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Wer gar nicht erst antritt, hat schon verloren: Deshalb hat der Vaihinger Thomas Lambeck kurzentschlossen seinen Hut in den Ring geworfen - wohlwissend, dass es wohl kein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Amtsinhaber geben wird. Als Außenseiter und Neuling habe er sicher nicht die allerbesten Chancen, "aber wenn sich die anderen nicht trauen, mach" ich es eben." Schließlich gebe es in Ludwigsburg zwar "kein massives Aufregerthema", mit dem man punkten könnte, wohl aber ein Defizit, auf das der 38-Jährige mit seiner Kandidatur aufmerksam machen will.
Es sei längst an der Zeit, meint der Vizevorsitzende des hiesigen Kreisverbands der Piratenpartei, einen Bürgerhaushalt für Ludwigsburg auf die Beine zu stellen. Nicht "über ein Klettergerüst für ein paar hundert Euro", sondern über mindestens fünf Prozent vom Budget des städtischen Haushalts sollen die Bürger selbst bestimmen dürfen, fordert der gebürtige Brandenburger, der schon bei der jüngsten Landtagswahl für seine Partei angetreten war. Regelmäßig und langfristig sollen die Bürger seinem Wunsch nach in den Stadtteilen ihre Ideen einbringen und umsetzen können. Selbst wenn am Ende doch der Gemeinderat das letzte Wort haben müsse: "Die Menschen kriegen vor Ort viel eher Probleme mit, die sich vielleicht schon mit wenig Geld lösen lassen."
Überhaupt ist der Maschinenbautechniker kein Freund kostspieliger Bauvorhaben. Für "Prestigeprojekte wie die Arena" sei er nicht zu haben, sagt Lambeck, der in seiner Freizeit seine Karatekünste trainiert: "Von dem Geld hätte man viele kleine Vereine unterstützen können." Der Protest gegen das Stuttgarter Mammutbahnprojekt S 21 habe gezeigt, dass die Zeit reif sei, die Bürger mehr in politische Entscheidungen einzubeziehen. Von oben herab funktioniere das nicht. Deshalb hofft Lambeck auch, dass sein Vorschlag vom Bürgerhaushalt durch die eigene Wahlbeteiligung in die oberste Verwaltungsetage des OB Spec hinauf dringt.
Notfalls würde er sicher selbst die paar Stufen hochlaufen. Haben er und seine Mitstreiter es vor einigen Jahren doch schon mit auf der Straße gesammelten Unterschriften gegen die Vorratsdatenspeicherung bis zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gebracht. Weil er seither des Öfteren da war, trägt Lambeck am Kragen der Anstecker "Karlsruhe-Tourist". Und weil ihm in dieser Stadt offenbar nie die Puste ausgeht, hat er dort kürzlich den Citylauf absolviert. mir


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