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Ernährung Bakterien aus dem Gemüsebeet

Kerstin Viering, vom 07.09.2010 06:46 Uhr
Mikroben machen Radieschen munter. Foto: dpa
Mikroben machen Radieschen munter. Foto: dpa
Berlin - Einmal eine Portion Salat verzehrt und schon ist es passiert: Unfreiwillig hat man ein unsichtbares Heer von Bakterien mitgegessen, das auf und in jeder Gemüsepflanze lebt. Doch was sich erst einmal unappetitlich anhört, ist kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil: Wissenschaftler vermuten, dass etliche der mikroskopisch kleinen Gemüsebewohner gesundheitsfördernde Wirkungen haben - für die Pflanzen selbst, vielleicht aber auch für den Menschen.

Lange hatten die einzelligen Untermieter von Nutzpflanzen eher ein Schattendasein geführt. Wenn es überhaupt Studien zu diesem Thema gab, ging es meist um Krankheitserreger oder um Arten, die Viehfutter per Milchsäuregärung in Silage verwandeln und so haltbar machen können. Über die Masse der bakteriellen Pflanzenbewohner aber wusste man bis vor kurzem nur wenig. Das lag auch an methodischen Schwierigkeiten. Denn höchstens ein Prozent aller Bakterienarten lassen sich im Labor auf künstlichen Nährböden züchten. Die übrigen weigern sich, dort zu wachsen, und entziehen sich damit den klassischen Untersuchungsmethoden.

DNA-Analyse für Spinat


Um dennoch einen Überblick über die Bakteriengemeinschaft des Gemüses zu gewinnen, setzen Silke Ruppel und ihre Kollegen vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau im brandenburgischen Großbeeren nun auf molekularbiologische Analysen. Aus gefriergetrockneten Pflanzenblättern isolieren sie zunächst das Erbmaterial. Anhand von typischen Abschnitten können sie dann die DNA der Bakterien von derjenigen der Pflanze unterscheiden. Jeder Einzeller enthält - je nach Art - zwischen zwei und 27 Kopien der verräterischen Sequenzen. Aus der Zahl dieser Kopien lässt sich daher grob abschätzen, wie viele Bakterien das jeweilige Gewächs besiedelt haben.

"Dabei finden wir verblüffend große Unterschiede zwischen den einzelnen Gemüsearten", sagt Ruppel. In einem Gramm Spinat haben sie und ihre Kollegen zum Beispiel 100 Milliarden Bakterienzellen entdeckt, in Blattsenf nur ein Zehntel so viele. Zudem hat jedes Gemüse auch noch sein ganz eigenes Spektrum von Bakterienarten. Wie aber kommen diese Unterschiede zustande? Die Antwort darauf ist ziemlich kompliziert. Denn es scheint eine ganze Reihe von Faktoren zu geben, die eine Pflanze zu einem guten oder schlechten Siedlungsplatz machen.

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