| Zeitungsgruppe Stuttgart |Donnerstag, 23. Februar 2012
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EnBW-Affäre Kapitalspritze für EnBW kommt

Andreas Müller, vom 17.01.2012 21:20 Uhr
Stefan Mappus (CDU) Foto: dapd
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Karlsruhe - Überschattet von neuem Streit über den Untersuchungsausschuss zum EnBW-Deal von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat die grün-rote Koalition am Dienstag einer Kapitalerhöhung für den Karlsruher Energiekonzern zugestimmt. Beide Fraktionen billigten die Zufuhr von 400 Millionen Euro bei einzelnen Gegenstimmen und Enthaltungen, wie die Fraktionschefs Edith Sitzmann (Grüne) und Claus Schmiedel (SPD) nach der Sitzung berichteten. Damit ist der Weg frei für eine entsprechende Garantie des Landtags, mit der die Schuldenaufnahme durch die Landesgesellschaft Neckarpri abgesichert werden soll.

Die Koalition verbindet ihre Zustimmung mit konkreten Erwartungen an die EnBW. Die Grünen wünschen laut Sitzmann, dass das Unternehmen einen "wesentlichen Teil" zum Gelingen der Energiewende in Baden-Württemberg beiträgt. Bis 2020 solle es den Anteil erneuerbarer Energien verdoppeln. Ähnlich wie bei der Milliardenspritze für die Landesbank erwarte der Landtag im Rahmen des aktienrechtlich Zulässigen regelmäßige Berichte.

Schmiedel wertete das Plazet der SPD als Signal für ein dauerhaftes Engagement des Landes bei der EnBW. Damit biete man den Stadtwerken die notwendige Verlässlichkeit für eine Kooperation. Anstatt sich zu "bekriegen", sollten die kommunalen Akteure künftig die Kooperation mit der EnBW suchen. Beide Fraktionen verteidigten den Weg über die Gesellschaft Neckarpri, die Mappus für das Fünf-Milliarden-Geschäft gegründet hatte.

Morgan Stanley unter Beschuss

Zwei Wochen vor dem Start des Untersuchungsausschusses zum EnBW-Deal wird derweil immer härter um die Aufklärung gerungen. Dabei rückt die Investmentbank Morgan Stanley, die Mappus bei der Transaktion beraten hatte, in den Mittelpunkt der Diskussion; die zuständige deutsche Filiale wird vom Mappus-Freund und langjährigen CDU-Landesvorständler Dirk Notheis geführt.

Die Bank gewährt in einem geschützten Datenraum zwar Einblick in ihre internen Informationen, besteht jedoch darauf, dass diese vertraulich behandelt werden. Dies stellt den Ausschuss vor erhebliche Probleme, wie der Vorsitzende Ulrich Müller (CDU) der dpa sagte. Er zeigte einerseits Verständnis für Morgan Stanley, plädierte aber zugleich für Transparenz. Es könne eigentlich nicht sein, dass das Beweismaterial für die zentrale Frage der Wertermittlung der EnBW-Aktien nicht verwendet werden dürfe.

Grüne und SPD warfen der Bank vor, aus taktischen Gründen zu mauern. Einiges spreche dafür, dass es sich um eine zwischen Mappus und Notheis abgestimmte Strategie handle. Der SPD-Fraktionschef Schmiedel sprach von einem gezielten "Verwirrspiel": Erst verbreite Morgan Stanley über die Medien, der Wert der Aktien sei mit Unterlagen von 10.000 Seiten gründlich ermittelt worden, dann würden eben diese Unterlagen für geheim erklärt.

Mappus ist "die Spinne im Netz"

Im Gegensatz zu Müller bezweifelte Schmiedel, dass die Bank ihre Methoden der Wertermittlung schützen müsse. Tatsächlich hatte sie mitgeteilt, es sei das gleiche Verfahren wie bei anderen großen Transaktionen angewandt worden. Auf eine StZ-Anfrage hat die Bank bisher nicht reagiert.

Anhaltende Kritik gibt es an einem Auftritt von Mappus bei der Arbeitsgruppe der CDU-Fraktion, die den Ausschuss vorbereitet. "Ich werte es schon etwas kritisch", sagte nun auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Zuvor hatte die Grünen-Fraktion kritisiert, dass der zentrale Zeuge vor seiner Vernehmung mit seinen Parteifreunden zusammentreffe.

Der Ausschusschef Müller verteidigte gegenüber dpa den Auftritt: "Das war eine denkbar harmlose Information." Da noch keine Akten vorlägen, habe man sich von Mappus einen Überblick geben lassen: "Er ist die Spinne im Netz, die den besten Überblick hat", sagte Müller. Laut der Regierung steht nun fest, dass Mappus vor dem Ausschuss aussagen kann.

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JAN
18
10:55 Uhr, geschrieben von Kiederer Jahn
FARCE X 4 - Aushebelung jeglicher Scham vor Unaufrichtigkeit X 4
1: CDU bereitet den Untersuchungsausschuss von CDU-Mappus. 2: CDU-Mappus trifft sich davor mit zur Absprache mit der CDU-Gruppe. 3: Kretschmann: "Ich werte es schon ETWAS kritisch", sagte nun auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann. 4: StZ berichtet darüber als nichts wäre!
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JAN
18
06:56 Uhr, geschrieben von Baldrian
Die Amigos von der CDU schlagen wieder zu
Verfassungsbrecher Mappus und sein Bankamigo Notheis - quasi diejenigen die auf der Anklagebank sitzen - sind beide bei der CDU und es liegt doch nahe, dass man sich mit dem Ankläger - Müller (CDU) an einen Tisch setzt und abspricht, was wie in scheibchen verraten wird und v.a. was nicht. Also alles wie immer: Die Amigos von der CDU schlagen wieder zu und demonstrieren ein verlottertes Demokratieverständnis. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Mappus wäre in den Urlaub gegangen.
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