Die Steuererklärung am Computer setzt sich durch

Von "Leonberger Kreiszeitung" 

Leonberg Die bekannten Vordrucke werden nicht mehr verschickt. Es gibt sie künftig in Rathäusern oder im Finanzamt. Von Elisa Wedekind

Leonberg Die bekannten Vordrucke werden nicht mehr verschickt. Es gibt sie künftig in Rathäusern oder im Finanzamt. Von Elisa Wedekind

Bislang ist alles so einfach gewesen. Wer seine Steuererklärung nicht einfach an den Steuerberater weitergab oder als Computerfreak per PC seine Steuererklärung austüftelte, dem schickte die Steuerverwaltung zum Ende des Jahres die große grüne Vordrucke für die Steuererklärung zu. Damit ist jetzt Schluss, die baden-württembergische Steuerverwaltung stellt ab sofort den Versand der grauen Umschläge ein. Dem gemeinen Steuerbürger stellt sich da die Frage: Steuererklärung abgeben - aber wie?

"Am besten elektronisch", sagt Bernd Kraft, der Vorsteher des Leonberger Finanzamts. Dies setze sich immer mehr durch, 30 bis 40 Prozent der Bürger nutzten inzwischen die Möglichkeiten der elektronischen Übermittlung. Die Steuerverwaltung stellt das hierfür benötigte Programm "Elster" kostenlos zur Verfügung. Die elektronische Steuererklärung habe mehrere Vorteile, so Kraft. Die Gefahr von Übertragungsfehlern durch die elektronische Übermittlung sei gering. Außerdem müssten Belege und Bescheinigungen nur auf Nachfrage des Amtes vorgelegt werden. Baden-Württemberg ist mittlerweile das 13. Bundesland, das den Zentralversand der Vordrucke einstellt.

Das Verfahren habe in den vergangenen Jahren einen sehr hohen Aufwand erfordert, so Kraft. Aufgrund der Vielfalt der notwendigen Vordrucke wurde deren "spezifische Zusammenstellung für den einzelnen Steuerbürger" immer schwieriger, heißt es in einer Pressemitteilung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Hinzu komme, dass nicht jeder Steuerzahler genau die Vordrucke erhalten habe, die er benötige. "Das hat viel unnötiges Papier und eine Menge Geld gekostet", erklärt Bernd Kraft.

Wer seine Steuererklärung dennoch weiterhin in Papierform abgeben möchte, muss sich die Vordrucke selbst besorgen. Dabei setzt das Leonberger Finanzamt auf kurze Wege. Voraussichtlich ab Mitte Dezember sind die Papierformulare nicht nur beim Finanzamt sondern auch in Rathäusern und Bürgerbüros erhältlich. Über das Formular-Management-System des Bundesfinanzministeriums lassen sich viele Steuererklärungsvordrucke auch direkt im Internet herunterladen und ausdrucken. Abzugeben sind sie dann beim Finanzamt.

Die Pläne des Bundesfinanzministeriums für das Jahr 2012 klangen verheißungsvoll. Die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte sollte einen besseren Bürgerservice bewirken und zu weniger bürokratischem Aufwand führen. Doch das ist derzeit nicht der Fall. Denn aufgrund bundesweiter technische Schwierigkeiten geht das neue Verfahren der "Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale" (Elstam) erst 2013 an den Start. Im Moment bedeutet das mehr Arbeit für die Finanzbehörden. "Langfristig halte ich Elstam dennoch für eine gute Lösung", betont Bernd Kraft. Die Daten der Bürger sollen künftig an einer zentralen Stelle verwaltet werden, auf die Arbeitergeber, Finanzämter und Gemeindeverwaltungen Zugriff haben. Dadurch seien Änderungen sofort ersichtlich und Fehler bei der Datenübertragung unwahrscheinlicher.

Wie bereits 2011, stellen die Finanzämter auch im kommenden Jahr sogenannte Ersatzbescheinigungen aus. Wichtig für die Steuerbürger: sollte es 2012 keine Änderungen der persönlichen Verhältnisse geben, so gelten die bisherigen Lohnsteuerabzugsmerkmale. Melderechtliche Änderungen wie Hochzeit, Kinder oder Kirche sind bei der Gemeindeverwaltung zu melden. Bei steuerlichen Änderungen ist das Finanzamt zu informieren.

Informationen zur elektronischen Steuererklärung gibt es im Internet unter www.elster.de. Vordrucke zum Ausfüllen und Ausdrucken können unter der Adresse www.formulare-bfinv.de heruntergeladen werden.