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Einkaufsstandort Echterdingen Statt Sanierung setzt Rewe auf einen Neubau

Norbert J. Leven, 16.02.2013 08:00 Uhr

Echterdingen - Über die Zukunft des toom-Markts im Echterdinger Norden kursieren seit geraumer Zeit immer wieder Gerüchte – bis hin zur Aufgabe des Standorts. Das aber, sagt der für Bausachen in L.-E. zuständige Erste Bürgermeister der Stadt Leinfelden-Echterdingen, Frank Otte, sei definitiv falsch. Auch in Zukunft werde das Areal zwischen Ulmer Straße und B 27 höchstwahrscheinlich fürs Einkaufen genutzt werden.

Die Tage des toom-Markts scheinen dennoch gezählt zu sein. Bereits seit geraumer Zeit bemühten sich der Gebäude-Eigentümer und die Rewe-Gruppe (Köln), zu der die Handelskette toom gehört, um eine Modernisierung des Standorts. „Uns wurden bereits unterschiedlichste Modelle und Entwürfe präsentiert“, sagt Otte. Aus diesen Gesprächen wisse er, dass Rewe „stark daran interessiert ist“, weiterhin an dieser Stelle präsent zu sein. Und die Stadt habe ebenfalls ein Interesse daran, den Einkaufsstandort zu erhalten.

Einziger Vollsortimenter

Mit rund 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist toom zurzeit der einzige sogenannte Vollsortimenter in Echterdingen. Ein vergleichbares Einkaufszentrum mit Lebensmittel-, Elektroartikel- und Bekleidungsangebot existiert mit dem Marktkauf noch im Nachbarstadtteil Leinfelden.

Der Baubürgermeister bestätigt auf Nachfrage Informationen der Filder-Zeitung, dass das heutige toom-Gebäude samt Parkhaus abgebrochen und wieder neu aufgebaut werden soll. Die Marke toom werde dann wohl nicht zurückkehren. Rewe habe selbst Interesse bekundet, als Anbieter für den Lebensmittelbereich aufzutreten. Das bedeute aber nicht zwangsläufig, dass die Verkaufsflächen gegenüber dem aktuellen Zustand reduziert würden. Den Nonfood-Sektor will Rewe offenbar anderen Unternehmen anbieten. „In den Gesprächen mit uns sind aber keine Namen gefallen und keine Branchen genannt worden“, sagt der Bürgermeister.

Verkaufsfläche ist begrenzt

Die Variationsmöglichkeiten bei der Ladenvergabe sind allerdings begrenzt: Dafür sorgen Vorgaben sowohl des Verbands Region Stuttgart als auch des Bebauungsplans. Die maximale Verkaufsfläche von heute rund 6000 Quadratmetern ist auch für die Zukunft die Obergrenze. Und das heutige Sortiment bestimme auch das künftige Angebot, sagt Otte.

In Einzelhandelskreisen kursieren deshalb zurzeit bereits Namen bekannter Anbieter von Unterhaltungselektronik und Elektroartikeln, Schuhen oder Oberbekleidung, die sich unter einem Dach mit einer dort für größere Einkäufe konzipierten Rewe-Filiale präsentieren könnten. Andere, neue Warengruppen mit zentrenrelevanter Bedeutung seien nicht genehmigungsfähig, sagt Otte.

Die von Rewe zurzeit favorisierte Abriss-/Neubaulösung stellt das Unternehmen allerdings vor ein Problem: Während der Bauphase wäre man mit Ausnahme der Filiale am Zeppelinplatz in Echterdingen nicht mehr am Markt präsent. Deshalb wird offenbar fieberhaft nach einem Standort für eine Interimslösung gesucht. In Frage kommen dafür leer stehende Gewerbeimmobilien ebenso wie ein Zelt als Verkaufsraum. Ein Standort sei noch nicht gefunden, sagt Otte. „Wir sind aber bei der Suche behilflich.“ Passen müsse dabei natürlich auch die Verkehrsanbindung.

Verhandlungen laufen

Die Rewe-Gruppe hüllt sich zurzeit zur Zukunft ihres Geschäftsstandorts Echterdingen in eisernes Schweigen. „Ich kann Ihnen dazu zurzeit nichts sagen, weil wir uns in Vertragsverhandlungen befinden“, sagt der Bereichsleiter für Unternehmenskommunikation, Raimund Esser, auf Anfrage. Diese Gespräche befinden sich offenbar in der Endphase. Für Anfang März stellt Esser Informationen in Aussicht.

Der Warenhaus-Standort hat eine lange Tradition

Hausherr Der Warenhaus-Standort an der Ulmer Straße in Echterdingen hat für die Rewe-Gruppe eine lange Tradition. In dem Gebäude war beispielsweise schon in den 70er Jahren die Handelskette Minimal ansässig. In den 80er Jahren wechselte Minimal dann den Standort und zog bis zu seiner Einstellung nach der Jahrtausendwende auf das benachbarte Areal zwischen Karlsruher/Heilbronner Straße (heute Lidl). An der Ulmer Straße ist seither toom der Hausherr.

Nummer drei Die REWE Group ist nach eigenen Angaben einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Europa. Im europäischen Lebensmittelhandel ist sie mit 48,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz die Nummer drei. In Deutschland beschäftigen der selbstständige Einzelhandel und die Konzernunternehmen 222 000 Mitarbeiter. Zusammen erzielen sie einen Gesamtumsatz von knapp 35 Milliarden Euro. njl