Dschungel-Kolumne, Tag 10 Das Leben ist eine Baustelle
Erik Raidt, 23.01.2012 09:31 Uhr
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Stuttgart - Wenn im Dschungelcamp gar nichts mehr geht, geht immer noch ein bisschen Küchenphilosophie. Und so sitzen Brigitte Nielsen und Radost Bokel am zehnten Tag im Urwald zusammen und klagen sich gegenseitig das Leid mit ihren Exen: „Ich hatte viele, viele Probleme in meinem Leben“, gesteht Radost und rattert ein paar Beziehungsgrausamkeiten aus dem Baukasten „Das Leben wäre schöner ohne Dich“ herunter. Klar, dass „Tante Brigitte“ Nielsen da noch einen draufsetzen muss und sich zurückerinnert an einen Partner, der eines Tages angeregt haben soll, dass sie doch die gemeinsame Terrasse mit ihrer Zunge sauberlecken könnte.

Letzteres beweist: Prüfungen hat nicht nur RTL erfunden - und keine Kakerlake kann so grausam und hart sein, wie der eigene Partner, der daheim auf dem Sofa Tag für Tag eine schlechte Figur macht.

"Rufi an!"

Apropos schlechte Figur: welcher faule Wurm steckt in diesem Jahr eigentlich in der Kandidatenriege des Dschungelcamps drin? Es ist kaum auszuhalten, wie sich der Magier Vincent Raven und der mopsige Exfußballer Ailton durch ihren zweiwöchigen Cluburlaub hindurchjammern. Während der Rabenmann die Zuschauer - bisher leider vergeblich - anbettelt, doch nicht mehr für ihn anzurufen, damit er endlich das Camp verlassen darf, hat sich „das Ailton“ jetzt doch dazu durchgerungen, aufs Langweiligste die Nummer durchzuziehen: „Hallo meine Fans“, nölt der lustlose Brasilianer, „rufi an!“

Leider haben dann tatsächlich Leute für ihn angerufit - aber das hätten sie sich auch gleich sparen können: Keiner flog aus dem Campnest, weil ja das wandelnde Berliner Tattoostudio Martin Kesici vor ein paar Tagen freiwillig die Biege gemacht hatte.

Nach anderthalb Wochen Dschungelcamp muss jedenfalls die Frage erlaubt sein, wie es eigentlich die Raben des Schweizer Magiers tagein, tagaus mit ihm aushalten und ob es ihrer Stimme gut tut, wenn ihr Chef ständig raucht? Ach ja, und kann bitte irgendjemand dem kleinen Ailton einen Ball ins Camp werfen, damit er endlich was zu spielen hat und nicht dauernd so traurig guckt? Das Dschungelcamp ist diesmal ein Therapiecamp, was nicht an allen spurlos vorübergeht, schon gar nicht an der Ausziehkönigin Micaela Schäfer: „Das Silikon hämmert auf meiner Brust.“ So ist das halt mit den Implantaten - das Leben ist eine Baustelle.

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