Jugendliche und junge Erwachsene sind ein bisschen wie Herdentiere. Sie verbringen ihre Freizeit gerne gemeinsam, beispielsweise in der Discothek oder dem Lieblingscafé. Vor allem für die Freunde härterer Musikstile sind zuweilen auch das Jugendhaus oder der muffig-gemütliche Proberaum ein Treffpunkt der Wahl. Junge Leute, die sich dort aufhalten, nehmen gerne einmal die Drumsticks oder die E-Gitarre zur Hand - und hegen folgerichtig den Wunsch, irgendwann auf einer richtigen Bühne zu stehen.
Der Musikverlag Pangalactic Records aus Heimsheim und das Tonstudio Recording of Arts aus Weil der Stadt wollen Nachwuchsmusikern nun dabei helfen, diese Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Daher haben sie einen eigenen Musikwettbewerb ins Leben gerufen, den "Heckengäu-Band-Contest". Die Idee ist schon einige Jahre alt. "Aber erst im November haben wir angefangen, konkret zu planen", sagt Margot Rosenberger.
Die Inhaberin von Pangalactic Records - der Verlag betreut Formationen wie Daedalous und Liquid Horizon - erklärt, das Heckengäu sei nicht grundlos namensgebend. Die möglichen Teilnehmer und Veranstaltungsorte seien auf diese Weise klar benannt. "Wir sind hier weit weg von allen Großstädten", betont Margot Rosenberger, "Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner für Bands und derzeit auch noch keine Wettbewerbe." Zudem würden sich die etablierten Veranstaltungen oft auch an Ältere richten. "Dort müssen sich Jugendliche mit 27-jährigen, erfahrenen Musikern messen", sagt Margot Rosenberger. "Wir aber wollen Kreativen aus der Region, zwischen 14 und 21 Jahren, ein Forum bieten."
Unterstützung erhalten Pangalactic Records und Recording of Arts von den Jugendreferaten der Stadt Heimsheim und der Gemeinden Friolzheim und Magstadt - wo auch die Konzerte stattfinden sollen. "Es ist ein riesiges Glück, engagierte Veranstalter hier zu haben", sagt Benjamin Hagel, der Heimsheimer Stadtjugendreferent. "Alleine könnten wir so etwas gar nicht auf die Beine stellen." Denn zu organisieren gibt es einiges. "In den nächsten Tagen müssen wir Spender und Sponsoren suchen", berichtet Margot Rosenberger. "Wir", das ist ein 20-köpfiges Organisations-Team, in das sich auch Jugendliche einbringen. Der Band-Contest soll nach den Sommerferien starten.
Noch bevor der eigentliche Wettbewerb beginnt, wird es einen "Coaching"-Tag geben, also einen Trainings-Tag. Denn auch wenn nur eine Band gewinnen kann, sollen die anderen nicht leer ausgehen: "Jeder soll Erfahrungen sammeln", sagt Robin Rosenberger, der Leiter des Contest-Organisationsteams, Sohn von Margot Rosenberger und so nebenbei Gitarrist von Daedalous. Neben der Vermittlung von Grundlagen über Soundchecks und Tontechnik wollen die Veranstalter Seminare anbieten, beispielsweise über Gesang und Bandimage. "Man muss Musik auch präsentieren können", sagt Robin Rosenberger. "Junge Musiker stehen oft da wie geprügelte Hunde." Auch sollen sich die Bands untereinander besser kennenlernen. Bei den Konzerten werde es Anreize geben, sich abzusprechen und zu vernetzen. "Dann wurschtelt man nicht anonym nebeneinander her, sondern unterstützt sich gegenseitig", betont Robin Rosenberger. Was den Kontakt zwischen den Bands angeht, sind die Organisatoren zuversichtlich. "Die Musik ist immer die Schnittstelle", weiß Robin Rosenberger.
Auch was das Gesamtkonzept betrifft, äußert sich Margot Rosenberger optimistisch: "Ich denke, dass wir den Contest auch in den zehn Jahre noch organisieren", sagt sie. Der Wettbewerb ist zudem gemeinnützig - der Gewinn wird an den Freundeskreis der Heimsheimer Ludwig-Uhland-Schule gehen. "Die Contest-Teilnehmer sind voraussichtlich zu einem großen Teil Schüler", sagt Anastasios Demiroglou, der erste Vorsitzende des Fördervereins. "Und in Form von Projektarbeit wird dieses Geld auch wieder zurück an Jugendliche gehen."


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>