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"Ein durch Gottes Geist geprägtes Haus"
"Filder-Zeitung", 17.10.2011 02:43 Uhr
Stetten. Der Neubau der Tagungsstätte im Bernhäuser Forst ist gestern eigeweiht worden. Von Sanja Döttling

Man stelle sich vor, es ist Krautfest - und es gehen nicht alle hin. So geschehen am Sonntag. Denn während in Leinfelden und Echterdingen der Krautkopf im Mittelpunkt stand, war im Bernhäuser Forst der Neubau der Tagungsstätte die Hauptattraktion. Im gut besetzten neuen Veranstaltungssaal wollten rund 400 Menschen den Festakt miterleben.

"Vor zehn Jahren", erzählt Oberkirchenrat Werner Baur, "da stand Ulrich Gräf, Kirchenbaudirektor der evangelischen Landeskirche, vor dem Bernhäuser Forst und sagte: Hier gibt"s viel zu sanieren." Vor neun Jahren fand die erste Sanierung statt, jetzt ist auch der Neubau der großen Tagungsräume abgeschlossen. Baur bringt es auf den Punkt: "An den Schuhen habe ich noch Baustellendreck kleben. Doch das Gebäude ist fertig." Schon vor Baubeginn stand der 16. Oktober als Einweihungstag fest, und er wurde eingehalten. Ebenfalls am Rednerpult stand Ingo Rust, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft. "Dass ein Staatssekretär heute hier ist", sagt er gleich zu beginn seiner Rede, "hat nichts mit dem Rückfall in ein Staatskirchenregiment zu tun." Er war früher selbst in der evangelischen Jugendarbeit tätig und freut sich, "diesen Tag des Neuanfangs und des Aufbruchs" miterleben zu dürfen.

Harald Alber, Vorsitzender der evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw), macht in seiner Rede klar, dass das Bernhäuser Forst nicht einfach nur eine Tagungsstätte ist, sondern auch "ein Ort zur Vergewisserung des Glaubens, ein Ort zur Orientierung in einer orientierungslosen Welt." Die Räumlichkeiten, die Alber als ein "von Gottes Geist geprägtes Haus" nennt, werden hauptsächlich für Veranstaltungen des ejw genutzt, doch auch Firmen und Vereine können die Tagungsstätte benutzen. Er beschreibt das Gebäude als "neu, attraktiv und umweltbewusst." Vor allem die offene Architektur und die Glasfront, die den Blick über die Filder nach Osten hin öffnet, fallen auf. Mit hellem Holz und weißer Farbe wurden große, freundliche Räume geschaffen, die schon bei ihrer Einweihung an ihre Auslastungsgrenze kommen.

Vor dem offiziellen Festakt gehörte die Bühne ganz den schönen Künsten. Der Landesjugendposaunenchor leitete mit mal modernen, mal christlichen Stücken durch die Matinee. Zusätzlich stellte Alma Ulmer, Jugendreferentin des ejw, Bilder des Künstlers Andreas Felger vor, die in den Räumen hängen. Der Maler sagt von sich selbst: "Ich bin Christ, aber kein christlicher Maler. Ich male das, was kommt." Neben christlichen Motiven sind auch Landschaftsaquarelle zu bewundern gewesen.

Am Nachmittag konnten die Gäste das neue Gebäude erkunden. Mitarbeiter des ejw standen Rede und Antwort und gaben Informationen rund um ihren Arbeitsbereich. Musikalische Unterstützung kam vom Bläserteam und dem Pop-Chor "Good News". Am Abend schloss das Programm mit einem Gottesdienst, der von Landesbischof Frank Otfried July geleitet wurde.

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