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Entlastung für die Pragstraße Neuer Anlauf für den Rosensteintunnel

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, vom 01.07.2011 09:00 Uhr
Der Rosensteintunnel soll die Pragstraße um 20.000 Autos am Tag entlasten. Foto: Steinert
Der Rosensteintunnel soll die Pragstraße um 20.000 Autos am Tag entlasten. Foto: Steinert
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Stuttgart - Das Reizthema Rosensteintunnel geht in eine neue Runde: Die Bezirksbeiräte Mitte, Nord, Ost, Bad Cannstatt, Zuffenhausen und Feuerbach haben den Auslegungsbeschluss für den neuen Bebauungsplanentwurf am Donnerstagabend auf einer gemeinsamen Sitzung im Bürgerhaus Rot nach kontroverser Debatte mit 31 zu 28 Stimmen gebilligt.

Am nächsten Dienstag entscheidet der Gemeinderat über den zweiten Entwurf für das umstrittene Verkehrsprojekt. Gegen die zurückgezogenen Pläne hatte es 660 Einsprüche von Bürgern gegeben.

Die Befürworter hoben die Chance zur Verkehrsentlastung in Wohngebieten hervor. "Wir brauchen den Rosensteintunnel", hieß es aus dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt. Ein Kritiker aus dem Osten nannte den umstrittenen Tunnelbau hingegen ein "Projekt aus dem vergangenen Jahrtausend".

Die Stadt hat den Bebauungsplan für den fast 200 Millionen Euro teuren Rosensteintunnel in den vergangenen Monaten überarbeitet. Die alte Vorlage enthielt laut Kommune zu hohe Prognosen über den Zuwachs des Lastwagenverkehrs. Der neue Entwurf geht von weniger Schwerverkehr zwischen der B 10/27 in Zuffenhausen und der B 10 im Stuttgarter Osten hinter dem Leuzebad aus. So sollen in Zuffenhausen laut der neuen Prognose "Planfall 2020" nach dem Tunnelbau täglich nur noch 8300 Lastwagen unterwegs sein - bei Auslegung des ersten Bebauungsplans waren es noch 14 100. Auch im Bereich der Heilbronner Straße in Feuerbach wird ein von 14 800 auf 9600 Fahrzeuge gesunkener Schwerverkehrsanteil vorausgesagt. Die bisher verwendeten Zahlen hätten "deutlich überzeichnete Größenordnungen" aufgewiesen. Ein weiterer Anlass für die erneute Auslegung seien die vielen "Anregungen" von Bürgern gewesen.

Baubürgermeister plädiert für Tempolimits auf B 10 und B 27

Aus Sicht der Stadt sollen die beiden Tunnelröhren "einen Engpass im Stuttgarter Hauptverkehrstraßennetz beseitigen". Die sich mit Pragtunnel und ausgebauter Heilbronner Straße ergebende Leistungssteigerung biete die Chance, Schleichverkehr durch angrenzende Stadtgebiete auf der neuen Tunneltrasse zu konzentrieren. Dadurch verringerten sich in Bad Cannstatt in der Prag- und Schönestraße sowie in der Neckarvorstadt die Lärmpegel und Schadstoffwerte. Wohngebiete in Zuffenhausen, Mitte und Ost seien allerdings "von hohen Luftschadstoff- und Lärmimmissionen betroffen".

Dazu zählen neben Freiflächen im Stadtbezirk Ost auch die Wohnbereiche an der Pragstraße beim Löwentor, wo der Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft bereits heute deutlich überschritten ist. Laut Vorlage führt der Bau des Rosensteintunnels in diesen Gebieten "zu zusätzlichen Schadstoffimmissionen von bis zu 18 Mikrogramm NO2". In Zuffenhausen verursacht der Tunnel in Bereichen, in denen der NO2-Jahresgrenzwert bereits überschritten sei, ebenfalls mehr dicke Luft. "Die projektbedingten zusätzlichen Luftschadstoffe sind aber mit ein bis zwei Mikrogramm NO2 gering", heißt es in der Vorlage. Baubürgermeister Matthias Hahn sagte zu, dass er sich für Tempolimits auf der B 10/27 einsetzen werde: "Ich habe dort kein Problem mit Tempo 60."

Die Bürgerinitiative Schutzgemeinschaft Krailenshalde in Zuffenhausen vermutet, dass die Stadt die Lastwagenzahlen nach unten korrigiert hat, um nicht noch höhere Schadstoffwerte einräumen zu müssen. Ein Lastwagen stoße so viel Stickoxide wie zehn Personenwagen aus. "Die Stadt hat aber die Pflicht, Grenzwerte einzuhalten und nicht noch mehr gesundheitsgefährliche Schadstoffe draufzusatteln", kritisierte Annemarie Raab, die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft. Der Tunnelbau führe auf der mitten durch den Stadtbezirk verlaufenden B 10/27 zu einem Zuwachs von fast 30 000 auf 90 000 Fahrzeuge am Tag. "Erfreulich ist nur, dass die Stadt den Rosensteintunnel nicht mehr als Maßnahme zur Luftreinhaltung anpreist."

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Kommentare (26)
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JUL
03
10:39 Uhr, geschrieben von tunnel
so siehts aus
http://www.stuttgart-baut.de/images/aktuelles/rosensteintunnel_stuttgart.jpg
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JUL
01
19:53 Uhr, geschrieben von Wilfried
Entwurf
"Der neue Entwurf geht von weniger Schwerverkehr zwischen der B 10/27 in Zuffenhausen und der B 10 im Stuttgarter Osten hinter dem Leuzebad aus" Was machen wir, wenn die auswärtigen Fahrer den Entwurf nicht kennen und trotzdem durch Zuffenhausen donnern? Kompromissvorschlag: Wir lassen den Bahnhof, so wie er ist und verlängern den Rosensteintunnel bis etwa zum Porschemuseum. Alle gewinnen, da der Bahnhof weiterhin funktioniert, die Zuffenhausener, da kein Lärm und Dreck mehr und die Tunnelbauer haben auch ihren Umsatz.
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JUL
01
17:37 Uhr, geschrieben von Manfred
Entlastung für die Pragstraße..
Das ist aber jetzt ein dummer Zeitpunkt mit dem "Rosensteintunnel"; diese unsäglichen Demonstranten gegen S 21 haben jetzt keine Zeit auch noch dagegen zu demonstrieren und rumzusitzen! Könnte man daher mit dem Rosensteintunnel nicht warten , bis S21 fertig ist und die Demonstranten wieder etwas Luft haben? Bitte überfordert diese Demonstranten doch nicht! Ach ja, ich hätte da auch noch was zum Demonstrieren: mein Nachbar will für seine Drillinge drei neue Garagen bauen da diese volljährig werden und zum Geburtstag jede/r ein Auto bekommt! Könnte man da nicht auch dagegen protestieren? Also von mir aus darf er ja bauen.... aber diese Demonstranten sind doch sicher dagegen, wissen vom Neubau dieser Garagen nur nocht nichts ! Ich hoffe, daß ich diese Wissenslücke hiermit geschlossen habe!
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