Erdbeben in Haiti
Teuerste Katastrophe der Moderne
Klaus Ehringfeld,
18.02.2010 09:14 Uhr
Der Wiederaufbau dauert lange. Nach Schätzungen ist die Volkswirtschaft zwischen "zehn und fünzig Jahre" zurückgefallen. Foto: AP
Port-au-Prince - Das Erdbeben in Haiti ist nach Berechnungen der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) die größte und teuerste Naturkatastrophe der Moderne. Die IDB geht von 200.000 bis 250.000 Toten bei dem Beben vom 12. Januar aus und einem Schaden an der Infrastruktur von acht bis 14 Milliarden Dollar.
Haiti war bereits vor dem Beben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und erinnerte an ein Stück Afrika in Lateinamerika. Es sei schwer, genaue Zahlen zu berechnen, betonte der IDB-Experte Andrew Powell, der für die Studie rund zweitausend Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte miteinander verglichen hat. Er schätzt, dass die Volkswirtschaft Haitis "zwischen zehn und fünfzig Jahren zurückgefallen ist". Dementsprechend teuer werde der Wiederaufbau werden.
Die IDB kalkuliert die Kosten auf bis zu 14 Milliarden Dollar. Es müssten Straßen, Krankenhäuser, Schulen und Regierungsgebäude völlig neu errichtet werden. Laut der IDB ist kein einzelnes Land jemals so hart von einer Naturkatstrophe getroffen worden wie Haiti. Selbst der Tsunami von 2004 hat relativ gesehen geringere Zerstörungen angerichtet - die rund zweihunderttausend Toten und die Schäden teilten sich damals zwölf Länder.
In Indonesien, dem am härtesten von der Tsunami-Wucht getroffenen Land, wurden 772 Menschen pro eine Million Einwohner getötet. Die Schäden beliefen sich auf rund zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Fall von Haiti entsprechen die offiziellen 230.000 Toten einem Durchschnitt von 25.000 Toten pro eine Million Einwohner. Die Schäden übersteigen das Bruttoinlandsprodukt der Inselrepublik, das bei rund sieben Milliarden Dollar liegt. Auf dem UNO-Entwicklungsindex findet sich Haiti auf Platz 149 von 182 Staaten. Schlechter geht es den Menschen nur in Liberia oder Sierra Leone.
Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in dem karibischen Armenhaus liegt bei rund 600 Dollar und damit rund fünfmal niedriger als in der Dominikanischen Republik. "In zehn Jahren wird das Land erst ein Drittel seiner Einnahmen erzielen, die es vor dem Beben hatte", sagte Powell.
Haupteinnahmequelle Haitis waren die Lohnveredelung im Textilbereich sowie der Export von wenigen landwirtschaftlichen Gütern wie Mangos und Kaffee. Gestern reiste der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach Haiti. Er wollte ein Programm vorstellen, das auf den Ausbau der Landwirtschaft und des Tourismus sowie eine Dezentralisierung der Verwaltung abzielt. Es ist der erste Besuch eines französischen Staatschefs in Haiti seit der Unabhängigkeit vor 206 Jahren.
Haiti war bereits vor dem Beben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und erinnerte an ein Stück Afrika in Lateinamerika. Es sei schwer, genaue Zahlen zu berechnen, betonte der IDB-Experte Andrew Powell, der für die Studie rund zweitausend Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte miteinander verglichen hat. Er schätzt, dass die Volkswirtschaft Haitis "zwischen zehn und fünfzig Jahren zurückgefallen ist". Dementsprechend teuer werde der Wiederaufbau werden.
Die IDB kalkuliert die Kosten auf bis zu 14 Milliarden Dollar. Es müssten Straßen, Krankenhäuser, Schulen und Regierungsgebäude völlig neu errichtet werden. Laut der IDB ist kein einzelnes Land jemals so hart von einer Naturkatstrophe getroffen worden wie Haiti. Selbst der Tsunami von 2004 hat relativ gesehen geringere Zerstörungen angerichtet - die rund zweihunderttausend Toten und die Schäden teilten sich damals zwölf Länder.
In Indonesien, dem am härtesten von der Tsunami-Wucht getroffenen Land, wurden 772 Menschen pro eine Million Einwohner getötet. Die Schäden beliefen sich auf rund zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Fall von Haiti entsprechen die offiziellen 230.000 Toten einem Durchschnitt von 25.000 Toten pro eine Million Einwohner. Die Schäden übersteigen das Bruttoinlandsprodukt der Inselrepublik, das bei rund sieben Milliarden Dollar liegt. Auf dem UNO-Entwicklungsindex findet sich Haiti auf Platz 149 von 182 Staaten. Schlechter geht es den Menschen nur in Liberia oder Sierra Leone.
Haiti bekommt die Nachwirkungen zu spüren
Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in dem karibischen Armenhaus liegt bei rund 600 Dollar und damit rund fünfmal niedriger als in der Dominikanischen Republik. "In zehn Jahren wird das Land erst ein Drittel seiner Einnahmen erzielen, die es vor dem Beben hatte", sagte Powell.
Haupteinnahmequelle Haitis waren die Lohnveredelung im Textilbereich sowie der Export von wenigen landwirtschaftlichen Gütern wie Mangos und Kaffee. Gestern reiste der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach Haiti. Er wollte ein Programm vorstellen, das auf den Ausbau der Landwirtschaft und des Tourismus sowie eine Dezentralisierung der Verwaltung abzielt. Es ist der erste Besuch eines französischen Staatschefs in Haiti seit der Unabhängigkeit vor 206 Jahren.
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Teuerste Katastrophe...
Nein, die Teuerste Katastrophe der Neuzeit war der 33. Americas Cup Kosten pro Minute 2.000.000,- $ !!! Die wären in Haiti besser angekommen, Mister Elison :-(