Discos in Freiburg Zutrittsverbot für Migranten

Von red/dpa 

Türsteher in Freiburger Discos weisen derzeit Flüchtlinge ab. Eine Begründung: Asylbewerber sollen Frauen sexuell belästigt haben. Die Stadt warnt vor einem Generalverdacht.

In einigen Clubs in Freiburg kommen Flüchtlinge zurzeit nicht ohne Probleme hinein. Foto: dpa
In einigen Clubs in Freiburg kommen Flüchtlinge zurzeit nicht ohne Probleme hinein.Foto: dpa

Freiburg - Flüchtlinge haben derzeit in Freiburg Probleme, ungehindert Diskotheken und Clubs zu besuchen. Die Betreiber rechtfertigen dies mit angeblich sexuellen Belästigungen von Frauen durch Ausländer, Diebstählen und Gewalt, wie die „Badische Zeitung“ am Samstag berichtete. Ein Lokal mache es von der Veranstaltung abhängig, ob Ausländer Zutritt haben. Für einen anderen Club benötige der Gast eine spezielle Einlasskarte, die nur derjenige erhalte, der Gewalt, Sexismus und Diskriminierung ablehne. Freiburgs Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) warnte: „Es gilt das Diskriminierungsverbot. Man darf nicht eine Personengruppe pauschal ausschließen“, sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Polizei wurden nach Angaben einer Sprecherin bisher keine vermehrten sexuellen Übergriffe von Migranten gemeldet.

Von Kirchbach: „Uns war das nicht als akutes Problem bekannt.“ Überwiegend verhielten sich die etwas mehr als 3000 in der Stadt untergebrachten Asylbewerber „ordentlich“, „schwarze Schafe“ gebe es aber überall. Polizeisprecherin Laura Riske bestätigte dies. Von Kirchbach will nun prüfen lassen, ob die Begründungen der jeweiligen Club-Betreiber für ein Besuchsverbot - auch für ein zeitweiliges - rechtens sind.

Höchstgrenzen für einzulassende Migranten

Mindestens ein halbes Dutzend Gastrobetriebe in der Stadt hat nach Informationen der „Badischen Zeitung“ ihre Einlasspolitik geändert. Ein Club habe beispielsweise eine Höchstgrenze für einzulassende Ausländer festgesetzt. Zuletzt war die Stadt Bornheim in Nordrhein-Westfalen bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil sie nach sexuellen Belästigungen von Frauen männlichen Flüchtlingen vorübergehend den Zutritt zum Schwimmbad verwehrt hatte.

Beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) war am Samstag zunächst niemand für eine Einschätzung erreichbar. Die „Badische Zeitung“ zitierte den Freiburger Dehoga-Chef Alexander Hangleiter: „Ein Club müsste, wenn er verklagt wird, vor Gericht beweisen, dass er nicht diskriminiert hat.“ Er sehe aber auch die Zwangslage der Gastronomen, denen die Gäste wegblieben, wenn sie nicht gegen Missstände einschritten.

Polizei: Pauschale Einlassverbote rechtswidrig

Von Kirchbach, Verwaltungschef des Dezernats III und damit zuständig etwa für Soziales, Integration und Kultur, bezeichnete die Entscheidungen der Clubbetreiber als „hilflosen Akt“. Er werde in der kommenden Woche prüfen, ob die Inhaber angehört werden müssen. „Die Willkommenskultur ist in Freiburg stark ausgeprägt. Aber es muss auch eine Anerkennungskultur geben, was die Gesetze betrifft.“ Er wolle sich mit seinem Haus beraten, inwieweit die Stadt Verhaltenskonzepte erstellen könnte, um den Asylbewerbern einen Start in Deutschland zu erleichtern.

Polizeisprecherin Riske betonte, bisher sei den Ermittlern nichts von sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge in den Tanzlokalen bekannt. „Diebstähle gibt es immer mal wieder“, die Täter seien aber meist unbekannt und nicht zwingend Ausländer. Dass die Türsteher der Discos bestimmte Personen nicht reinließen, obliege dem Club. „Die Hoheit über seine Tür hat der Betreiber“, erklärte Riske. Pauschale Einlassverbote etwa für alle Flüchtlinge seien aber rechtswidrig.

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34 KommentareKommentar schreiben

Die Sache mit dem "Generalverdacht": Jedesmal, wenn ich am Flughafen in Echterdingen die Sicherheitskontrolle passiere, werde ich unter Generalverdacht gestellt, und das, obwohl mitteleuropäische Urlauber und Geschäftsreisende, wie ich einer bin, für die Entführung oder Sprengung von Flugzeugen eher nicht so bekannt sind. Ob die diversen Antidiskriminierungsstellen hier wohl schon einmal Handlungsbedarf entdeckt haben?

Ach, und noch was!: Ich finde es als Frau klasse, wenn ein Club Betreiber zum Wohle der Frau agiert! Da ist es mir ehrlich gesagt scheiß egal, wer ausgesperrt wird. Das kann auch der feile Horst von Weiß der Geier sein! Auch klar, oder? Zeiten sind angebrochen, die sind nur noch zum Heulen und sie vermiesen einem nur noch die Unternehmungslust. Erst am Samstag fuhr ich nach dem Klassen Treffen durch die Theo in Stuttgart. Zugedröhnt Jungs latschen in schwarzem Dress auf die Fahrbahn, halten die Pulle mit scharfer Brühe in der Hand, zwingen Dich zum abbremsen und glotzen im Scheinwerferlicht wie die Kuh Elsa, die gerade auf der Fahrbahn umherirrt. Schön ist was anderes! Gruß vom Motzkigele

Ja wo sind wir denn angekommen?: Haftet dann die SPD Nase dann auch, wen was passieren sollte? Darf der Betreiber nicht bestimmend wer Einlass bekommt? Würden wir dann früher auch diskriminiert, wenn es hieß "mit Turnschuhen kommt Ihr hier nicht rein!" ? Leutchen, Leuchtchen, s'wird immer bunter? Nur so am Rand gefragt: seit wann reicht Hartz4 auch für Vergnügen/Discobesuch? Da bist Du doch am Abend mal locker einen 30€ Schein los, ohne mit einem Delir nach Hause zu rutschen und die Straßen zu verk.....en! Madre mia, das schlägt dem Fass den Boden weg! Ich komm da nicht mehr mit. Ist's erst der Anfang? Ich denke "ja"! Gruß vom Motzkigele

Mal ne Frage: sind die besagten Clubs Städtische Vergnügungsstätten die von Sozialtransfers bezahlt werden oder Wirtschaftsbetriebe die von Ihren zahlenden Gästen mit gewissem Niveau leben? Was verdammt nocheinmal haben dort Flüchtlinge zu suchen? Sie sind nicht in der Lage für den notwendigen Umsatz zu sorgen und bringen im Regelfall nichts als Probleme und Umsatzeinbußen weil das Niveau der Location sinkt. Noch sind wir nicht im Sozialismus angelangt und ich habe das verdammte Recht mir meine Gäste auszusuchen. Früher war da ein Schild mit der Aufschrift "Out of Bounds", heuer stehns da Bouncer. Beides ist zulässig und begründet...

Mein Vorschlag ist: Die Guten reinlassen, die anderen nicht. Was ich nicht will: Zur Durchsetzung des gesunden Volksemfpindens Gesetze brechen.

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