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Wirtschaft & Finanzen
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Elektroautos Daimler fährt mit EnBW

Judith Weber, vom 20.06.2010 09:12 Uhr
Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sitzt in einem smart electric drive. Foto: dpa
Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sitzt in einem smart electric drive. Foto: dpa
Stuttgart - Gemeinsam mit der Energie Baden-Württemberg (EnBW) startet der Automobilkonzern Daimler eine Initiative zur Elektromobilität. Insgesamt sollen in den nächsten beiden Jahren 200 Elektrofahrzeuge auf den Straßen Baden-Württembergs getestet und 700 Ladestationen in Ballungszentren des Südwestens aufgebaut werden. Außerdem sollen bis 2011 zwei bis drei Wasserstofftankstellen errichtet werden. Das teilten die beiden Konzerne am Freitag auf einer Pressekonferenz im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart mit. Der Strom für die Flotte, die vom Smart (reiner Batterieantrieb) über die A- und B-Klasse (reiner Batterieantrieb/ Brennstoffzelle) bis hin zum Transporter Vito (reiner Batterieantrieb) und dem Stadtbus (Brennstoffzellen-Hybrid-Antrieb) reichen wird, soll vor allem aus Wasserkraft gewonnen werden.

Solche Initiativen erhöhten die Akzeptanz von Elektromobilität beim Kunden, sagte der Vorstandschef von Daimler, Dieter Zetsche, und "diese Akzeptanz ist am Ende die Eintrittskarte für flächendeckendes elektrisches Fahren". Seiner Ansicht nach wird der Anteil der Elektroautos im deutschen Straßenverkehr allerdings auch noch in zehn Jahren im unteren einstelligen Prozentbereich liegen. Verantwortlich dafür seien auch die Kosten. "Die Batterie ist der Hauptkostenpunkt", sagte Zetsche. Er sieht hier allerdings erhebliches Einsparpotenzial etwa in der Fertigungstechnik oder bei der Elektronik.

Über die Kosten ist nichts bekannt


Beim Betanken sei ein Stromkilometer deutlich günstiger als ein Benzinkilometer - den deutlich höheren Anschaffungspreis gleiche das aber nicht aus, sagte Zetsche. Mit der EnBW spreche man auch über ein neues Geschäftsmodell, bei dem Händler künftig nicht nur das Elektroauto, sondern auch die Heimladestation und den Ökostrom verkaufen würden.

Der EnBW wird die Lade- und Tankstellen aufstellen und die Energiesteuerung übernehmen. Wenn, wie von der Bundesregierung angestrebt, 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland unterwegs sind, müsste eine zusätzliche elektrische Leistung von 20.000 Megawatt aufgebracht werden, sagte EnBW-Vorstandschef Hans-Peter Villis: "Das ist eine massive logistische Herausforderung." Zum Vergleich: die absolute Jahreshöchstlast liegt hierzulande derzeit bei 80.000 Megawatt. Villis bekannte sich klar zur Brennstoffzelle: "Wenn Energie im Netz vorhanden ist, aber nicht nachgefragt wird, wollen wir sie nutzen, um Wasserstoff herzustellen."

Wie viel sie für das Projekt ausgeben, wollten Daimler und EnBW nicht sagen. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) verwies darauf, dass das Land bis 2014 rund 30 Milliarden Euro in den Ausbau neuer Antriebstechnologien investiert.
Kommentare (2)
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JUN
21
12:32 Uhr, geschrieben von Klaus
Umweltfreundlich
Natürlich sind sie das heute nicht. Aber es geht auch nicht um heute, sondern um ein zukunftsfähiges Modell.
JUN
21
10:33 Uhr, geschrieben von Kommentator
Elektroautos - die Lösung?
Die derzeitige Kampagne für "umweltfreundliche" Elektrofahrzeuge ist, so meine ich, mit Vorsicht zu genießen. Zum einen ist das Problem nach wie vor - wie ja auch im Artikel angedeutet - eine Batterie mit genügend Wirkungsgrad, um auch für längere Strecken zu taugen. Zum zweiten mutet es doch etwas befremdlich an, wenn Energiekonzerne wie die EnBW einerseits die Wichtigkeit der Kernenergie betonen, nun aber offenbar kein Problem darin sehen, für Elektroautos genügend alternative Energiequellen zur Verfügung stellen zu können. Möglicherweise spekulieren die Stromhersteller auf eine durch E-Fahrzeuge deutlich gesteigerte Nachfrage, die dann doch - quasi durch die Hintertür - Kohle- und Atomkraftwerke salonfähig machen könnte. Die Frage bleibt: Sind E-Fahrzeuge tatsächlich so umweltfreundlich, wie sie momentan dargestellt werden?
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