Die VfB-Vorstandsklausur Die Stuttgarter Gretchenfragen

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An diesem Wochenende findet beim VfB eine Vorstandklausur statt. Da werden die Weichen für 2013 gestellt – auch in Richtung Vertragsverlängerung mit dem Trainer Bruno Labbadia.

Bruno Labbadia verhandelt mit dem VfB über eine Vertragsverlängerung. Foto: dpa
Bruno Labbadia verhandelt mit dem VfB über eine Vertragsverlängerung.Foto: dpa

Stuttgart - Am Samstag kämpft der VfB Stuttgart bei der SpVgg Greuther Fürth um den Anschluss an das vordere Tabellendrittel in der Bundesliga. Noch wichtiger ist aber wohl die Vorstandsklausur, die an diesem Wochenende in Tannheim stattfindet. Da werden die Weichen für 2013 gestellt – und das Ergebnis dürfte sich kurzfristig auf zwei Ebenen bemerkbar machen.

Der Trainer

Der VfB hat das Trainerthema zuletzt auf kleiner Flamme gehalten, um die Konzentration auf den Sport nicht zu stören. Dabei köchelte die Geschichte intern aber immer mal wieder hoch – beispielsweise schon im Mai bei der Abschlussbesprechung des erweiterten Vorstands nach der vergangenen Saison. Damals sprach sich die Vereinsführung für eine Vertragsverlängerung mit Bruno Labbadia aus. Die Umsetzbarkeit sollte der Manager Fredi Bobic prüfen.

Zwar lief jetzt in der Hinrunde nicht alles nach Wunsch, doch grundsätzlich hat sich an der Einstellung dem Trainer gegenüber wenig geändert. Größere fachliche Zweifel an seiner Arbeit gibt es jedenfalls nicht. Die Frage, ob Labbadia der richtige Mann ist, um das vor allem auf der Jugendförderung beruhende Vereinskonzept umzusetzen, hat sich der VfB ebenfalls gestellt – und mit „ja“ beantwortet. Daran dürften auch die noch zu bestreitenden Spiele vor der Winterpause nichts mehr ändern.

So laufen die Gespräche zwischen Bobic und Labbadia seit einiger Zeit hinter den Kulissen. „Beide Seiten haben dargestellt, wie sie sich die Zukunft vorstellen“, sagt der Manager. Damit die Zusammenarbeit ausgedehnt wird, müssen sich die beiden Seiten aber noch annähern und einigen – speziell was den finanziellen Spielraum für Transfers und damit die Perspektive des VfB im nächsten Jahr betrifft.

Denn in diesem Punkt hat Labbadia klare Vorstellungen. Weil er in der eigenen Nachwuchsabteilung nicht genügend Qualität entdeckt, hat er öffentlich schon mehrmals betont, dass die Mannschaft verstärkt werden muss. Um den Kader aufzurüsten, muss der VfB aber Geld investieren – was er, wenn überhaupt, nur zähneknirschend machen würde. Zumal fest steht, dass für 2012 ein nicht unerheblicher Verlust in der Bilanz zu verzeichnen ist.

Diesbezüglich hat die Vorstandsklausur dann richtungsweisenden Charakter. Der VfB steckt wie jedes andere Unternehmen auch in diesen Wochen seinen wirtschaftlichen Rahmen für 2013 ab. Dann weiß Bobic, wie hoch der Etat ist, der ihm für die nächste Saison zur Verfügung steht. Davon hängt ab, ob und wie der VfB auf dem Transfermarkt agieren kann – und das ist wiederum ausschlaggebend dafür, ob und wie es mit Labbadia weitergeht. Momentan zögert der Trainer mit einem Bekenntnis. Eine erneute Nullrunde wie in diesem Sommer würde er kaum mehr mitmachen – schon gar nicht, wenn er in der Bundesliga eine Alternative zum VfB (Schalke 04?) hat.

Noch kennt Bobic die Zahlen nicht, die in Tannheim auf den Tisch kommen. „Ich lasse mich da einfach mal überraschen“, sagt er. Die ersten Signale stimmen ihn allerdings nicht gerade euphorisch. So oder so hat er anschließend eine konkrete Basis, um die Verhandlungen mit Labbadia fortzusetzen. Dann sind die Karten auf dem Tisch, und es wird sich zeigen, wie weit die beiden Seiten auseinander liegen. „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen – und Ruhe haben wir vor Weihnachten nicht“, sagt Bobic. Aber nach den Feiertagen dürfte relativ zügig die Entscheidung fallen, weil der Manager auch Planungssicherheit auf der Trainerposition benötigt, um die neue Runde vorbereiten zu können.

Die Mannschaft

Wintertransfers sind die Spezialität von Bobic. Vor zwei Jahren verpflichtete er Tamasz Hajnal und Shinji Okazaki, die dann einen wesentlichen Anteil am Klassenverbleib hatten. Im Januar 2012 landete der Manager in Vedad Ibisevic und Gotoku Sakai ebenfalls zwei Treffer. Das ist der Maßstab, „der die Sache jetzt umso schwieriger für mich macht“, sagt Bobic.

Denn die Latte hängt hoch. Sein Wunschkandidat ist der polnische Nationalstürmer Arkadiusz Milik (18) von Gornik Zabrze (die StZ berichtete), aber die Umsetzung wird kompliziert, weil viele Vereine und Berater mitmischen. „Wir haben da unsere Hausaufgaben gemacht. Mehr können wir nicht tun“, sagt Bobic, der auch weitere Namen im Kopf hat. Die gehandelten Filip Kasalica (Roter Stern Belgrad) und Stefanos Athanasiadis (PAOK Thessaloniki) gehören dazu, aber sie wären nicht die ersten Optionen nach Milik.

Daneben muss sich Bobic jedoch auch mit möglichen Abgängen beschäftigen, obwohl er sagt, „dass wir keinen Spieler aus unserem Kader hergeben wollen.“ Bei Zdravko Kuzmanovic würde er aber vermutlich eine Ausnahme machen, da für ihn nur noch im Januar eine Ablösesumme zu erzielen ist. Denn im Sommer endet der Vertrag des Serben – und eine Verlängerung scheint sowohl für den VfB als auch für Kuzmanovic ausgeschlossen.

Ein bisschen anders verhält es sich bei zwei Talenten, von denen sich der VfB eigentlich nicht trennen will – nicht mal leihweise. Aber Antonio Rüdiger und Kevin Stöger sind frustriert angesichts der Tatsache, dass sie von Labbadia so gut wie nicht berücksichtigt werden. Deshalb machen sie sich Gedanken – was dazu führen könnte, dass sie demnächst bei Bobic um ihre Freigabe im Januar bitten. Langweilig wird es dem Manager also auch nach der brisanten Klausurtagung in Tannheim aller Voraussicht nach nicht.

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4 KommentareKommentar schreiben

fachliche kompetenz von labbadia: also wie daran keine zweifel bestehen könne, ist mir ein rätsel. er ist mit sicherheit kein weltklasse trainer wie klopp, kein taktikfuchs wie slomka, favre oder tuchel, er hat nicht die erfahrung und die autorität wie heynckes und er ist kein jugendförderer wie streich. in den 2 jahren hat er die mannschaft nicht wirklich vorangebracht. es spielen die gleichen leute mit den gleichen leistungen. kein spieler hat sich nachhaltig unter ihm bzw. durch ihn verbessert. seine personalplanung ist zum haare raufen. im mittelfeld stümpern kuzmanovic und hajnal während holzhauser auf der bank sein talent vergeudet. in der abwehr baut maza einen bock nach dem anderen und hinten links wechseln sich boka und molinaro mit schwachen leistungen ab, während rüdiger lieber heute als morgen wechseln möchte. ein bicakcic hat er vertrieben, weil er ihm keine chance gegeben hat. jetzt ist er stammspieler und absoluter leistungsträger beim tabellenführer der zweiten liga, während maza uns immer wieder aufs neue 'beglückt'. aber seine persönlichen lieblinge wie die torun, die überhaupt gar nichts leisten, dürfen immer wieder ran. nicht zu vergessen, dass er im sommer mit boulahrouz verlängern wollte!! der vfb macht diese saison deutlich mehr schlechte als gute spiele. siege werden nur eingefahren weil der gegner zu schwach (augsburg) oder zu unerfahren (fürth) ist oder einfach pech hat (gladbach). selbst bei siegen ist man spielerisch äußerst schwach und gewinnt nur knapp. Gegen stärkere mannschaften geht man regelmäßig unter und fällt völlig auseinander. Die liste der totalblamagen diese saison ist schon extrem lang (bayern, molde, hoffenheim, hannover, freiburg). eine klare handschrift, eine philosophie oder ein taktisches und spielerisches konzept des trainers sind nicht zu erkennen. er ist nicht in der lage taktisch und personell her flexibel und richtig auf bestimmte entwicklungen, insbesondere während eines spiels, zu reagieren (paradebeispiel hannoverspiel: slomka stellt zur halbzeit um, nach der halbzeit droht das spiel zu kippen. was macht labbdia? er wartet bis hannover das spiel gedreht hat und wechselt erst nach dem dritten tor als es zu spät ist). der schwerwiegendste grund gegen labbdia ist aber, dass er nicht hinter der philosophie und ausrichtung des clubs steht und nicht dazu passt! er fördert keine talente, obwohl diese zahlreich vorhanden sind und viel stattdessen ältere spieler von außen holen. beispiel hemlein: seit wochen läuft harnik seiner form hinter her und bräuchte dringend ne pause, weil er überspielt ist. aber labbadia kommt nicht mal auf die idee hemlein mit zu nehmen, der in dieser saison in der zweiten auf dieser position spielt und da regelmäßig überzeugt! auch ein benyamina trifft wie am fließband, bekommt aber keine chance mal ibisevic zu entlasten. es ließen sich zahlreiche weitere beispiele finden... auch von der mentalität, der einstellung und vom charakter hat labbdia die mannschaft nicht verbessert. immer noch sieht man viele uninspirierte, mutlose auftritte. er selbst liefert der mannschaft woche für woche neue alibis. Er ist die größte schande in sachen außendarstellung! auch noch so schwache gegner werden stark geredet. eigene schwache leistungen werden hemmungslos beschönigt. es wird ständig darauf verwiesen 'wo man herkommt' und was ja angeblich alles so schwierig in stuttgart ist, was woanders ja so viel leichter ist. z.b. die medien, die überkritischen fans und und und. ständig wir der verein kleingeredet und armgerechnet, was ein witz ist, wenn man das mit dem rest der liga vergleicht (und die bayern und wolfsburg als ausnahmen mal außenvorlässt). und dann hat man ja immer englische wochen. das 6 andere teams das auch haben und der rest der liga das gerne hätte, wird verschwiegen. dass andere teams besser damit klarkommen, könnte ja auch an dem trainer liegen, weil der falsch routiert und die mannschaft falsch ein- bzw. aufstellt. da lobe ich mir doch tuchel oder klopp, die absolute begeisterung für und mit dem club leben und ihren spielern vorleben, sie damit infizieren. Labbadia hat weder eine große erfahrung, noch hat er in seiner bisherigen trainerkarriere auch nur ansatzweise erfolge vorzuweisen. er steht nicht hinter dem konzept des vereins, er fördert nicht die jugend, er hat die mannschaft nicht verbessert und kein konzept. warum sollte man mit ihm verlängern?

Spannend: Denn nicht nur BL, sondern auch FB wird sich nach Bekanntgabe des zur Verfügung stehenden Etats seine Gedanken machen, ob er in Stuttgart eine gute Basis hat, um erfolgreich arbeiten zu können. Aber anders als BL hat er aber vermutlich eine höhere emotionale Bindung zum VfB. Ob ein Wechsel von BL für den VfB eine Chance darstellen könnte, hängt in erster Linie von den Trainer-Alternativen ab, die der Markt hergibt. Einen Tuchel oder Slomka werden wir leider niemals bekommen. Und ob der VfB einen Daum, Magath oder Funkel brauchen könnte, muss man - denke ich - nicht diskutieren. Aber wenn alles normal läuft, wird FB mit BL in der Winterpause verlängern, Kuzmanovic wird für 1,5 Mio EUR verscherbelt und mit ihm vermutlich auch noch Maza, den es zurück nach Mexiko zieht. Die einzige Spannung liegtv also in den möglichen Winter-Verpflichtungen.

Trainerdiskussion: Ein Verein braucht einen Trainer der auch hinter dem Konzept des Vereins steht. Er sollte dieses Konzept akzeptieren, mit Leben füllen und es konsequent weiterentwickeln. All das, so scheint mir, deckt sich nicht mit den Fähigkeiten und Einstellungen von BL. Ein Verein wie der VfB braucht deshalb, ganz unabhängig von Erfolgen und Misserfolgen, aus meiner Sicht einen anderen Trainertyp. Aber wahrscheinlich getrauen es sich das die Oberen nicht konsequent zu handeln und den Vertrag mit BL nicht zu verlängern. Da kann man nur darauf hoffen, dass Schalke weiterhilft.

bitte Trainerwechsel: Ich rate dem VfB zu einem Trainer-Wechsel. Das begründe ich nicht mit der aktuellen Situation. Es hat die Basis darin, dass Labbadia 'trotz klarem Ziel' nicht konsequent den jungen Spieler Vertrauen schenkt - und dass ich keine Spielfreude bei Heimspielen erkennen kann (durch zuwenig agieren & Balleroberung). Die Orientierung sollte ein zweiter Klopp sein (Tuchel). Zudem: Herr Labbadia glaubt tatsächlich, dass 'nur er wirklich in der Lage ist, zu erkennen, wer von den jungen Spielern reif ist - und wer nicht.' Da gibt es große unterschiedliche Auffassungen. MfG., Jürgen

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