Eislingen-Prozess Nachbarin sagt aus
dpa/lsw, 03.02.2010 15:06 Uhr
Das Haus der Familie H. in Eislingen, in dem die Morde geschehen sind. Foto: AP
Das Haus der Familie H. in Eislingen, in dem die Morde geschehen sind. Foto: AP
Ulm - Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen (Kreis Göppingen) haben Zeugen den getöteten Vater erneut als dominant beschrieben. Der Vater sei sehr streng und bestimmend gewesen, sagte etwa eine Nachbarin der ermordeten Familie am Mittwoch vor dem Landgericht Ulm aus. Bei Unterhaltungen habe nur seine Meinung gezählt, und er habe nie versucht, andere Ansichten zu verstehen. Zudem sei der angeklagte Sohn der Familie von seinen Eltern und Schwestern gepiesackt worden. Es habe auch öfter Streit in der Familie gegeben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sohn der getöteten Familie Andreas H. und seinem Schulfreund Frederik B. vor, die Eltern und Schwestern von Andreas H. gemeinsam aus Habgier umgebracht zu haben. Frederik B. hat bereits gestanden, die rund 30 Schüsse in der Nacht auf Karfreitag auf Bitten seines Freundes alleine auf dessen Eltern und Schwestern abgefeuert zu haben.

Eigentlich sollte an diesem Verhandlungstag auch die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde von Eislingen aussagen. Laut Gesetz benötigt sie jedoch eine Aussagegenehmigung, diese hat der Oberkirchenrat bislang nicht erteilt. Pfarrerin Kathinka Korn war eine der ersten, die das Bild der "heilen Familie" ins Wanken brachte. Sie kannte die Familie seit rund zweieinhalb Jahren und sagte in einer Fernsehsendung nach der Tat: "Ich bin mir sicher, dass die ganze Familie unter der Dominanz des Vaters litt."
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