Düstere Orte in der Kinder-Uni
Nur im Dunkeln kommen Gespenster
Tanja Volz,
15.01.2010 07:19 Uhr
Nachts scheinen im Wald überall seltsame Gestalten und Kreaturen zu lauern. Foto: dpa
Stuttgart - Tagsüber ist es sehr schön in unserem Wald, der direkt an die Häuser und Gärten grenzt. Das geheime Lager im Gestrüpp wird von keinem Erwachsenen besucht. Viel zu mühsam wäre das Durchkommen. Hier haben alle Kinder Ruhe von dem ewigen Geschimpfe und Genörgel der Vernünftigen. Und weil es so schön ist, kann man auch mal die Zeit vergessen. Und es wird immer später. Doch dann verwandelt sich dieses heimelige, wunderschöne "Lägerle" schlagartig zum gruseligsten Ort auf der Welt.
Die im Laub raschelnde Maus scheint im Licht der Dämmerung zum anschleichenden Tiger zu mutieren. Ein verängstigt vorbeihuschender Hase nimmt die Größe eines Bären an, und der Ast am Boden sieht einer gefährlichen Schlange doch verdächtig ähnlich. Durch das Dickicht funkeln gefährliche gelbe Augen, wem die wohl gehören? Hinter jedem noch so kleinen Busch lauert ein wildes Tier: Wildschweine und Füchse soll es schließlich auch in heimischen Wäldern geben. Und plötzlich haben alle Angst, auch die Jungs, die zuerst noch furchtlos geprahlt haben, es mit jedem Vieh aufnehmen zu können.
Mittlerweile ist es stockfinster, und der Weg nach Hause ist versperrt durch die eigene Angst. Wie soll man mit schlotternden Knien auch nur einen Meter vorwärts kommen? Da hilft nur eines: der nächste Baum. Schnell hoch bis in den Wipfel, schließlich kommen die wilden Tiere da nicht hin - zumindest wird das in den Märchen immer so geschildert. Doch damit ist auch nichts gewonnen. Eigentlich ist es da oben fast noch schlimmer. Nun muss man sich auch noch vor einem Sturz vom Baumwipfel fürchten, und der Wind pfeift durch den dünnen Pulli. Zudem kann man sich nicht gegenseitig in den Arm nehmen und trösten. Auf dem Baum ist dafür viel zu wenig Platz.
Es wird immer schlimmer, und die ersten Tränen werden verschämt mit dem Ärmel weggewischt. Mittlerweile zittert der ganze Körper vor Kälte und Heimweh. Und irgendwann ist die Furcht so groß, dass der Stolz ganz klein wird und alle anfangen zu schreien. Lauthals. So laut, dass es durch den ganzen Wald bis zu den Häusern und Gärten schallt (und garantiert sämtliche wilde Tiere in die Flucht schlägt). Die Freude über die sonst so störenden, nun rettend herbeieilenden Erwachsenen ist riesig, und niemand schimpft. Selbst die vorlauten Jungs mit ihren angespitzten Stöcken halten die Klappe. Der dunkle Wald spricht für sich.
Die im Laub raschelnde Maus scheint im Licht der Dämmerung zum anschleichenden Tiger zu mutieren. Ein verängstigt vorbeihuschender Hase nimmt die Größe eines Bären an, und der Ast am Boden sieht einer gefährlichen Schlange doch verdächtig ähnlich. Durch das Dickicht funkeln gefährliche gelbe Augen, wem die wohl gehören? Hinter jedem noch so kleinen Busch lauert ein wildes Tier: Wildschweine und Füchse soll es schließlich auch in heimischen Wäldern geben. Und plötzlich haben alle Angst, auch die Jungs, die zuerst noch furchtlos geprahlt haben, es mit jedem Vieh aufnehmen zu können.
Schlotternde Knie und pfeifender Wind
Mittlerweile ist es stockfinster, und der Weg nach Hause ist versperrt durch die eigene Angst. Wie soll man mit schlotternden Knien auch nur einen Meter vorwärts kommen? Da hilft nur eines: der nächste Baum. Schnell hoch bis in den Wipfel, schließlich kommen die wilden Tiere da nicht hin - zumindest wird das in den Märchen immer so geschildert. Doch damit ist auch nichts gewonnen. Eigentlich ist es da oben fast noch schlimmer. Nun muss man sich auch noch vor einem Sturz vom Baumwipfel fürchten, und der Wind pfeift durch den dünnen Pulli. Zudem kann man sich nicht gegenseitig in den Arm nehmen und trösten. Auf dem Baum ist dafür viel zu wenig Platz.
Es wird immer schlimmer, und die ersten Tränen werden verschämt mit dem Ärmel weggewischt. Mittlerweile zittert der ganze Körper vor Kälte und Heimweh. Und irgendwann ist die Furcht so groß, dass der Stolz ganz klein wird und alle anfangen zu schreien. Lauthals. So laut, dass es durch den ganzen Wald bis zu den Häusern und Gärten schallt (und garantiert sämtliche wilde Tiere in die Flucht schlägt). Die Freude über die sonst so störenden, nun rettend herbeieilenden Erwachsenen ist riesig, und niemand schimpft. Selbst die vorlauten Jungs mit ihren angespitzten Stöcken halten die Klappe. Der dunkle Wald spricht für sich.
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