Erdwärmebohrung in Rudersberg Defektes Bohrloch soll Hebung des Bodens verursacht haben

Von hll 

Eine missglückte Erdwärmebohrung in Rudersberg hat knapp 40 Häuser eines Dorfes beschädigt. Davon sind Experten vom Landesamt für Geologie nach ersten Probebohrungen nun restlos überzeugt.

Der Bohrtrupp einer Erkundungsbohrung, die im September begonnen hatte. Foto: Stoppel
Der Bohrtrupp einer Erkundungsbohrung, die im September begonnen hatte.Foto: Stoppel

Rudersberg - Der Grund für die Geländehebungen im Dorf Zumhof, das zu Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) gehört, ist nun von Experten klar benannt. Es sei eine missglückte Erdwärmebohrung, deren abgebrochenes Gestänge im Boden feststeckt, erklärten Experten vom Freiburger Landesamt für Geologie bei einer Informationsveranstaltung in Rudersberg. Durch dieses nicht abgedichtete Bohrloch, das vor rund fünf Jahren von einer Firma aus der Region angelegt wurde, soll Wasser in eine gut 18 Meter dicke Schicht aus Anhydrit gelangen, der sich ausdehne und bis zu 60 Prozent an Volumen gewinne, sagte Clemens Ruch, Abteilungsleiter für Ingenieurgeologie. Wie sich bei dem ähnlichen Vorfall in Staufen im Breisgau gezeigt habe, seien dafür bereits geringe Wassermengen ausreichend, sagte Ruch. Die Reaktion könne auf einen kleinen Bereich beschränkt sein, die Kräfte, die sie entwickle, könnten eine viel größere Fläche an der Erdoberfläche anheben, erklärte Ruch. Im am stärksten betroffenen Bereich haben sich die Häuser und Straßen inzwischen um mehr als einen halben Meter gehoben, 30 bis 40 Häuser des Ortes sollen nun geschädigt sein. hll