Ersatz für die S-Bahn
Der Direktbus nach Stuttgart
Martina Zick,
10.03.2010 16:43 Uhr
Foto: Zweygarth
Stuttgart - Seit einer Woche ist die S-Bahnstrecke zwischen Korntal und Zuffenhausen gesperrt. Die angebotenen Alternativen kommen nach Angaben des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) gut an: "Wir haben selten so viel Lob bekommen", freut sich der VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger.
Die Pendler suchen sich ihre Wege und üben sich in Geduld. Wobei es auf der S-Bahn-Strecke bei weitem nicht so viele sind, wie der VVS angenommen hatte. War der Verkehrsverbund zwischen Korntal und Zuffenhausen von 17.000 Pendlern pro Tag und Richtung ausgegangen, schätzt Thomas Hachenberger nun, dass gut halb so viele Menschen auf dieser Route unterwegs sind. Wobei lediglich 200 Besitzer von Zeitkarten diese für die Dauer der Bauarbeiten beim VVS hinterlegt hätten, also bis 11. April auf den öffentlichen Personennahverkehr verzichteten.
Aber nicht zur der Bus-Ersatzverkehr zwischen Korntal und Zuffenhausen funktioniert zur Zufriedenheit des VVS. Auch der Direktbus von Leonberg nach Stuttgart-Vaihingen werde gut angenommen. Zwar sei an den ersten beiden Tagen die regulär verkehrende Buslinie92 morgens "ziemlich überfüllt" gewesen. Doch inzwischen haben die Pendler die Vorzüge des Direktbusses entdeckt.
Manch einer wünscht sich bereits, diese Verbindung solle auch nach Ende der Bauarbeiten bestehen. Da allerdings macht Hachenberger wenig Hoffnung: "Den Direktbus wird es als Dauereinrichtung nicht geben." Denn zum einen würde das Angebot rund 600.000 Euro im Jahr kosten und zum anderen "sollte die S-Bahn genutzt werden". Schließlich will sich der VVS nicht selbst Konkurrenz machen. Denn gäbe es den Direktbus als Dauerlösung, würde die Zahl der Fahrgäste insgesamt deshalb wohl kaum steigen; sie würden sich nur anders verteilen.
Auch Andreas Wiedmann, Verkehrsdezernent im Landratsamt in Böblingen, sieht keine Chance, die Linie zu halten. Er findet ein solches Angebot zwar "schön und wünschenswert", aber es sei schlicht nicht finanzierbar. Wobei er die Auffassung vertritt, dass in diesem Fall Bestellung und Bezahlung ohnehin nicht Sache des Landkreises, sondern des Verbands Region Stuttgart (VRS) wären. Solch eine Verbindung wäre als S-Bahn-Ersatz anzusehen und fiele somit in die Zuständigkeit der Region, sagt Wiedmann.
Die Pendler suchen sich ihre Wege und üben sich in Geduld. Wobei es auf der S-Bahn-Strecke bei weitem nicht so viele sind, wie der VVS angenommen hatte. War der Verkehrsverbund zwischen Korntal und Zuffenhausen von 17.000 Pendlern pro Tag und Richtung ausgegangen, schätzt Thomas Hachenberger nun, dass gut halb so viele Menschen auf dieser Route unterwegs sind. Wobei lediglich 200 Besitzer von Zeitkarten diese für die Dauer der Bauarbeiten beim VVS hinterlegt hätten, also bis 11. April auf den öffentlichen Personennahverkehr verzichteten.
Aber nicht zur der Bus-Ersatzverkehr zwischen Korntal und Zuffenhausen funktioniert zur Zufriedenheit des VVS. Auch der Direktbus von Leonberg nach Stuttgart-Vaihingen werde gut angenommen. Zwar sei an den ersten beiden Tagen die regulär verkehrende Buslinie92 morgens "ziemlich überfüllt" gewesen. Doch inzwischen haben die Pendler die Vorzüge des Direktbusses entdeckt.
Direktbus würde 600.000 Euro kosten
Manch einer wünscht sich bereits, diese Verbindung solle auch nach Ende der Bauarbeiten bestehen. Da allerdings macht Hachenberger wenig Hoffnung: "Den Direktbus wird es als Dauereinrichtung nicht geben." Denn zum einen würde das Angebot rund 600.000 Euro im Jahr kosten und zum anderen "sollte die S-Bahn genutzt werden". Schließlich will sich der VVS nicht selbst Konkurrenz machen. Denn gäbe es den Direktbus als Dauerlösung, würde die Zahl der Fahrgäste insgesamt deshalb wohl kaum steigen; sie würden sich nur anders verteilen.
Auch Andreas Wiedmann, Verkehrsdezernent im Landratsamt in Böblingen, sieht keine Chance, die Linie zu halten. Er findet ein solches Angebot zwar "schön und wünschenswert", aber es sei schlicht nicht finanzierbar. Wobei er die Auffassung vertritt, dass in diesem Fall Bestellung und Bezahlung ohnehin nicht Sache des Landkreises, sondern des Verbands Region Stuttgart (VRS) wären. Solch eine Verbindung wäre als S-Bahn-Ersatz anzusehen und fiele somit in die Zuständigkeit der Region, sagt Wiedmann.
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... geht gar nicht!
Die geringere Anzahl an Fahrgästen resultiert daher, dass beinahe jeder mittlerweile gemerkt hat, wie unmöglich der sogenannte Schienenersatzverkehr organisiert ist. Alle meine Bekannten sind aufs Auto umgestiegen. Würden die Herren, die sich selber so loben, just in diesem Augenblick von Ditzingen in Richtung Stuttgart wollen, so würden sie a) dumm rumstehen, weil nichts geht; b) Prügel von empörten Pendlern beziehen, die um wertvolle Zeit ihres wohlverdienten Wochenendes beschissen werden. Eine erbärmliche Art der Ersatzlösung, wahrhaftig...
Schönreden
Zweifellos ist der Einsatz der Direktbusse eine angemessene Maßnahme, um die Lage, die sich aus den Bauarbeiten auf der Strecke der S6 ergeben, zu entschärfen. Auch der Schienenersatzverkehr zwischen Korntal und Zuffenhausen funktioniert durchaus. Insgesamt jedoch lässt vieles zu wünschen übrig: Unflexible Anschlüsse, lange Aufenthalte. Hachenbergers Eigenlob fällt allzu vollmundig aus. Zu loben wären vielmehr die Pendler, die sich trotz Einschränkungen und sehr hoher Fahrtentgelte in Geduld üben und sich an die Gegebenheiten anpassen. Herr Hachenberg redet sich seinen öffentlichen Nahverkehr schön. Nun, vermutlich fährt er mit dem Auto zur Arbeit.
Das wäre eine Gelegenheit, jemanden Privates diese Strecke direkt fahren zu lassen!
Aber: Bahn-VVS-SSB-Monopol! Gell, da schauggst!