EM-Auslosung Am Freitag beginnt die Titelplanung
dpa, 02.12.2011 07:07 Uhr
Joachim Löw (rechts) und sein Trainerstab sehen die Vorrunde bei der EM in Polen und der Ukraine nur als Durchgangsstation. Foto: dpa
Joachim Löw (rechts) und sein Trainerstab sehen die Vorrunde bei der EM in Polen und der Ukraine nur als Durchgangsstation. Foto: dpa
"Ich warne davor anzunehmen, dass es nur um Spanien, Holland und Deutschland geht."
Der Teammanager Bierhoff zur Titelfrage bei der EM

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Kiew - Fußballeuropa schaut am Freitag nach Kiew. Joachim Löw sieht die Auslosung der Europameisterschaftsendrunde aber nur als Arbeitsgrundlage für die Verfeinerung seines EM-Titelplans. Am frühen Abend (18 Uhr/ARD, Eurosport) beginnt in der ukrainischen Hauptstadt die Zeremonie, die von 70 TV-Stationen übertragen wird und nicht nur in den beiden Gastgeberländern Ukraine und Polen die Vorfreude auf das Fußballspektakel im kommenden Sommer verstärken dürfte.

Obwohl Löws Auswahl nach der makellosen Qualifikation eine schwere Gruppe droht, da Deutschland nach einer komplizierten Setzliste nur in Lostopf zwei eingeordnet wurde, ist der Bundestrainer entspannt: "Ich lasse mich einfach überraschen." Die Lose hätten laut Löw "keinen großen Einfluss auf das Turnier", würden nur den Masterplan für die am 8. Juni 2012 startende EM konkretisieren.

Am liebsten wäre den Deutschen die Gruppe A

Die deutsche Delegation und die Fans vor den Bildschirmen hierzulande werden bei der einstündigen Auslosung mit am längsten warten müssen, bevor die drei Gegner, Termine und Spielorte der Nationalelf für die Vorrunde feststehen. Am liebsten wäre den Deutschen sicher die Gruppe A, in der Polen als Gastgeber gesetzt ist. Dann könnte Löws Team alle Vorrundenspiele und ein mögliches Viertelfinale in Polen bestreiten. Auch die Vorrundengruppe C würde zunächst drei Spiele beim Nachbarn garantieren. Das erste sogar in Danzig, wo der DFB-Tross in der gesamten EM-Zeit sein Hauptquartier aufschlagen wird. Mit den Gruppen B und D dagegen wären aufwendige Vorrundenreisen in ukrainische Stadien verbunden. Von Danzig nach Donezk wären die Fans beispielsweise mit dem Bus rund 25 Stunden unterwegs.

Das klare Ziel der deutschen Mannschaft ist derweil das Finale am 1. Juli 2012 im Olympiastadion in Kiew. "Ich warne aber davor anzunehmen, dass es nur um Spanien, Holland und Deutschland geht", erklärte der Teammanager Oliver Bierhoff. Wie auch Löw erweiterte der einstige DFB-Kapitän den Kreis der Titelanwärter beim 14. europäischen Fußballchampionat noch um Italien, England und Frankreich. Der dreimalige Europameister Deutschland (1972, 1980 und 1996) könnte in der Vorrunde unterdessen aber auch auf die Außenseiter Polen oder Ukraine, Griechenland oder Schweden und Dänemark oder Irland treffen.

Der Respekt vor Löw und seiner Mannschaft ist gewaltig

Wobei Löw ausdrücklich vor den beiden Gastgebern warnt: "Durch die Begeisterung im eigenen Land und die Unterstützung in den Stadien sind sie sicher besonders motiviert und zu einer Überraschung fähig." Jüngst beim 2:2 in Polen und dem 3:3 in der Ukraine bekam seine Mannschaft das schon zu spüren.

Der Respekt vor Löw und seiner Mannschaft ist bei den Gastgebern dennoch schon vor der Auslosung gewaltig. "Die Deutschen sind eines der besten Teams weltweit", erklärte der ukrainische Superstar Andrej Schewtschenko: "Alle elf Spieler sind untereinander perfekt vernetzt und hervorragend organisiert."

Derweil wird es am Auslosungsabend mit rund 1200 geladenen Gästen auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz Maidan eine Open-Air-Feier für die Kiewer Bevölkerung geben. Auf einer riesengroßen Leinwand an der Fassade des Gewerkschaftshauses wird die Veranstaltung aus dem Kunstpalast Ukraina übertragen - und trotz der winterlichen Temperaturen soll schon einmal ein bisschen Fanmeilenstimmung aufkommen. Im EM-Sommer werden dann an den Spieltagen bis zu 70.000 Besucher in der Fanzone erwartet. Diese wird einen Großteil der Altstadt umfassen.

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