Eigenheim der Superlative
Schöner wohnen in Mumbai
Christine Möllhoff,
11.11.2010 16:44 Uhr
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Der Privatwolkenkratzer Antilia ragt über das Häusermeer von Mumbai. Foto: AFP
Mumbay - Mit seinem Reichtum hält Mukesh Ambani nicht gerne hinter dem Berg. Im November 2007 spendierte er seiner Frau Nita bereits mal so eben einen Airbus 319 zum 44. Geburtstag. Nun zieht Indiens reichster Mann demnächst um - und spart auch dabei nicht mit Protz und Prunk. Mitten in der übervölkerten Finanz- und Filmmetropole Mumbai ließ sich der 53-Jährige einen 173 Meter hohen Wohnturm hochziehen, der nach siebenjähriger Bauzeit nun praktisch fertig ist. Sein neues Domizil, das er nach der mythischen Insel Antilia benannte, gilt als das teuerste und größte Eigenheim der Welt. Es hat bescheidene 27 Stockwerke, Dachgärten und gleich drei Hubschrauber-Landeplätze. Auch ansonsten verfügt der Wolkenkratzer über alles, was eine fünfköpfige Familie eben so zum Leben braucht: mehrere Swimmingpools, ein Heimkino mit fünfzig Sitzplätzen, ein Fitnesscenter, neun Aufzüge, einen Ballsaal sowie mehrere Etagen, die allein für Gäste gedacht sind. Gleich 600 Angestellte sollen Mukesh Ambani, seiner Frau Nita und ihren drei Kindern Akash, Anant und Isha zu Diensten sein, um ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Butler, Zimmermädchen, Köche und ein ganzer Stab von Chauffeuren: Ambani hat an alles gedacht. Angeblich lässt der Hausherr das Heer an Bediensteten in den besten Nobelhotels Indiens schulen.
Der 173 Meter hohe Glaspalast, der wie ein Wahrzeichen aus der Millionenmetropole mit ihren riesigen Slums herausragt, ist an einer der teuersten Adressen der Erde, der Altamount Road, gelegen. Der Wert von Gebäude und Grundstück wird auf bis zu zwei Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) beziffert. Wie die "Times of India" meinte, ist der Wolkenkratzer mit 37.000 Quadratmeter Fläche das größte Eigenheim der Welt und stellt sogar die Nobelbehausung des indischen Stahlbarons Lakshmi Mittal in den Schatten, der in London residiert.
Der Umzug ist anscheinend dringend vonnöten. Immerhin lebte Ambani für Milliardärsverhältnisse bisher geradezu beengt. So teilte er sich ein Haus mit seinem ebenfalls steinreichen Bruder Anil. Die beiden sind sich allerdings derart spinnefeind, dass sie getrennte Aufzüge benutzten, um sich ja nicht über den Weg zu laufen. Mit derlei albernen Versteckspielen hat es nun wohl bald ein Ende. Auch gibt es jetzt endlich ausreichend Platz für all die schönen Autos, die die Familie im Laufe der Zeit angesammelt hat.
So dienen die ersten sechs Etagen seines neuen Wolkenkratzers als Garage und bieten Platz für mehr als 160 Wagen. Sogar eine eigene Autowerkstatt und eine Privatklinik soll es geben. Der 53-jährige Tycoon und seine Familie werden in den oberen Etagen residieren, die, wie Medien schwärmten, einen atemberaubenden Blick über die Stadt und das Arabische Meer bieten. Ambani, Chef des Konzerns Reliance Industries, gilt als reichster Mann Indiens und viertreichster Mann der Welt. Sein persönliches Vermögen wird auf 27 Milliarden Dollar (20 Milliarden Euro) geschätzt.
Allerdings rief Ambanis neues Wolkenkuckucksheim auch Kritiker auf den Plan. Während die einen den Luxusbau als Sinnbild für den Aufschwung Indiens feiern, halten ihn Gegner für ein geradezu zum Himmel schreiendes Symbol für die riesige Kluft zwischen Arm und Reich. Obwohl das 1,2 Milliarden Einwohner zählende Land weiter mit Massenarmut kämpft, zeigen Indiens Reiche ungeniert ihren Reichtum und sparen nicht mit Protz und Prunk.
Indiens Regierungschef Manmohan Singh sah sich sogar jüngst genötigt, an Indiens High Society zu appellieren, mehr Maß zu halten, um keinen Sozialneid oder Unruhen zu schüren. Die Hälfte von Mumbais Einwohnern haust in Slums, viele leben auch ganz auf der Straße. In anderen Städten sieht es ähnlich aus. Obgleich Indiens Wirtschaft seit Jahren mit satten Wachstumsraten glänzt, kommt das bevölkerungsreiche Land im Kampf gegen die Armut nur äußerst langsam voran.
Die Masse der Inder lebt nach wie vor unter der Armutsgrenze. In vielen Regionen Indiens ist die Lage der Armen schlimmer als in manchen Staaten Afrikas. Nach dem neuesten globalen Hungerindex liegt Indien auf Platz 67 in der Gruppe der Länder, in denen die Situation als "alarmierend" eingestuft wird - Indiens Rivale, die Weltmacht China, liegt dagegen bereits auf Platz neun in der Gruppe der Länder "mit moderatem Hunger".
Der 173 Meter hohe Glaspalast, der wie ein Wahrzeichen aus der Millionenmetropole mit ihren riesigen Slums herausragt, ist an einer der teuersten Adressen der Erde, der Altamount Road, gelegen. Der Wert von Gebäude und Grundstück wird auf bis zu zwei Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) beziffert. Wie die "Times of India" meinte, ist der Wolkenkratzer mit 37.000 Quadratmeter Fläche das größte Eigenheim der Welt und stellt sogar die Nobelbehausung des indischen Stahlbarons Lakshmi Mittal in den Schatten, der in London residiert.
Der Umzug ist anscheinend dringend vonnöten. Immerhin lebte Ambani für Milliardärsverhältnisse bisher geradezu beengt. So teilte er sich ein Haus mit seinem ebenfalls steinreichen Bruder Anil. Die beiden sind sich allerdings derart spinnefeind, dass sie getrennte Aufzüge benutzten, um sich ja nicht über den Weg zu laufen. Mit derlei albernen Versteckspielen hat es nun wohl bald ein Ende. Auch gibt es jetzt endlich ausreichend Platz für all die schönen Autos, die die Familie im Laufe der Zeit angesammelt hat.
Ein himmelschreiendes Symbol für die soziale Schere
So dienen die ersten sechs Etagen seines neuen Wolkenkratzers als Garage und bieten Platz für mehr als 160 Wagen. Sogar eine eigene Autowerkstatt und eine Privatklinik soll es geben. Der 53-jährige Tycoon und seine Familie werden in den oberen Etagen residieren, die, wie Medien schwärmten, einen atemberaubenden Blick über die Stadt und das Arabische Meer bieten. Ambani, Chef des Konzerns Reliance Industries, gilt als reichster Mann Indiens und viertreichster Mann der Welt. Sein persönliches Vermögen wird auf 27 Milliarden Dollar (20 Milliarden Euro) geschätzt.
Allerdings rief Ambanis neues Wolkenkuckucksheim auch Kritiker auf den Plan. Während die einen den Luxusbau als Sinnbild für den Aufschwung Indiens feiern, halten ihn Gegner für ein geradezu zum Himmel schreiendes Symbol für die riesige Kluft zwischen Arm und Reich. Obwohl das 1,2 Milliarden Einwohner zählende Land weiter mit Massenarmut kämpft, zeigen Indiens Reiche ungeniert ihren Reichtum und sparen nicht mit Protz und Prunk.
Indiens Regierungschef Manmohan Singh sah sich sogar jüngst genötigt, an Indiens High Society zu appellieren, mehr Maß zu halten, um keinen Sozialneid oder Unruhen zu schüren. Die Hälfte von Mumbais Einwohnern haust in Slums, viele leben auch ganz auf der Straße. In anderen Städten sieht es ähnlich aus. Obgleich Indiens Wirtschaft seit Jahren mit satten Wachstumsraten glänzt, kommt das bevölkerungsreiche Land im Kampf gegen die Armut nur äußerst langsam voran.
Die Masse der Inder lebt nach wie vor unter der Armutsgrenze. In vielen Regionen Indiens ist die Lage der Armen schlimmer als in manchen Staaten Afrikas. Nach dem neuesten globalen Hungerindex liegt Indien auf Platz 67 in der Gruppe der Länder, in denen die Situation als "alarmierend" eingestuft wird - Indiens Rivale, die Weltmacht China, liegt dagegen bereits auf Platz neun in der Gruppe der Länder "mit moderatem Hunger".
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