Diskussion um Großprojekt Fragen und Antworten zu Stuttgart 21

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Die Kosten sind bei vielen anderen Bauprojekten stark gestiegen. Warum sollte ausgerechnet bei Stuttgart 21 der Kostenrahmen eingehalten werden?


Die Projektpartner:
Bei Stuttgart 21 wurde eine Aktualisierung der Kalkulation auf der Basis einer weit vorangeschrittenen Planung durchgeführt. Ergebnis: Stuttgart 21 kostet – bei Preisstand 2010 – rund 4,1 Milliarden Euro. In dieser Kostenberechnungen sind bereits 328 Millionen für eventuelle Risiken und Kostensteigerungen beinhaltet. Erstmals bei einem Projekt in Deutschland wurde ein Risikofonds für eventuelle Kostensteigerungen gebildet. Entscheidend ist, dass rund 400 Millionen Euro aus diesem Risikofonds noch zur Verfügung stehen und damit die vereinbarte maximale Gesamtsumme von 4,5 Milliarden Euro noch weit weg ist.

Das Aktionsbündnis:
Weil Stuttgart 21 heilig ist. Allein der noch im Bau befindliche City-Tunnel in Leipzig hat sich innerhalb weniger Jahre auf fast eine Milliarde Euro verdoppelt. In der StZ wird Stefan Mappus am 25. September 2004 wie folgt zitiert: "Eine Kostenexplosion schließe ich zu 99 Prozent aus." Das "bestgerechnete" Bahngroßprojekt kostete damals 2,8 Milliarden Euro – heute sind es offiziell 4,1 Milliarden Euro.

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Was kostet der neue Bahnhof, der nichts taugt?: Na, sagen wir mal ganz freundlich, zu den Kosten gibt es 'Kommunikationsprobleme': http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html

@Normaler Bürger: Ihr Vergleich mit dem Hamburger Durchgangsbahnhof hinkt. Der Hamburger Hauptbahnhof wickelt mit seinen 8 Gleisen ca. 4 mal so viel Passagiere ab, wie der Stuttgarter Hauptbahnhof, das führt natürlich zu etwas engeren Verhältnissen aber ich finde Hamburg in dieser Hinsicht ok. Das Argument der längeren Wartezeiten der Züge kann ich aber nicht nachvollziehen, sicher mag es angenehmer sein, in einen bereits bereitgestellten Zug gemütlich einzusteigen, ICEs werden aber in Stuttgart nun mal äußerst selten bereitgestellt, in der Regel kommen sie von München und fahren nach Mannheim weiter. Der Planhalt ist mit 4 Minuten ähnlich lang wie in Hamburg HBf. Der Kopfbahnhof bietet hier also keinerlei Vorteil, ellerdings einen großen Nachteil. Alle ankommenden Fahrgäste müssen vom ICE zum Bahnhofskopf, während alle abreisenden vom Bahnhofskopf in den ICE müssen. Das führt zu einem geradezu fürchterlichen Gewusle und Engpässen, das in Durchgangsbahnhöfen nicht entsteht, da sie den Bahnsteig an mehreren Stellen (nach oben oder unten) verlassen. Als abschreckendstes Beispiel erwähne ich hier mal den oft gelobten Frankfurter Hauptbahnhof. Was sich da nach Einfahrt eines ICEs abspielt ist schon fast unmenschlich. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass der Durchgangsbahnhof am Frankfurter Flughafen nicht gebaut worden wäre und damit nicht ein Teil der ICEs das Zentrum Frankfurts umfahren, ich glaube, schon heute wäre das System Frankfurt Hauptbahnhof kollabiert oder die Zahl der Züge müsste unter der eigentlichen Nachfrage bleiben.

ich freue mich so...: ... auf den Bahnhof aus Leuchtbeton!! Ich warte noch darauf, dass endlich jemand den Bücherknast einschaltet, damit er aussieht wie auf den Bild. Und trotz weniger Bahnsteige endlich nicht so ein Gedränge wie in der Realität: http://www.ad-hoc-news.de/bilder/-abgeordnetenhausmitglied-spd-abgeordneter-merkel-muss-s-bahn-chaos-in-ordnung-354324_400_300.jpg

Keine Kompromisslösung?: Mich wundert immer wieder, daß es angeblich keine Kompromisslösung zwischen 'unten' und 'oben' geben soll. Ich habe lange in Jappan gelebt, dort gibt es die verschiedensten Kombinationen von Bahnhöfen, mit sogar mehreren Etagen nach unten und oben, mit staatlichen und privaten Gleisen, sogar parallell nebeneinander zu gleichen Zielen!, mit oder ohne Einkaufzentren direkt im, unter oder neben den Bahnhöfen. Die Passagierzahlen sind x-fach von hier. Vielleicht sollte man dort mal um Hilfe fragen, Porsche hat das früher auch einmal getan, mit Erfolg. Meine Vorstellung wäre ein Kompromiss, drei-vier Gleise unten, drei-vier oben, drei-vier auf Trassen-Brücken (warum nicht?) Es würde Platz für Häuser und Park geschaffen, und die Zugfahrt wäre nicht unterirdisch. Mir gefällt die Fahrt auf der Trassenbrücke am Hauptbahnhof Berin der S-Bahn sehr. Das Einkaufzentrum dort auch. Das alte Einkaufzenter Stuttgart alte Halle ist auch schön, sollte erhalten werden, aber ein Ausbau wäre auch schön. Und warum muß denn der Autoverkehr auf sechs Spuren so störend zwischen Bahnhof und Königsstrasse sein? Lieber die Autos dort weniger, nach unten oder oben oder irgendwo anders hin. Es wäre ein sensationeller Platz. Für Fussgänger. Für Stuttgart.

S21 Umfrage manipuliert: Es ist doch die Formulierung der Fragestellung die immer ein Ergebnis manipulieren kann. Hier war die Infratest-dimap-Frage: 'Soll der Hbf.-Stgt. in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt werden UND die Strecke Stgt.-Ulm ausgebaut werden ?' Die eigentliche Formulierung der Infratest-Umfrage müsste, bei der BaWü-Bevölkerung und besonders bei den zu erwarteten Verkehrschaos durch Umbau betroffenen Stuttgarter Bürgern, in erster Linie das Hauptbahnhofsprojekt S21 betreffen. Die S21-Schlichtung hatte ja offenbart, das die Neubaubahnstrecke Wendlingen-Ulm auch die S21-Gegner akzeptieren und in ihr K21-Konzept integrieren können. Die Umfrage mit dem Ausbau der Strecke Wendlingen - Ulm zu verbinden, hat das Ergebnisse (evtl.gewollt ?) verfälscht. Eine zweiteilige Umfrage (Hbf. ohne und mit NBS: Wendlingen-Ulm) hätte hier ein glaubwürdigeres Ergebnis erbracht.

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