Entgleister Güterzug Bergungsarbeiten sind aufwändig
Susanne Janssen, 17.03.2010 06:58 Uhr
 Foto: Benjamin Beytekin
Foto: Benjamin Beytekin
Stuttgart - Die Bergungsarbeiten am entgleisten Güterzug in Bad Cannstatt haben am Dienstag den ganzen Tag angedauert – ein Ende ist noch nicht abzusehen. Am Montagabend war gegen 21 Uhr ein Güterzug mit zwei Loks und 20 mit jeweils 80.000 Liter Diesel gefüllten Kesselwagen entgleist. Nach Angaben eines Bahnsprechers steht die Ursache des Unglücks noch nicht fest. "Die zweite Lok ist aus den Gleisen gesprungen, daraufhin sind die Wagen in die erste Lokomotive hineingerutscht", so der Bahn-Sprecher. Die erste Lok kippte um, der Lokführer erlitt einen Schock.

Die Strecke bleibt mindestens noch für ein paar Tage gesperrt. Heute soll der verunglückte Zug mit einem Spezialkran geborgen werden. Danach überprüft das Eisenbahnbundesamt die Strecke. Der Schaden geht nach Angaben der Bahn in die Millionen. Für die Umwelt ist das Unglück glimpflich abgegangen: Nur einige Hundert Liter Diesel waren versickert, das verseuchte Erdreich wurde abgetragen. Die Feuerwehr war mit 60 Mann im Einsatz und pumpte den leckgeschlagenen Kesselwagen leer.

Die Straße zwischen Bad Cannstatt und Untertürkheim bleibt mindestens noch am Mittwoch gesperrt. Die Stadtbahnlinie U13 ist zwischen Augsburger Platz und Untertürkheim unterbrochen, die SSB haben einen Busersatzverkehr eingerichtet. Auch die Schusterbahn zwischen Untertürkheim und Kornwestheim fällt aus, Güterzüge werden weiträumig umgeleitet.
Kommentare (2)
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MRZ
17
Wolfgang Arlt, 10:39 Uhr

Entgleisungen

Als vor ein paar Jahren der Nachtzug München-Mailand/Paris in Stuttgart- Zuffenhausen in der Rechtskurve Richtung Kornwestheim mit mehreren Wagen entgleist ist, bei niedriger Geschwindigkeit als normal üblich dort gefahren wird, hat man danach auch nie mehr etwas über den Entgleisungsgrund erfahren! Warum auch?

MRZ
17
Finke, DB Training, 08:52 Uhr

Unfall in Bad Cannstatt

Die Bilder von dem Zugunglück sind niederschmetternd. Was mich als Eisenbahn sehr daran stört, ist, daß es die Bundespolizei nicht für nötig hält - auch wenn die Strecke gesperrt ist und die beiden Bundespolizisten sind - jeweils eine fluoriszierende Warnweste überzustreifen um sich erst dann im Gleis zu bewegen. Normalerweise hätten die beiden Beamten eine Anzeige verdient.