Diskussion um Netzneutralität
Ein Grundsatz gerät ins Wanken
Sebastian Moll (New York) und Eva Drews,
12.08.2010 14:18 Uhr
Die Netzbetreiber fühlen sich nicht ausreichend an den Profiten im Internet beteiligt und versuchen verstärkt, das zu ändern. Foto: dpa
Washington - Bald könnte die Selbstverständlichkeit zum Paradies werden. Noch ist man es als Internetnutzer gewohnt, via Skype » kostenlos über das Internet telefonieren, (zumindest als Breitbandkunde) YouTube-Videos » ohne Ruckler ansehen zu können und über diverse Suchmaschinen in Windeseile Antworten zu erhalten.
Bald aber könnte damit Schluss sein: Immer mehr Betreiber der Netze, über die die Daten des Internets gehen, wollen Geld sehen – und zwar nicht nur von den Endkunden, sondern auch von den Anbietern der Inhalte. Also von all den in den vergangenen Jahren groß gewordenen Unternehmen wie Google (zu dem auch YouTube gehört), dem Buchhändler Amazon oder auch dem Internettelefonieanbieter Skype oder Tauschdiensten wie Bittorrent.
Kürzlich sagte etwa der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, dem "Manager Magazin", wenn sein Konzern besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies "auch differenziert bepreist werden". Konkret hieße dies, das die Inhalte einzelner Anbieter bevorzugt werden könnten, wenn diese einen entsprechenden Obolus entrichten.
Die Inhalte anderer Anbieter hingegen könnten behindert oder gar ganz aus dem eigenen Netz herausgehalten werden, wenn sie unliebsam sind, weil sie beispielsweise eigenen Diensten Konkurrenz machen. Die Telekom hat dies beispielsweise auf dem exklusiv von ihr vertriebenen iPhone mit dem Dienst Skype versucht, da es natürlich nicht im Interesse des Konzerns ist, dass die iPhone-Nutzer über Skype statt über T-Mobile telefonieren.
Einzelne Anbieter aber zu bevorzugen oder zu blocken, widerspricht einem der Internetgemeinde heiligen Grundsatz: der Netzneutralität. Ihr zufolge müssen die Netzbetreiber Daten im Internet transportieren – egal, von wem sie kommen und was sie beinhalten. Die Debatte, ob dieses Grundprinzip des Internets ins Wanken geraten könnte, stammt aus den USA und wird dort bereits seit Jahren geführt.
In diesen Tagen erhält sie neue Nahrung, nachdem der US-Netzbetreiber Verizon und der Suchmaschinenkonzern Google Anfang der Woche einen Vorschlag zur Netzneutralität verbreitet haben: Der gegenwärtige Netzzugang, so die Giganten, soll unbeschränkt bleiben. Für Internetleistungen auf dem Smartphone sowie für Internetangebote über neue, leistungsstarke Kanäle sollen jedoch Gebühren möglich werden. Für die Internetgemeinde, deren Idol Google einst war, ist dies ein Fanal.
Bald aber könnte damit Schluss sein: Immer mehr Betreiber der Netze, über die die Daten des Internets gehen, wollen Geld sehen – und zwar nicht nur von den Endkunden, sondern auch von den Anbietern der Inhalte. Also von all den in den vergangenen Jahren groß gewordenen Unternehmen wie Google (zu dem auch YouTube gehört), dem Buchhändler Amazon oder auch dem Internettelefonieanbieter Skype oder Tauschdiensten wie Bittorrent.
Kostenlos wäre Vergangenheit
Kürzlich sagte etwa der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, dem "Manager Magazin", wenn sein Konzern besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies "auch differenziert bepreist werden". Konkret hieße dies, das die Inhalte einzelner Anbieter bevorzugt werden könnten, wenn diese einen entsprechenden Obolus entrichten.
Die Inhalte anderer Anbieter hingegen könnten behindert oder gar ganz aus dem eigenen Netz herausgehalten werden, wenn sie unliebsam sind, weil sie beispielsweise eigenen Diensten Konkurrenz machen. Die Telekom hat dies beispielsweise auf dem exklusiv von ihr vertriebenen iPhone mit dem Dienst Skype versucht, da es natürlich nicht im Interesse des Konzerns ist, dass die iPhone-Nutzer über Skype statt über T-Mobile telefonieren.
Einzelne Anbieter aber zu bevorzugen oder zu blocken, widerspricht einem der Internetgemeinde heiligen Grundsatz: der Netzneutralität. Ihr zufolge müssen die Netzbetreiber Daten im Internet transportieren – egal, von wem sie kommen und was sie beinhalten. Die Debatte, ob dieses Grundprinzip des Internets ins Wanken geraten könnte, stammt aus den USA und wird dort bereits seit Jahren geführt.
Smartphone-Nutzer sollen bezahlen
In diesen Tagen erhält sie neue Nahrung, nachdem der US-Netzbetreiber Verizon und der Suchmaschinenkonzern Google Anfang der Woche einen Vorschlag zur Netzneutralität verbreitet haben: Der gegenwärtige Netzzugang, so die Giganten, soll unbeschränkt bleiben. Für Internetleistungen auf dem Smartphone sowie für Internetangebote über neue, leistungsstarke Kanäle sollen jedoch Gebühren möglich werden. Für die Internetgemeinde, deren Idol Google einst war, ist dies ein Fanal.
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