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Die "Starken Helfer" sind ein Markenzeichen
"Filder-Zeitung", 26.10.2011 02:46 Uhr
Filder Der diesjährige Ehrenamtspreis der Kreissparkasse Esslingen und der Filder-Zeitung hat wieder gezeigt, welche Vielfalt an ehrenamtlichem Engagement vorhanden ist. Von Ursula Vollmer

Sie ist wie ein Kompass: Bildung schafft Orientierung in fremden Lernwelten, sie fördert, integriert und ermöglicht Teilhabe. Sie braucht aber auch Lotsen: "Menschen wie Sie, die weiterhelfen, wenn das staatliche Bildungssystem an seine Grenzen stößt", sagte Heinz Eininger am Montagabend im Kulturzentrum Filharmonie. Nach einem "wunderbaren Einstieg" mit leise schwebenden Tönen - sacht von Betreuten der Karl-Schubert-Werkstätten verschiedenen Klangschalen entlockt - begrüßte der Landrat und Verwaltungsratsvorsitzende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen viele "Starke Helfer". Sie alle waren zur Abschlussveranstaltung des gemeinsam von KSK und Filder-Zeitung ausgeschriebenen Ehrenamtswettbewerbs nach Filderstadt gekommen. Das diesjährige Motto: "Bildung! Gleiche Chancen für alle".

"Vieles auf dem Feld der Bildung läuft in der Stille" griff der Schirmherr noch einmal das Musikerlebnis auf. Ehrenamt brauche aber auch Öffentlichkeit, zumal die "starken Helferinnen und Helfer" längst für sich in Anspruch nehmen dürften, zur "Marke" geworden zu sein. Mit ihrem Einsatz prägen sie nach Einingers Worten entscheidend "die Temperatur in unserer Gesellschaft". Welcher Reichtum an ehrenamtlichem Engagement sich im Landkreis finde, habe auch die achte Auflage des Wettbewerbs mit insgesamt mehr als 90 eingereichten Bewerbungen wieder gezeigt.

"Wie immer", sagte der Vorsitzende der Jury, "war die Entscheidung nicht leicht". Sie war sogar so knifflig, dass erstmals vier Preiskategorien ausgelobt worden sind. Die Stiftung der KSK hatte den Ehrenamtspreis als eines von mehr als 500 Projekten aus allen gesellschaftlichen Bereichen wieder mit 20 000 Euro ausgestattet. Im Bereich der Filder-Zeitung galt es 5000 Euro gerecht zu verteilen. Bevor Norbert J. Leven, Redaktionsleiter der Filder-Zeitung, das Geheimnis lüftete, steuerte Christine Bescherer als diesjährige Fachjurorin ihre Überlegungen zum Stichwort Bildung bei.

Die Professorin für Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg beruhigte ihre Zuhörer gleich zu Beginn: Die Millionenfrage im Quiz zu knacken, ist nicht unbedingt ein Zeichen von Bildung. "Den perfekt gebildeten Menschen gibt es nicht", stellte sie fest. Allerdings: "Bildung hört auch nie auf." Lernprozesse fänden immer und überall statt, sowohl beim Knirps, der lernt hinzufallen und wieder aufzustehen, als auch beim Großvater, der sich erklären lässt, wie der Enkel in einem anderen Erdteil "per Skype erreichbar bleibt".

Bildung ist nach Bescherers Worten ein "lebensbegleitender Entwicklungsprozess", der auf drei Säulen ruhe: dem erlernten Wissen, verknüpfenden Denken und auf der Kommunikation. Den Erfolg bestimme aber vielfach noch immer die soziale Herkunft. "Und hier", sagte die Professorin, "kommen die Ehrenamtlichen ins Spiel". Mit ihrer Bereitschaft zur Unterstützung, aber auch zum Zuhören öffneten sie Grenzen. "Das Tolle daran" ist für die Fachjurorin der Austausch: "Ehrenamtliches Engagement ist keine Einbahnstraße", betonte sie, "es erweitert Fähigkeiten und soziale Kompetenzen auf beiden Seiten". Christine Bescherer plädierte allerdings dafür, das Versprechen "Gleiche Chancen für alle" umzumünzen in das weniger utopisch anmutende Ziel "beste Chancen für viele".

Während Norbert J. Leven die Preisträger einzeln zum Podium bat, um die Urkunden gemeinsam mit Franz Scholz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, zu überreichen, ließ sich das Publikum noch einmal von den Betreuten der Karl-Schubert-Werkstätten beeindrucken - diesmal mit getanzten Impressionen. Abschließend bedankte sich der KSK-Bereichsleiter Bernhard Haberl bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten und beglückwünschte gleichzeitig die Städte und Gemeinden zu ihren vielen, außerordentlich engagierten Bürgern.

Das Motto zum Schluss: "Auf ein Neues im kommenden Jahr."

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