Die Wurzelkinder hoffen auf "starke Wurzeln"

Von "Leonberger Kreiszeitung" 

Renningen/Leonberg In Baden-Württemberg beginnt das Jahr des Waldes zwischen Renningen und Silberberg: Gestern haben Kinder, Försterund die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch nahe der Wasserbachhütte gemeinsam eine Elsbeeren-Allee gepflanzt. Von Peter Meuer

Renningen/Leonberg In Baden-Württemberg beginnt das Jahr des Waldes zwischen Renningen und Silberberg: Gestern haben Kinder, Försterund die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch nahe der Wasserbachhütte gemeinsam eine Elsbeeren-Allee gepflanzt. Von Peter Meuer

Die ersten Pfützen haben sich bereits unter den Zweigen der Elsbeere gebildet. Dennoch gießen die Schützlinge des Silberberger Wurzelkindergartens tapfer weiter. Sie schleppen ein ums andere mal Wasser mit ihren kleinen grünen Kannen zu dem Baum, wollen ganz sicher gehen, dass die Elsbeere nicht verdurstet. Bevor die Pfütze schließlich die Größe des nahen Wasserbachsees erreichen kann, schreiten die Erzieherinnen ein - "jeder nur noch eine Kanne." Die Kinder wünschen dem Baum noch "total starke Wurzeln" und dass er "ganz hoch wächst".

Friedlinde Gurr-Hirsch stimmt den Schützlingen des Wurzelkindergarten prinzipiell vollkommen zu. Allerdings bemüht sie sich als Berufs-Politikerin natürlich um eher nüchterne Formulierungen. Die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz spricht von "Nachhaltigkeit" und "Wachstum, das nachfolgenden Generationen zugute kommt".

Gurr-Hirsch ist an diesem Montag nach Renningen gekommen, um gemeinsam mit Vertretern des Landkreises, des Forstes, dem Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt - und natürlich mit den Kindern des nahen Waldkindergartens - eine Allee aus 30 Elsbeeren zu pflanzen und so in Baden-Württemberg offiziell das internationale Jahr der Wälder zu eröffnen.

Weder Datum noch Baumart sind dabei ein Zufall: der 21. März gilt seit den 70-er Jahren als "Tag des Waldes", die Elsbeere ist der Baum des Jahres 2011. Dass die Eröffnung ausgerechnet auf der Renninger Gemarkung nahe Silberberg stattfindet, macht Reinhold Kratzer dann allerdings doch ein bisschen stolz, schließlich ist er der Leiter des Forstamts im Landkreis Böblingen. "Natürlich hat das auch praktische Gründe", erläutert Kratzer. Schließlich sei Renningen nicht allzu weit von Stuttgart weg und daher auch für die Staatssekretärin gut zu erreichen. "Aber vor allem ist unser Landkreis dichter bewaldet, als gemeinhin angenommen wird", erläutert Kratzer. "In Baden-Württemberg wachsen im Schnitt auf 39 Prozent der Fläche Bäume", ergänzt er. Zwar sei Böblingen bekanntermaßen ein Industrie-Landkreis. "Dennoch sind bei uns immerhin noch 35 Prozent der Fläche Wald", sagt Kratzer.

"Wir als Böblinger Forstamt sehen unsere Aufgabe darin, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den Wünschen der Unternehmen und dem Erhalt des heimischen Waldes als Natur- und Erholungsraum", ergänzt Kratzer dann und deutet Richtung Malmsheim - wo gerade erst einige Bäume gefallen sind, um Platz zu schaffen für das Bosch-Entwicklungszentrum. "Andernorts pflanzen wir dafür neu an", sagt Kratzer. "Solche Aktionen wie hier, wo Kommunen und Land zusammenarbeiten, bringen uns dabei natürlich weiter."

Ähnlich sieht das der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt. Einen der Bäume habe die Rankbachstadt ja selbst gespendet, berichtet er - gespendet deswegen, weil der Wald an der Wasserbachhütte zwischen Silberberg und Renningen dem Land gehört, nicht den Kommunen, also Teil des Staatswaldes ist. Er selbst jogge hier regelmäßig oder gehe spazieren, ergänzt Faißt.

Der Bürgermeister hat sich daher auch dafür eingesetzt, dass in der Rankbachstadt insgesamt sechs nagelneue Holzbänke aufgestellt werden. Der Forst Baden-Württemberg hat die fünf Meter langen und quadratischen Bänke aus Weißtanne eigens für das Jahr des Waldes bauen lassen und verkauft sie nun für 250 Euro pro Stück an die Kommunen weiter. Eine der Sitzgelegenheiten präsentieren die Förster während der Elsbeeren-Pflanzaktion. "Wir wollen auch auf den Nutzwert des Waldes hinweisen", sagt Landesforstpräsident Max Reger, der ebenfalls nach Renningen gekommen ist. "Wir stellen sie beispielsweise an Kindergärten und dem Schulzentrum auf", bekräftigt Faißt.