus Ländern wie Frankreich, Italien und England sowieso.