Einsatz von Militärrobotern
Die Welt wird nicht sicherer
Hans-Arthur Masiske,
28.09.2010 09:45 Uhr
Foto: AP
Berlin - Der Geist des Terminators schwebt immer wieder durch den Seminarraum der Berliner Humboldt-Universität. Einige der knapp 40 Wissenschaftler, die sich hier versammelt haben, begrüßen die von Arnold Schwarzenegger verkörperte Filmfigur als Quelle der Inspiration, andere distanzieren sich von ihr. Entkommen kann ihr keiner. Wie könnte es anders sein, bei einer Tagung über Militärroboter?Das Verhältnis zur Science-Fiction war nur eine von vielen Differenzen, welche die Diskussionen des dreitägigen Treffens prägten, zu dem das International Committee for Robot Arms Control (ICRAC) eingeladen hatte.
Vier Wissenschaftler aus Großbritannien, Australien, Deutschland und den USA haben dieses Komitee vor einem Jahr ins Leben gerufen, um eine breite internationale Diskussion über Militärroboter und Vereinbarungen zu ihrer Kontrolle einzufordern. Die Berliner Konferenz war ein erster Schritt, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.
Motiviert ist das Anliegen nicht durch fiktive Hollywoodszenarien, sondern durch die harte Realität. Die Zahl der Opfer, die zwischen Anfang 2004 und dem 15.September 2010 durch Drohnen getötet wurden, beträgt Schätzungen zufolge zwischen 1114 und 1712, sagte Noel Sharkey, einer der Gründer des Komitees. Diese fliegenden Roboter werden von Menschen ferngesteuert. Der Professor für künstliche Intelligenz und Robotik von der University of Sheffield betonte aber, dass es allein schon wegen der Verletzlichkeit der Funkverbindung über Satelliten einen Entwicklungsdruck hin zu mehr Autonomie gebe.
Sharkey steht mit dieser Einschätzung nicht allein. So rechnen Planungsdokumente des US-Verteidigungsministeriums für die Dekade zwischen 2030 und 2040 mit unbemannten Flugzeugen, die in der Lage sind, andere Flugzeuge zu bekämpfen. Weil sie keine Rücksicht auf den menschlichen Körper nehmen müssen, sind sie zu Flugmanövern in der Lage, bei denen Kräfte bis zum 40-fachen der Erdschwerkraft auftreten. Allein das macht sie jedem bemannten Gegner überlegen.
Der Luftkampf bringt jedoch auch die Fernsteuerung an ihre Grenzen. "Wegen der großen Zahl von Entscheidungen in kurzer Zeit" hingen Fortschritte beim Waffeneinsatz "von der Entwicklung immer größerer Autonomie" ab, stellt die im Internet frei zugängliche Unmanned Aircraft Systems Roadmap 2005-2030 nüchtern fest.
Noch sind die autonom feuernden Militärroboter nicht im Einsatz. Aber die Vision hat die Science-Fiction-Romane und Drehbücher verlassen und hat Eingang in militärische Konzepte gefunden. Ob die Entwicklung am Ende langsamer oder schneller verläuft als erwartet - der Weg hin zu bewaffneten autonomen Robotern ist beschritten.
Vier Wissenschaftler aus Großbritannien, Australien, Deutschland und den USA haben dieses Komitee vor einem Jahr ins Leben gerufen, um eine breite internationale Diskussion über Militärroboter und Vereinbarungen zu ihrer Kontrolle einzufordern. Die Berliner Konferenz war ein erster Schritt, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.
Motiviert ist das Anliegen nicht durch fiktive Hollywoodszenarien, sondern durch die harte Realität. Die Zahl der Opfer, die zwischen Anfang 2004 und dem 15.September 2010 durch Drohnen getötet wurden, beträgt Schätzungen zufolge zwischen 1114 und 1712, sagte Noel Sharkey, einer der Gründer des Komitees. Diese fliegenden Roboter werden von Menschen ferngesteuert. Der Professor für künstliche Intelligenz und Robotik von der University of Sheffield betonte aber, dass es allein schon wegen der Verletzlichkeit der Funkverbindung über Satelliten einen Entwicklungsdruck hin zu mehr Autonomie gebe.
Drohnen sind bemannten Gegnern weit überlegen
Sharkey steht mit dieser Einschätzung nicht allein. So rechnen Planungsdokumente des US-Verteidigungsministeriums für die Dekade zwischen 2030 und 2040 mit unbemannten Flugzeugen, die in der Lage sind, andere Flugzeuge zu bekämpfen. Weil sie keine Rücksicht auf den menschlichen Körper nehmen müssen, sind sie zu Flugmanövern in der Lage, bei denen Kräfte bis zum 40-fachen der Erdschwerkraft auftreten. Allein das macht sie jedem bemannten Gegner überlegen.
Der Luftkampf bringt jedoch auch die Fernsteuerung an ihre Grenzen. "Wegen der großen Zahl von Entscheidungen in kurzer Zeit" hingen Fortschritte beim Waffeneinsatz "von der Entwicklung immer größerer Autonomie" ab, stellt die im Internet frei zugängliche Unmanned Aircraft Systems Roadmap 2005-2030 nüchtern fest.
Noch sind die autonom feuernden Militärroboter nicht im Einsatz. Aber die Vision hat die Science-Fiction-Romane und Drehbücher verlassen und hat Eingang in militärische Konzepte gefunden. Ob die Entwicklung am Ende langsamer oder schneller verläuft als erwartet - der Weg hin zu bewaffneten autonomen Robotern ist beschritten.
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