Eppelheim Kühne Sportparkpläne geplatzt
Johanna Eberhardt, 09.02.2012 17:02 Uhr
"Die Arbeit eines ganzen Jahres wird im Archiv landen", sagt der Bürgermeister von Eppelheim, Dieter Mörlein. Foto: Schall
"Die Arbeit eines ganzen Jahres wird im Archiv landen", sagt der Bürgermeister von Eppelheim, Dieter Mörlein. Foto: Schall

Eppelheim - Es solle „etwas ganz Großes werden“. Das hatte Dieter Mörlein, der Bürgermeister von Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) erklärt, nachdem im Mai vorigen Jahres bekannt geworden waren, dass auf 15 Hektar Acker- und Freiflächen seiner Gemarkung ein ausgedehntes Trainingszentrum für asiatische Spitzensportler geplant sei. Auf dem Gelände an der A 5, wo Mörlein vor einigen Jahren mit der Idee zum Bau eines Fußballstadions für die TSG 1899 Hoffenheim gescheitert war, sollten nun mehrere Sporthallen, eine Schwimmhalle mit Turmsprunganlage, ein Fußballplatz, ein Kraftsportzentrum, eine Leichtathletikanlage sowie ein Hotel mit 300 Betten und Konferenzraum entstehen.

Insgesamt 6000 Sportlerinnen und Sportler aus Fernost sollten das Gelände vor den Toren Heidelbergs schon in naher Zukunft bevölkern, stellte Mörlein damals in Aussicht. Als Investor präsentierte er das Olympic Council of Asia (OCA), in dem, unter Führung des kuwaitischen Scheichs Ahmad al-Fahad Saba, Verbände aus 45 Ländern von Kuwait bis Neuseeland zusammengeschlossen seien. Bis Mitte Mai 2012 , könnten die Bebauungspläne vorliegen, kündigte Mörlein seinerzeit an. Dann könnten die Interessenten aus Fernost loslegen. Die Kosten für das Zentrum seien auf etwa 100 Millionen Euro veranschlagt.

Eppelheim beerdigt Trainingszentrum

Jetzt sind die Träume offenbar ausgeträumt. Mit einer E-Mail an den Regionalverband Rhein-Neckar hat die Stadt Anfang der Woche einen Antrag auf Änderung des Regionalplans und die Ausweisung einer Sonderfläche für die Anlage zurückgezogen. „Für Bürgermeister Mörlein ist das Projekt Trainingszentrum beerdigt“, teilte die Stadt wenig später in einer dürren Presseerklärung mit. Er bedauere, dass eine große Chance verspielt worden sei. Nicht nur Eppelheim hätte durch den Verkauf der Grundstücke profitiert, „die ganze Metropolregion hätte ihr internationales Image mit dieser Anlage, die einmalig in Europa gewesen wäre, verbessern können“, heißt es in der Presseerklärung.

Der Gemeinderat der kleinen Stadt reagierte hingegen überwiegend erleichtert. Mörlein sei nicht mehr viel übrig geblieben, als das Projekt zu den Akten zu legen, meinte der Fraktionsvorsitzende der SPD. Auf der Straße sei bereits gespottet und gelacht worden. Das gesamte Vorhaben sei nur eine „einzige Luftblase“ gewesen, erklärte die Sprecherin der Grünen.

Kommentare (1)
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FEB
10
wowe, 09:05 Uhr

nicht fair

Die Details zu der geplanten Sportanlage kenne ich nicht. Es ist aber unfair jetzt nachzutreten. Wer nichts macht, macht nichts falsch. Gerade diese Haltung wirft man Beamten oft vor. Dass man Phantasieprojekte wie den Trump-tower oder die Olympiabewerbung Stuttgarts realistisch abklopfen muss, bevor man viel städtisches Geld als Vorleistung bringt, sollte klar sein. Dass so etwas auch gut gehen kann sieht man an dem Projekt des Herrn Sawiris in Andermatt. Solange der Herr Mörlein noch nicht viel Geld ausgegeben hat, sollte man weniger spöttisch über sein Bemühen berichten.

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