Elektromobilität in Stuttgart Smart sucht seinen Weg im Parkhaus allein

Von fal 

Künftig sollen Autofahrer ihr Gefährt einfach am Parkhaus-Eingang abgeben – Parken und Stromtanken gehen dann automatisch. Die Vorführung in der Hofdienergarage hat unterdessen nicht ganz geklappt.

Der Smart dockt – noch mit Mensch am Steuer – an die Stromtankstelle an. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Smart dockt – noch mit Mensch am Steuer – an die Stromtankstelle an.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Sekt und Schnittchen im Betongrau eines Parkhauses, das gibt es nicht alle Tage: Am Montag aber haben sich in der sechsten Etage der Hofdienergarage rund 200 Personen versammelt, um sich bei entsprechenden Kaltgetränken zwei baden-württembergische Projekte aus dem Bereich der Elektromobilität vorführen zu lassen. Leider gelang die Premiere mit dem selbst fahrenden Smart nicht ganz.

Das Projekt Autoples ist noch Zukunftsmusik: Künftig soll ein Autofahrer sein Gefährt einfach am Eingang eines Parkhauses abgeben können – das Auto sucht sich automatisch eine Parkbucht und dockt sich an die Elektrotankstelle an. „Das ist wegen der vielen Kurven und Hindernisse viel komplizierter als eine autonome Fahrt auf einer Autobahn“, so Franz Loogen, der Geschäftsführer der e-mobil BW. Der Smart schaffte die schwierige Aufgabe beinahe – er fuhr mit Hilfe von vier Laserscannern und speziellen Radsensoren alleine die Kreisauffahrt hinauf und fand den freien Parkplatz, blieb dann aber, statt rückwärts einzuparken, stehen. Was war passiert? Das System hatte die vielen Menschen, die dem Smart zuschauten, als Wand interpretiert – und so stoppte es vorsichtshalber die Fahrt lieber.

Unternehmen sollen ihre Autoflotten umstellen

Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) betonte in seiner Rede in der Hofdienergarage, dass man an Autoples – und am zweiten Projekt Inflott – sehe, dass die Unternehmen und die Forschungseinrichtungen mit der Elektromobilität nicht nur ein neues Antriebssystem erfinden müssten. Es gehe auch ums Parken, ums schnelle Laden und um Informationssysteme. „Baden-Württemberg muss seine Position als Leitanbieter halten“, das muss laut Nils Schmid das Ziel sein.

Beim Projekt Inflott ist man schon auf dem realen Markt angekommen. Es geht erstens darum, das System der E-Mobilität so zu professionalisieren, dass große Unternehmen ihre Autoflotten umstellen. Das könne dem Markt der Elektrofahrzeuge einen großen Schub geben. Dafür müssen aber zweitens die Tankstellen verbessert werden: Sie sollten von unterwegs gebucht werden können, sie müssen für alle Anbieter zugänglich sein, und es sollte verschiedene Wege des Bezahlens geben. Im Rahmen des Projektes wurden jetzt 50 solcher Ladepunkte in Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe und Tübingen aufgebaut, eine davon in der Hofdienergarage. Bei Inflott haben die EnBW, das Fraunhofer-Institut IAO, die Universität Stuttgart und mehrere Firmen zusammengearbeitet. Bei Autoples lag die Koordination dieses „Spitzenclusters Elektromobilität Südwest“ beim Unternehmen Trans Energy Partners.