Energiemusterhaus Sobek darf am Weißenhof bauen

Von bra 

Für das Projekt eines Energiemusterhaus hat eine Mehrheit im Gemeinderat entschieden, dem Stuttgarter Architekten Werner Sobek ein städtisches Grundstück am Bruckmannweg zu überlassen.

Der Stuttgarter Professor Werner Sobek Foto: Archiv
Der Stuttgarter Professor Werner SobekFoto: Archiv

Stuttgart - Der Stuttgarter Uniprofessor Werner Sobek kann sein Energiemusterhaus in der Weißenhofsiedlung realisieren. Der Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats hat am Freitag mit den Stimmen von CDU, SPD, Freien Wählern und FDP der kostenlosen Überlassung eines städtischen Grundstücks am Bruckmannweg zugestimmt. Grüne und SÖS/Linke enthielten sich.

Wie berichtet, war der Standort für Sobeks Projekt, das in ähnlicher Form bereits in Berlin existiert, im Gemeinderat bis zuletzt umstritten. Die Grünen hatten Alternativvorschläge unterbreitet, die allerdings von der Wirtschaftsförderung und der Stadtplanung unter Hinweis auf fehlendes oder nicht ausreichendes Planungsrecht als nicht geeignet beurteilt worden sind. Sobek selbst hatte mit Hinweis auf die auslaufende Frist für die Bewilligung von Fördermitteln des Bundes für das sogenannte E-Lab eine Entscheidung gefordert. Andernfalls werde er das Haus andernorts realisieren. Auch der Verein der Freunde des Weißenhofs hatte den Standort kritisiert. Sobek soll nun die konkreten Pläne im Technikausschuss vorstellen.

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11 KommentareKommentar schreiben

EHa, 22:07 Uhr: Sie stehen mit Ihrer Meinung nicht allein da.: Bei den 'Kritikern' ist auch sehr viel Neid und Missgunst zu erkennen. Die Bauhausarchitekten würden den Bau begrüßen und Prof. Sobek willkommen heißen.

Sumpf: Dieser Filz-Sumpf aus CDU, SPD, Freien Wählern und FDP muss bei der nächsten Gemeinderatswahl endgültig trocken gelegt werden. Erbärmliche Provinzhonoratioren, die untereinander ausmachen, wie sie ihre Pfründe verteilen, nichts anderes

lebendige Gestaltungskraft: Die Kritiker des von Prof. Sobek geplanten Energiemusterhauses stellen sich mir als engstirnig und hausbacken dar. Mit deren Einstellung wäre wohl nicht einmal die Weißenhofsiedlung gebaut worden. An sich könnte man doch stolz sein, dass ein international so anerkannter Ingenieur und Architekt in Stuttgart ein Haus errichten will, das ökologisch in seiner Architektur zukunftsweisend ist und deshalb auch auf viel Interesse außerhalb Stuttgarts stoßen wird. Oder hält man es hiesigen Ortes mehr mit der Ideologie aus den 30ger Jahren, in denen man der Brenzkirche, die ursprünglich im Stil der Weißenhofsiedlung errichtet war, ein spitzgiebeliges Dach verpasst hat, weil das damals moderne Dach 'zu undeutsch' war?

Sobek-Bau muss verhindert werden!: Elf Gebäude der Weißenhof-Siedlung stehen uner Denkmalschutz. Auf der Wiese vis-á-vis des Mehrfamilienhauses von Mies van der Rohe stand bis zur Bambardierung im Zeiten Weltkrieg eines der Flachdachhäuser von Richard Döcker. Soweit ich informiert bin, gehören die Grundstücke dem Bund und nicht der Stadt. Es muss alles versucht werden, dass Herr Sobek dieses Grundstück nicht zur Eigenwerbung in Nachbarschaft von Mies van der Rohe und Le Corbusier erhält. Jeder andere Stuttgarter Architekt hätte genausogut ein Recht darauf. Außerdem wird von französischen Fachleuten seit Jahren darauf hingearbeitet, dass die Bauten Le Corbusiers weltweit zum UNESCO-Weltkultruerbe ernannt werden. Ein Sobek-Fremdkörper in der Nachbarschaft würde massiv schaden. Aber darüber denken die absolut kulturell unterbelichteten SPDler im Gemeinderat nicht nach, obwohl ja SPD-Mitglieder im Vorstand des Vereins der Freunde der Weißenhofsiedlung sitzen. Sein privates Glashaus, mit dem Sobek sich ja auch in diversen Architekturzeitschriften profilierte, konnte er ja auch nur dank des einmalig in einer Schlucht gelegenen Bauplatzes realisieren. An allen andern Orten in Stuttgart würde er ja voll auf dem Präsentierteller sitzen. Auch da haben ihm wohl seine Kontakte zur CDU geholfen.

Grundstücküberlassung: Wann überlässt der Gemeinderat mir ein Grundstück in Stuttgart - kostenlos natürlich? Ich sehe nicht so cool aus und bin auch nicht so eitel wie dieser Pfau, aber gilt nicht gleiches Recht für alle? Oder wurde hier mal wieder geschmiert? In der Stadtverwaltung ja üblich wie man hört, z.B bei gewissen Einkäufern!!!! Also warum auch nicht den Gemeinderat schmieren ist doch effektiver als ein kleiner Beamter! --------------------------------------------------------------------------------------------- Lieb Vaterland magst ruhig sein..............................

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