
Mauern werden betoniert, Stahlklammern gesetzt, Fundamente verschalt und Löcher in die Erde gebohrt - die Arbeiter in der alten Vogtei liefern sich ein Wettrennen mit dem Winter. Seit Beginn des Umbaus für das Zentrum, das künftig das Ludwigsburger Stadtmuseum, den Kunstverein, ein Café und die Tourist-Information beherbergen soll, ist viel passiert. "Wir sind so einigermaßen im Plan", sagt der Projektleiter Joachim Pflumm vom Fachbereich Hochbau und Gebäudewirtschaft. Sein Gesichtsausdruck verrät, dass er gern schon weiter wäre.
Ursprünglich sollte der Startschuss für die Sanierung bereits im Frühsommer gegeben werden. Doch dann hatte es bei dem Projekt, das zuvor schon fünf Jahre lang immer wieder kurz vor der Planungsreife in Revision geschickt, neu entwickelt, wieder diskutiert und irgendwann dann noch größer geplant und wieder diskutiert worden war, weitere Verzögerungen gegeben: Die Stadträte hatten eine Deckelung von 7,7 Millionen Euro beschlossen, und schon bei der Ausschreibung der Rohbauarbeiten hatte sich gezeigt, dass die Vorgabe nicht zu halten sein würde. Das Baureferat musste im Eilverfahren die Standards senken und mit den Anbietern nachverhandeln. Im August hat der Umbau begonnen.
Das Einzige, was die Ludwigsburger zurzeit davon mitbekommen, sind ein paar Container, ein großer Kran und ein langer Bauzaun, der vor allem auf der Wilhelmstraße den Verkehr leicht beeinträchtigt. Und das wird wohl auch noch geraume Zeit so blieben. Wunsch ist es, die umgebauten Räume Anfang 2013 zu beziehen. "Wir rechnen mit einer weiteren Bauzeit von 18 Monaten", sagt die Leiterin des Stadtmuseums, Alke Hollwedel. "Und danach wollen wir uns für die Innengestaltung noch einmal acht Monate Zeit nehmen. Da kann nicht alles auf einmal passieren, die Räume müssen staubfrei sein."
Schon das Ausheben der Baugrube im Innenhof des L-förmigen Anwesens hat die Statiker herausgefordert: "Wir mussten Mauern hochziehen, um zu verhindern, dass eines der Nachbargebäude in die Grube rutscht", sagt Pflumm. Inzwischen sei alles mit Erdankern stabilisiert, das Fundament für den Anbau sei ebenso gelegt wie die Kanalisation. Augenblicklich werden in diesem Hof sechs 90 Meter tiefe Löcher gebohrt, um an die Erdwärme heranzukommen: Damit soll eine Fußbodenheizung betrieben werden. "Das reicht nicht für eine volle Klimatisierung, aber im Sommer wird es kühlen und im Winter wärmen", erklärt Hollwedel. Der Neubau des Ausstellungsraumes darüber soll Mitte 2011 hochgezogen werden.
Im Haus, das seit dem Auszug der Kriminalpolizei leerstand, wurden zunächst die alten Gewölbe freigelegt und da, wo ein Untergeschoss fehlte, unterkellert. Außerdem wurden neue Zugänge geschaffen, denn die Verbindung zwischen Galerie, Museum und Café soll im Keller- und im Erdgeschoss möglich sein. "Bisher das alles noch sehr verwirrend aus", sagt Pflumm. Die Kombination aus alt und neu stellt hohe Ansprüche an die Arbeiter und Planer. "Wir arbeiten Punkt für Punkt ab", sagt Thomas Albrecht, der Referent von Baubürgermeister Hans Schmid.


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