E-Mobilität in Stuttgart Parade der Pioniere der Elektromobilität

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Hunderte Fahrer von Elektroautos haben sich am Samstag an einer erfolgreichen Weltrekordaktion in Stuttgart beteiligt, um die größte Elektroauto-Parade der Welt zu bilden. Auch umgebaute Oldtimer gab es zu sehen.

Und Abfahrt – die E-Mobile verlassen das Gelände des Museums. Foto: FACTUM-WEISE
Und Abfahrt – die E-Mobile verlassen das Gelände des Museums.Foto: FACTUM-WEISE

Stuttgart - Das Mercedes-Benz-Museum ist am Samstagmorgen komplett zugeparkt. Der Schweizer Louis Palmer, der als einer der Pioniere der Elektromobilität gilt, hat mit der Landesagentur E-mobil BW und der Daimler AG die Szene dazu aufgerufen, mit ihren Fahrzeugen nach Stuttgart zu kommen. Hunderte sind dem Ruf gefolgt, um die größte Elektroauto-Parade der Welt zu bilden – darunter Institutionen, Firmen, Autobauer, kleine Start-Ups und Hobbybastler. Und sie haben jede Menge auffällige Fahrzeuge mitgebracht.

Der dreirädrige Wagen SAM EV ii aus der Schweiz, der von vorne aussieht, als würde einen ein Gesicht anlächeln, zählt sicherlich dazu, aber auch die Motorräder von Johammer aus Österreich mit ihrem freistehenden Vorderrad oder das Solarmobil Delphin, das der Fahrer liegend steuert. Studenten aus Karlsruhe haben es 1991 gebaut. „Wir wollten demonstrieren, dass es Elektroautos schon lange gibt“, sagt Bernd Rische vom Karlsruher Solarmobilverein, der den Delphin fährt.

Einen 912er zum Elektroauto umgebaut

Auch umgebaute Oldtimer werden von den Besuchern bestaunt. Ein Hobbybastler aus dem Kreis Böblingen muss vor dem Startschuss um kurz nach 10 Uhr immer wieder den Kofferraum seines Porsche 912er, Baujahr 1965, öffnen, um den Antrieb zu zeigen. Zwei Jahre lang hat er immer samstags in der Garage geschraubt, um das Liebhaberstück in ein Elektroauto zu verwandeln. „Ich bin mal ein Elektroauto gefahren, und dann wollte ich auch eines haben - den Porsche hatte ich schon“, erzählt der Fahrzeugbauingenieur.

Der Holländer Joost Ter Döst hat sogar nur wenige Wochen gebraucht, um einen VW-Bus T2a (Baujahr 1970) umzubauen, allerdings verdient er damit auch sein Geld. Mehr als 200 Kilometer schafft die Batterie des Bullis. Das Auto mit der längsten Reichweite stammt an diesem Vormittag aus Slowenien: Es fährt 700 Kilometer, dann braucht es wieder Strom. „Unglaublich“, meint dazu Louis Palmer. Er kann auch prominente Mitfahrer begrüßen: Verkehrsminister Winfried Hermann ist mit seinem Dienstwagen, einer A-Klasse, gekommen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn beteiligt sich mit seinem E-Smart. Kuhn appelliert vor dem Startschuss an die „Freunde der Elektromobilität“, aus erneuerbarem Strom zu tanken. „Dann ist es eine gute Geschichte“, so der OB. Seinem Parteifreund Hermann gefällt die „breite Palette, die Vielfalt“ an Fahrzeugen, die an diesem Vormittag zu sehen sind.

492 Elektroautos und jede Menge Segways

3,5 Kilometerist die Strecke lang, die auf den Parkplatz P 9 vom Wasen führt. Johann Hammerschmid, der Firmenchef von Johammer, steigt dort von seinem futuristischem Gefährt. 2,1 Millionen Euro hat die Entwicklung des Motorrads gekostet. „Wir haben 70 000 Euro Förderung bekommen“, sagt er. Die Großen bekämen quasi alle Fördergelder, schildert er „das Dilemma“ der Branche.

Fahrzeug um Fahrzeug fährt auf den Platz. Dass der bisherige Rekord von 305 geknackt wird, ist nicht überraschend. Letztlich rollen 492 Elektroautos durchs Ziel. Mit den Segways, den Motorrädern und den Hybridautos sind es 602 Fahrzeuge.

Nach der Parade machen sich 68 internationale Teams mit 140 Fahrzeugen auf den Weg. Sie nehmen an Palmers zehntägiger Elektro-Fahrzeug-Rallye Wave 2014 teil, die in die Schweizer Alpen führt. „Wir wollen zeigen, dass wir mit Elektroautos unabhängig von fossilen Treibstoffen sein können“, sagt der Tourdirektor Palmer.

Internationale Teams fahren weiter in die Schweizer Alpen

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1 KommentarKommentar schreiben

sauguat: aber ich hoffe doch, dass die alle ökostrom getankt haben. dass keiner dabei ist der atom- oder kohlekraftwerksstrom getankt hat.

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