Reaktionen auf StZ/SWR-Umfrage Mehrheit der Bürger befürwortet Diesel-Fahrverbote

Von Thomas Braun 

Eine klare Mehrheit der Baden-Württemberger spricht sich nach einer Umfrage von SWR und StZ für die geplanten Diesel-Fahrverbote im Stuttgarter Talkessel aus. Das Land und OB Fritz Kuhn sehen sich bestätigt, die CDU im Rathaus sieht die Belange der Wirtschaft in der Umfrage zu wenig berücksichtigt.

Noch hat der Feinstaubalarm appellativen Charakter: Von 2018 an aber drohen Fahrverbote für Diesel, die die Euro-6-Norm nicht erfüllen. Eine Mehrheit der Bürger findet das richtig. Foto: dpa
Noch hat der Feinstaubalarm appellativen Charakter: Von 2018 an aber drohen Fahrverbote für Diesel, die die Euro-6-Norm nicht erfüllen. Eine Mehrheit der Bürger findet das richtig. Foto: dpa

Stuttgart - Eine klare Mehrheit der Bürger begrüßt die von der grün-schwarzen Landesregierung von 2018 an geplanten Einfahrverbote für Dieselfahrzeuge in den Stuttgarter Talkessel an Feinstaubalarmtagen, die die derzeit geltende Euronorm 6 nicht erfüllen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der Stuttgarter Zeitung und des „Südwestrundfunks (SWR)“.

Demnach sprechen sich 57 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg für ein solches Fahrverbot aus, 38 Prozent halten es für falsch. Selbst in der Region Stuttgart finden die Restriktionen mit 48 Prozent noch eine Mehrheit, 45 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Das Fahrverbot soll an jenen Tagen gelten, an denen die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid ansonsten absehbar überschritten würden. Es würde den bisherigen Feinstaubalarm ersetzen, bei dem Autofahrer aufgefordert werden, ihr Fahrzeug freiwillig stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Was Menschen in der Stuttgarter Innenstadt über das Fahrverbot denken, berichten sie in unserer Video-Umfrage:




23 Kommentare Kommentar schreiben

Einfach mal die Statistik über Stuttgarter Stadtklima lesen: https://www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?luft_messdaten_ueberschreitungen. Insgesamt scheint es ja über alle Messstellen gesehen kein großes Problem zu sein. Denn die Überschreitungen sind ja "nur" hauptsächlich am Neckartor. An anderen Messstellen gibt es über das gesamte Jahr 2016 keine Überschreitungen der Messwerte für Stickoxide. Also die Frage muss schon gestellt werden, was bringen Fahrverbote wenn an deutlich mehr Tagen im Jahr keine bzw. nur sehr geringe Überschreitungen festgestellt werden? Und das bei gleicher Verkehrsbelastung.

Wer heute Diesel kauft,: darf morgen nicht mehr in die Stadt: : - 33 der 36 aktuellen Diesel überschreiten die Grenzwerte massiv! http://www.duh.de/pressemitteilung/?&no_cache=1&tx_news_pi1[news]=3317&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail

Aktionismus allerübelster Sorte: Wahnsinn, wenn dieses Fahrverbot tatsächlich kommt. Bis 2018 ist ja glücklicherweise noch etwas Zeit hin. Bis dahin kann die Stadt überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, zwei Jahre alte Dieselfahrzeuge aus der Stadt auszusperren. Ich bin gespannt auf die Erklärungen, die dahergestottert werden, wenn erstens die Feinstaubwerte nicht sinken und zweitens die Pendler den Aufstand proben, weil der öffentliche Personenverkehr die Mehrmengen an Menschen nicht mal ansatzweise an ihr Ziel bewegen kann. Während relativ moderne Dieselfahrzeuge aus der Stadt verbannt werden, Im Klartext bedeutet das, dass ein Kleinwagen mit kleinem Dieselmotor und noch kleinerem Verbrauch nicht mehr in die Stadt darf (z.b. 3Liter Lupo), während ein zweieinhalb-Tonnen-Geländewagen der hier ansässigen Premiumhersteller mit 400PS und 20 Liter Verbrauch weiter durch die Stadt bollern darf. Total widersinnig! Bleibt zu hoffen, dass dieser Papiertiger schnell wieder in der Schublade verschwindet, sobald sich herausstellt, dass Fahrverbote die Luft kein Stück besser machen werden. Stattdessen schaden sie der hiesigen Industrie massiv und machen die Leute wuschig. Statt des undurchdachten Aktionismus sollte man bei der Stadt und der Region Stuttgart endlich nachhaltig handeln und den Individualverkehr langfristig um die Stadt herumleiten. Das bedeutet Investitionen in leistungsfähige Verkehrsachsen in Stuttgart mit Ausbau der Nadelöhre wie dem Heslacher Tunnel und endlich eine gut ausgebaute Ostumfahrung, die den täglichen Verkehrsinfarkt auf A8/A81 lindert und so den Druck des Ausweichsverkehrs auf die Innenstadt mindert! Fahrverbote dagegen als Hau-Ruck-Lösung sind einfach nur Quatsch!

Dieselautos sind für die Stadt ungeeignet: im " Stop and Go " durch dichten Verkehr oder unglückliche Ampelschaltungen, spürt / reicht man es bei jedem Anfahren eines Fahrzeuges. - - - Der Grund ist einfach aus technischer Sicht erklärt: die Abgastemperatur im " Stop and Go " , beziehungsweise beim langsam fahren, reicht nicht aus um die Reinigungssysteme der Autos effektiv zu nutzen. - - - Zum Beispiel bei modernen Fahrzeugen mit Euro 6 / SCR-Kat ( Adblue / Harnstoffeinspritzung ) wird der Kat zu weit abgekühlt um den notwendigen chemischen Prozess auszulösen, - dieß ist den Fahrzeugherstellern schon seit vielen Jahren bekannt. - - - Es wird hier versucht mit Kat-Heizungen / Motorsteuerung auszugleichen, was aber nicht ausreicht um das Abgas ordentlich zu reinigen. - - - In diesen Fällen geht der Verbrauch und die daraus entstehenden Abgase IMMER nach oben. - - - Ob nun der Feinstaub durch das Diesel-Verbot dabei deutlich reduziert wird bleibt abzuwarten. - - - FAKT ist, - daß die feinen Teile aus den Partikelfiltern lungengängig sind und somit direkt ins Blut gehen. - - - OBWOHL es der Fahrer nicht möchte, - pustet der Filter den Staub beim starken Beschleunigen zum Auspuff raus. Beim automatischen Reinigungszyklus des Filters im Fahrzeug wird’s dann ohnehin ganz bitter ( passiert auch in der Stadt ;-) ). - - - ÜBRIGENS, - es wird auch die ganzen Benzin Autos mit Euro 2 / D3 und schlechter erwischen, - somit bei den Benzinern alle Autos, die in den nächsten Jahren so um die 20 Jahre alt werden.

Zum Nachdenken: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/verbot-fuer-diesel-fahrzeuge-sabotiert-klimaschutzplan-14906439.html ---------- Einen solchen iintelligenten Artikel hätte ich mir mal von der StZ gewünscht. Aber die verlängerte PR-Abteilung der BW-Grünen, die StZ-Lokalredaktion, scheint dazu nicht in der Lage. Wirklich äußerst ärgerlich.

Aber, aber, Sie dürfen doch nicht sagen, dass dieses Feinstaubtheater und die angeblich immer schlechtere Luft ein aufgeblasener Hype ist. Ein mobilitätsfeindlicher Zeitgeist, heraufbeschworen von einer kleinen Gruppierung, hat sich zum Massenphänomen entwickelt. Jetzt fangen Sie bloß nicht an das zu hinterfragen. Sonst will nachher noch jemand die täglich in Scharen nur von Dieselabgasen Dahingerafften untersuchen.

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