Druckmaschinenhersteller Auch Manroland-Werk Offenbach gerettet
Thomas Magenheim, 02.02.2012 18:48 Uhr
  Foto: dapd
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Augsburg - Werner Schneider hat seinen Job getan. „Ich bin sehr froh, dass ich mich demnächst von hier verabschieden kann“, sagt der Insolvenzverwalter des Druckmaschinenherstellers Manroland gleich zu Beginn seiner Ansprache am Augsburger Firmensitz. Er ist sichtlich zufrieden und eingerahmt von den beiden Männern, die die Zukunft der globalen Nummer drei der Krisenbranche personifizieren. Links von Schneider sitzt der Chef der Lübecker Possehl-Gruppe, Uwe Lüders, die den Augsburger Teil von Manroland übernimmt. Rechts von ihm steht der Brite Tony Langley Rede und Antwort. Sein Familienunternehmen hat soeben den Zuschlag für das Offenbacher Manroland-Werk erhalten. Das Trio ist in seiner Zuversicht schwer zu überbieten.

„Wir werden 2012 schwarze Zahlen schreiben“, sagen Langley und Lüders über ihren jeweiligen Neuerwerb, der eine auf Englisch, der andere auf Deutsch. Auch sonst sind ihre Botschaften an das verbleibende Personal fast identisch. An beiden Standorten würden weiter Druckmaschinen gebaut, große für Zeitungsverlage in Augsburg, kleinere für die Verpackungs- oder Werbebranche in Offenbach. Einen Investitionsstau gebe es nicht. Insofern hätten die Vorbesitzer Allianz und MAN kein vergiftetes Terrain hinterlassen. Man sei vom Start weg wettbewerbsfähig. Auf Messen und Auslandsmärkten werde man vorerst weiter gemeinsam auftreten und jeweils den Markennamen Manroland behalten. Beide Konzernteile peilen 300 bis 350 Millionen Euro Jahresumsatz an, nach zuletzt einer Milliarde Euro in der Summe.

Die Aufteilung des Konzerns sei keine Tragödie, stellt Schneider klar. Er ist zuversichtlich, dass er auch für das dritte Werk im sächsischen Plauen demnächst einen Käufer findet. Possehl habe ein Vorkaufsrecht. Lüders zeigte Interesse. Unter einem Dach habe es mit Augsburg und Offenbach ohnehin nie funktioniert, hat Schneider erkannt. Unterschiedliche Kulturen, Märkte und Kunden, zählt er auf. „Jetzt wird vollzogen, was schon immer gelebt wurde“, sagt der Insolvenzverwalter und meint das getrennte Marschieren.

2000 Arbeitsplätze fallen weg

Gut 2000 Arbeitsplätze bleiben bei der damit verbundenen Rosskur auf der Strecke. In Offenbach bleiben 824 von 1771 Stellen übrig, in Augsburg 1510 von 2251 Menschen, in Plauen 320 von 668 Arbeitsplätzen. In Plauen werde aber wohl demnächst wieder aufgestockt, weil das dortige Werk zur verlängerten Werkbank mehrerer Branchen werden soll. Am Ende würden die Verkäufe der drei Werke ihm „deutlich über 100 Millionen Euro“ in die Kasse bringen, womit auch die Gläubiger zufrieden sein können.

Die beiden Unternehmensteile hätten jetzt für ihre Märkte, die sich zuletzt mehr als halbiert haben, die richtige Größe und eine saubere Bilanz, im Gegensatz zu ­Heidelberger Druck sowie Koenig & Bauer, wie Schneider anmerkt. Das sind die an­deren beiden Druckmaschinenbauer aus Deutschland, die zusammen mit Manroland den Weltmarkt beherrschen.

Auch Heidelberger Druck musste gerade 2000 Stellen abbauen, was Substanz kostet. Langley und Possehl hätten mit ihren Zukäufen auch ungleich höhere Chancen, profitabel zu sein, als ihre Wettbewerber, sagt Schneider.

Nicht geschafft haben es rund 2000 Beschäftigte, die nun in Auffanggesellschaften für neue Jobs qualifiziert werden. Für 741 Augsburger ist Schneider angesichts des vor Ort brummenden Arbeitsmarkts zuversichtlich. Anders sehe es bei den 947 Beschäftigten in Offenbach und den 348 Betroffenen in Plauen aus.

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