Stuttgart - Die Stadtwerke Stuttgart sind gegründet – sie sollen künftig, was den Strom angeht, in drei wesentlichen Feldern tätig sein. Erstens wollen sie den Bürgern grünen Strom anbieten. Zweitens wollen die Stadtwerke selbst Strom aus erneuerbaren Energien produzieren; das wird allerdings noch eine Weile dauern. Und drittens will die Stadt die Stromnetze von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) zurückkaufen. Die Bürgerinitiative „Hundertstrom“ hat 27 500 Unterschriften übergeben – denn sie will, dass die Stadt das Netz alleine betreibt. Aber warum ist das Stromnetz so wichtig? Und welche Möglichkeiten hat die Stadt? Die StZ gibt Antworten.
Was ist eine Stromkonzession?
Die meist unterirdisch verlegten Stromleitungen auf Stuttgarter Gemarkung sind rund 4500 Kilometer lang. Im Moment hat die Stadt Stuttgart dieses Netz der EnBW überlassen, die dafür jährlich etwa 50 Millionen Euro an Konzessionsabgaben an die Stadt bezahlt. Die Abgabe ist die Gegenleistung dafür, dass die Stadt der EnBW den lukrativen Netzbetrieb überlässt und ihr das Recht einräumt, auf öffentlichen Straßen Leitungen zu verlegen. Zum 1. Januar 2014 kann die Stadt diese Konzession, die immer auf 20 Jahre vergeben wird, zurückkaufen.
Wie viel kostet der Rückkauf des Netzes?
Darüber verhandeln die Stadt und die EnBW gerade. Horváth und Partners, Gutachter im Auftrag der Stadt, gehen von 105 Millionen Euro aus. Spätestens zum Jahresende soll der Verkaufspreis klar sein. Gleichzeitig spricht die Stadt mit der EnBW auch über den Rückkauf des Wassernetzes (etwa 160 Millionen Euro) und des Gasnetzes (etwa 80 Millionen Euro).
Warum ist der Besitz des Netzes wichtig?
Die Bürgerinitiative „Hundertstrom“ ist der Ansicht, dass die Stadt nur dann eine dezentrale ökologische Energieversorgung aufbauen kann, wenn sie selbst Leitungen bauen kann. Auch über Neuerungen wie intelligente Stromzähler entscheidet der Besitzer. Außerdem wolle jeder Partner am Netz verdienen, was den Geldzufluss an die Stadtkasse verringere. Diese Ansicht ist aber nicht unumstritten. In das bestehende Netz könnte die Stadt Stuttgart jederzeit Strom einleiten, auch wenn es ihr nur in Teilen gehörte.
Was sind die Vorteile des Rückkaufs?
Die Stadtwerke könnten eine Rendite von sieben bis neun Prozent erzielen, was manche Betreiber den Anteilseignern sogar garantieren. Auch ist man unabhängiger in der kommunalen Energiepolitik.
Wo liegen die Risiken?
Die Stadtwerke Stuttgart besitzen derzeit kein Knowhow und keine Mitarbeiter, um das Stromnetz selbst zu betreiben. Sie müssten vermutlich Mitarbeiter der EnBW übernehmen. Die Entflechtung der Netze könnte zusätzlich zum Kaufpreis bis zu 70 Millionen Euro kosten; das könnte bei einer Kooperation mit der EnBW entfallen. Daneben fallen laut Gutachten pro Jahr elf Millionen Euro für die Erneuerung des Netzes an. Auch ein zu hoher Kaufpreis könnte die Wirtschaftlichkeit schmälern. Und: mit dem Rückkauf des Netzes erhalten die Stadtwerke keineswegs die Stromkunden der EnBW: Sie müssen um jeden Kunden werben.
Welche Möglichkeiten hat die Stadt nach dem Rückkauf?
Die Stadt kann die Konzession an ihre Stadtwerke übertragen und somit das Netz quasi selbst betreiben. Sie kann als Netzinvestor den Betrieb des Netzes im Ganzen an einen Dritten übergeben. Oder sie nimmt einen Partner ins Boot, mit dem sie sich zusammen um das Netz kümmert. Horváth und Partners raten dazu, das Netz zu kaufen, es aber dann einem Betreiber zu überlassen, um die „operativen Risiken“ zu minimieren. Teile des Gemeinderates tendieren dazu, die EnBW als Gesellschafter in die neuen Stadtwerke aufzunehmen.
Was ändert sich für die Stromkunden?
Da die Durchleitungsentgelte festgelegt sind, spielt es für den Kunden keine große Rolle, wer der Netzbesitzer und -betreiber ist. Indirekt ist es aber aus Sicht des Bürgers wünschenswert, dass die Netzrendite in die Stadtkasse fließt und nicht an einen privaten Konzessionär.
Wie gehen andere Städte vor?
Insgesamt laufen in den nächsten Jahren Hunderte von Stromkonzessionen aus. Ludwigsburg beispielsweise hat entschieden, das Netz selbst zu betreiben. Andere Städte tun sich mit einem Partner zusammen. Die allermeisten aber verlängern die Konzession einfach mit der EnBW – rund 600 Konzessionen hat der Stromkonzern bereits wieder in der Tasche.


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Der Poker mit der EnBW beginnt......
......eine völlig unzutreffende Überschrift für einen faktisch äußerst oberflächich recherischerten Artikel. Um es auf den Punkt zu bringen, ohne schwammiges Halbwissen unter die überwiegend unbedarften Leserinnen und Leser Ihres ehemalig den Konzervativen nahe stehenden Blattes zu bringen, als einzig für alle Belange der zukünftigen Daseinsversorgung der Stadt Stuttgart zweckdienliche Lösung die jetzige sich um diese Belange ehemaligen Stadwerke in verändeter Namensgebeung und Strukkturierung, die da hießen und heißen TWS dann NWS und jetzt EnBW Regional AG Stuttgart als den aus der vorhandenen Sachlage resultierenden Kern der zukünftigen Stuttgarter Stadtwerke zu sehen. Dies ist die einzig politisch und wirtschaftlich vertretbare Lösung für die jetzige und zukünftige Gesamtversorgungslage der Stadt Stuttgart. Es wäre eine vernünftige überfällige Korrektur einer fatalen Fehlentscheidung , dem Verkauf der dahemaligen Neckarwerke Stuttgart AG ( NWS ) im Oktober 2003 an die EnBW, unter dem dahemaligen verantwortlichen jetzigen OB Schuster und Teilen der dahemals verantwortlichen jetzigen Stadträte. Es wäre eine für alle Beteiligten ein vernünftiger Neubeginn ohne große Reibungsverlußte, die sich dadurch vermeiden ließen.
Was ist das für eine Nummer? Eine GRÜNE!
Das hört sich ja alles nach einem grasgrünen Dukatenesel an, toll! Bis auf diese blöden „operativen Risiken“und der Tatsache, daß es vorher was kostet. Aber warum nicht? Wenn die EnBW nicht will, dann wird sie halt müssen. Gut, daß Mappus ihnen den Laden gekauft hat, hahaha! Insgesamt wirkt das wie ein TYPISCH GRÜNES Projekt: Kein Preis der Welt ist zu hoch, wenn`s um was "Gutes" geht (Achtung: hier liegt eigene, GRÜNE Definition zugrunde!) und fehlen tut mal wieder komplett, na wer? Genau: Der Kunde! Der, wo beispielsweise ständig nach Elektroautos schreit, um sie dann nicht zu kaufen und ständig mit den Hufen scharrt, um endlich auch mehr eigenes Geld für bereits subventionierten Ökostrom ausgeben zu dürfen, Scharen werden kommen, ich sag`s Euch! Ach ja, wo der "gute" Strom herkommt, das findet sich bei den GRÜNEN sicher auch noch an! Und wenn keiner da ist, war`s halt der Rösler mit seiner Pfui-Deibel-Solarsubventionskürzung, dieser schlechte Mensch! Jeder Nichtgrüne würde stattdessen endlich mal aus`m A... kommen und eine Strategie für die EnBW auflegen statt diese Fakenummer unter wackligen Voraussetzungen und voraussichtlicher Ausplünderung der EnBW für einen "guten Zweck" in die Welt zu gaunern. Aber so sind GRÜNE nunmal, der Spaltpilz lag bereits in ihrer Wiege und grinste sich hinterlistig einen ab!
schlecht recherchiert
Kurz vorweg: ich bin nicht gegen die Stadtwerke Stuttgart, nur ist der ganze Artikel schlecht recherchiert. Das Thema Konzessionsabgaben ist -wie schon Kein Stuttgarter geschrieben hat- inhaltlich völlig falsch dargestellt. Auch die Themen "neutrale Netze" und die Pflicht zum vorrangigen Einspeisen erneuerbarer Energien für die Netzbetreiber scheinen bei manchem noch nicht angekommen zu sein (ein Blick in die entsprechenden Gesetze -EnWG, EEG, die NZV und NEV für Strom und Gas- könnte helfen). D.h. wer sich die alten Zeiten zurückträumt und dabei die rechtlichen Änderungen verschlafen hat, wird böse aufwachen. Wichtig und richtig ist aber, dass dann die Gewinne nicht mehr in die Taschen der Großaktionäre (insbes. Land und OEW) fließen, sondern in die Taschen der Stadt Stuttgart und die kann das Geld sicher gut gebrauchen.