Diakonieverein Möhringen Damit Kinder zu Hause gesund werden können

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Der Diakonieverein Möhringen-Sonnenberg-Fasanenhof will nach den Sommerferien mit seinem neuen Projekt „Gute Besserung daheim“ starten. Vorher braucht die evangelische Gemeinde ehrenamtliche Helferinnen, welche kranke Kinder zu Hause betreuen und so berufstätige Eltern unterstützen.

Der Pfarrer Ernst-Martin Lieb und die Diakonin Birgit Keyerleber haben schon viel Arbeit in ihr neues Projekt investiert Foto: Alexandra Kratz
Der Pfarrer Ernst-Martin Lieb und die Diakonin Birgit Keyerleber haben schon viel Arbeit in ihr neues Projekt investiert Foto: Alexandra Kratz

Möhringen - Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, das ist nicht immer leicht. Wenn dann noch eines der Kinder krank wird, dann fällt das ausgeklügelte Organisationssystem der Eltern oft wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Diakonieverein Möhringen-Sonnenberg-Fasanenhof will da helfen. Nach den Sommerferien soll das Projekt „Gute Besserung daheim“starten. Es werden bereits ehrenamtliche Helfer gesucht.

„Das Projekt ist in Stuttgart einzigartig“, sagt Pfarrer Ernst-Martin Lieb. Und die Projektleiterin Birgit Keyerleber ergänzt: „Unser Ziel ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Berufstätige Eltern sollen unbesorgt ihren Verpflichtungen nachgehen können, auch wenn ihre Kinder nicht in die Schule beziehungsweise in den Kindergarten gehen können. Derweil kümmern sich ehrenamtlichen Mitarbeiter um den kranken Nachwuchs. Die Kinder sollen zu Hause in aller Ruhe gesund werden können.

Zwei Mitarbeiter sind bereits gefunden

Keyerleber hat bereits zwei Mitarbeiter gefunden, ohne groß Werbung zu machen. Das kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Doch um mit dem Projekt beginnen zu können, brauche sie rund zehn Ehrenamtliche, schätzt die Diakonin. Gesucht werden ausschließlich Frauen. Um auch Männer zur Mitarbeit einladen zu können, seien die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu schwierig, sagt Lieb und ergänzt: Er persönlich bedauere das.

Wer sich ehrenamtlich bei dem Projekt einbringen möchte, braucht vor allem zwei Dinge: Zeit und Freude am Umgang mit Kindern. Ein pädagogischer Hintergrund oder Vorkenntnisse in der Krankenpflege werden nicht erwartet. Der Diakonieverein schult seine Ehrenamtlichen. Geplant sind unter anderem ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind und ein Kurs zum Thema Kinderkrankheiten. Zudem soll es in den Seminaren um die Frage gehen, wie Kinder sinnvoll beschäftigt werden können und wie man sich selbst vor Ansteckung schützt. Darüber hinaus ist Keyerleber wichtig, dass die Ehrenamtlichen nie auf sich allein gestellt sind. Die Diakonin plant regelmäßige Mitarbeitertreffen zum Erfahrungsaustausch sowie gemeinsame Feiern und Ausflüge. „So machen wir es bei allen Projekten“, sagt sie.

Ein umfangreiches Weiterbildungsangebot

Neben dem umfangreichen Weiterbildungsangebot bekommen die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 6,50 Euro in der Stunde. Zudem werden die Fahrtkosten erstattet. Wann sie Zeit haben, bestimmen die Mitarbeiter selbst. Eigene Termine und Urlaubszeiten werden berücksichtigt. Die Mitarbeiter sind über die Diakoniestation versichert. „Die Ehrenamtlichen bleiben Ehrenamtliche“, betont Keyerleber. Es gebe keinen Vertrag und auch keinen Mindestlohn.

Der Diakonieverein investiert viel Geld in das Projekt. Die Familien, welche den Service in Anspruch nehmen, zahlen lediglich die 6,50 Euro Aufwandsentschädigung in der Stunde. Werden mehrere Kinder betreut, kommt pro weiterem Kind ein Euro hinzu. Zudem zahlen die Eltern einmalige eine Fahrtkostenpauschale in Höhe von acht Euro.

Diakonieverein will attraktiver werden

Die Kosten für die hauptamtliche Organisation, für die Weiterbildungen und die Werbung und Dokumentation übernimmt der Diakonieverein. Zum einen aus Überzeugung: „Wir wollen zeigen, dass Kirche viel für die Menschen tut. Und wir wollen zeigen, dass es dem Diakonieverein nicht nur um alte Menschen geht“, sagt Lieb. Zum anderen geht es aber natürlich auch darum, die Mitgliedschaft im Diakonieverein für junge Menschen und Familien attraktiver zu machen. Denn der Verein ist überaltert.

Familien, die den Service in Anspruch nehmen wollen, müssen aber nicht Mitglied im Diakonieverein sein. Das Angebot kann jeder nutzen, der im Stadtbezirk Möhringen wohnt. Vielleicht wird das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt auf andere Stadtbezirke ausgeweitet. Aber dazu müsste sich die Stadt finanziell beteiligen. Pfarrer Lieb hat erste Gespräche bereits geführt. Koordiniert wird „Gute Besserung daheim“ von den Mitarbeitern der Diakoniestation Möhringen-Sonnenberg-Fasanenhof. Dort rufen Eltern an, die Unterstützung bei der Pflege ihres kranken Kindes brauchen. „Wir versuchen dann, eine Betreuung für den nächsten Tag zu finden, in dringenden Fällen auch noch für den selben Tag“, sagt Keyerleber.

Infoabend und Kontaktdaten

Träger
des Projekts ist der Diakonieverein Möhringen-Sonnenberg-Fasanenhof. Die Ansprechpartnerin ist die Diakonin Birgit Keyerleber. Sie ist telefonisch unter 45 74 51 oder per Mail an b.keyerleber@ev-kirche-moehringen.de erreichbar. Wer das Projekt unterstützen, kranke Kinder pflegen und so berufstätigen Eltern helfen möchte, kann sich bei der Diakonin melden.

Birgit Keyerleber lädt am Donnerstag, 7. Mai, zu einem Informationsabend ein. Dieser richtet sich an Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Beginn ist um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Martinskirche am Oberdorfplatz.

Die Mitarbeiter der Diakoniestation vermitteln die ehrenamtlichen Helfer an die Familien. Dafür wurde eine eigene Telefonnummer eingerichtet. Dieses lautet: 99 74 12 61. Per Mail können sich Eltern an kontakt@gute-besserung-daheim.de wenden. Das Projekt beginnt aber erst nach dem Sommer, weil zuvor genügend ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden werden müssen.

Weitere Infos
stehen im Internet unter www.gute-besserung-daheim.de.

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