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Der Vierbeiner braucht klare Regeln
"Kornwestheim und Kreis Ludwigsburg", 20.08.2011 02:36 Uhr
Steinheim Der Verein für Deutsche Schäferhunde feiert das 60-Jahr-Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür. Von Karin Götz

Die Sonne scheint, durchs Laub der Bäume raschelt ein leichter Wind, und in der Ferne ist das Rattern eines Traktors zu hören. Auf dem Gelände des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) Steinheim auf dem Fülleskern hüllt den Besucher eine friedliche Idylle ein. Fernab vom Trubel des Alltags kann er hier die Seele baumeln lassen - zumindest an diesem Morgen. Wenige Stunden später geht es auf dem Traingsgelände rund. Denn dann lernen fünf bis acht Monate alte Welpen im Spiel den richtigen Umgang mit den Artgenossen im Rudel. Frauchen und Herrchen üben mit ihrem Vierbeiner erste Grundbegriffe wie "Fuß", "Sitz" und "Platz" unter Anleitung der zwei Welpentrainerinnen des Vereins.

Eine von ihnen ist Sandra Rill. Im Teenageralter hat die Steinheimerin die Liebe zu Hunden entdeckt. "Wir hatten einen Schäferhund, mit dem ich allerdings nicht viel anfangen konnte. Er hatte null Erziehung", erinnert sie sich und lacht. Also meldete sich die damals 13-Jährige beim SV an und brachte dem acht Jahre alten Tier zumindest ein paar Grundregeln bei, die das Miteinander vereinfachten.

Sandra Rill ist dem Verein für Deutsche Schäferhunde treu geblieben, den zwölf Männer und Frauen am 16. Juni 1951 aus der Taufe gehoben. Inzwischen zählt der Verein stolze 250 Mitglieder. Das jüngste Mitglied ist gerade mal acht Jahre alt, 37 sind jünger als 21 Jahre. Nachwuchsprobleme hat der Verein - anders als viele andere Vereine - nicht. "Das Miteinander stimmt, und das ist wichtig", sagt der Vorsitzende Herbert Hekel. Darüber hinaus müssten die Anlage, die Finanzen, aber auch die sportlichen Erfolge stimmen.

In den ersten drei Jahrzehnten wurden die im Verein gezüchteten und ausgebildeten Hunde fast zu 80 Prozent an Polizeischulen verkauft. "Da war Härte gefragt", sagt Hekel, der jahrelang selbst Schäferhunde gezüchtet hat. "Heute wollen die Leute Hundesport machen." Oder Tipps im Umgang mit dem Vierbeiner bekommen. "Es kommen immer wieder Leute zu uns, die einen Hund haben, aber nicht mit ihm zurecht kommen", sagt Rill. Dabei seien es oft nur Kleinigkeiten, warum der Hund nicht auf Herrchen hört. "Viele sind vor allem darauf bedacht, dass es dem Hund gut geht, merken aber nicht, dass nicht sie, sondern er der Chef ist. Das kann nicht sein. Der Hund braucht klare Regeln." Ein einfaches Beispiel: bleibt der Futternapf den ganzen Tag gefüllt, ist der Hund der Chef. Deshalb feste Fresszeiten einführen, rät Rill: "Was in zehn Minuten nicht gefressen ist, kommt weg. Schon allein mit dieser kleinen Maßnahme kann man sich die Rangordnung sichern."

Tipps und Regeln geben die lizenzierten Trainer den Mitgliedern am Wochenende und mittwochabends auf dem Vereinsgelände. Der Verein unterhält heute vier Übungsplätze, die auf rund drei Hektar Fläche verteilt sind. Die Mitglieder pflegen das Gelände - und das, obwohl der SV anders als manch anderer Verein, auf das Ableisten von Arbeitsstunden und in der Folge auf den finanziellen Ausgleich nicht geleisteter Arbeitsstunden verzichtet. "Jeder der hilft, macht das freiwillig", so Rill.

Programm Das Jubiläum feiert der Schäferhundverein mit einem Tag der offenen Tür am 10. September. Nach einem Sektempfang um 11.30 Uhr zeigen die Mitglieder mit ihren Vierbeiner von 13 Uhr an ihr Können.

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