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Für manche Szenarien fehlt SPD-Stadtrat Professor Walter Habenicht die Fantasie: Dass Besucher des SWR-"Pfännles" oder des Tags des offenen Denkmals - beide Veranstaltungen sind für Sonntag, 11. September, in Kornwestheim geplant - die Gunst der Stunde nutzten, um in der City einzukaufen, das könne er sich wirklich nicht vorstellen, sagte Habenicht am Donnerstagabend im Verwaltungs- und Finanzausschuss (VFA). "Die Leute gehen an diesem Tag nicht in ein Elektrogeschäft, um sich einen Rasierer zu kaufen." Seine Fraktion sprach sich daher entschieden dagegen aus, dem Bund der Selbstständigen (BdS) und dem Stadtmarketingverein am 11. September einen verkaufsoffenen Sonntag zu genehmigen: "Das sehen wir ganz und gar nicht ein." Die SPD könne keinen Zusammenhang zwischen den beiden Veranstaltungen und dem Vorhaben der Einzelhändler erkennen.
Mit dieser Meinung stand die Fraktion im Gremium allerdings alleine da. Freie Wähler und CDU sprachen sich ausdrücklich für einen verkaufsoffenen Sonntag aus. Sie sei davon überzeugt, dass sich die Besucher, die bei gutem Wetter in die Stadt strömen sollen, nicht alle auf dem Salamander-Areal aufhalten werden, sagte Gabi Walker (Freie Wähler). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Ohnesorg betonte: "Wir wollen an diesem Tag aus Kornwestheim ein großes Fest machen. Und da gehören die Einzelhändler dazu." Zudem beginne der verkaufsoffene Sonntag erst um 12 Uhr. "Das ist so spät, dass man vorher noch in die Kirche gehen kann", spielte Ohnesorg auf den Protest der Kirchen gegen die verkaufsoffenen Sonntag an. Theresia Liebs (Freie Wähler), vergewisserte sich vor ihrer Zustimmung, dass es sich um eine einmalige Aktion handle. Laut Satzung sind nämlich nur zwei verkaufsoffenen Sonntage im Jahr zulässig. Durch den Beschluss dürften es nicht dauerhaft drei Tage werden, so Liebs. "Das zieht keinen Automatismus für die Folgejahre nach sich", versicherte Dietmar Allgaier. Der Bürgermeister betonte überdies, dass der SWR entgegen der üblichen Gepflogenheiten bei "Pfännle"-Veranstaltungen der Stadt eine Ausnahmegenehmigung für einen verkaufsoffenen Sonntag erteilt habe. "Das steht sonst nicht in den Vereinbarungen mit den Städten", so Allgaier.
Der Stadtmarketingverein und der BdS planen, den verkaufsoffenen Sonntag mit einem Lurchi-Weg in der Innenstadt zu ergänzen, an dem sich die Händler mit Aktionen und Verlosungen beteiligen werden. Besondere Attraktion soll ein Lurchi-Zügle (Foto: z) werden, das die Fahrgäste kostenlos und im Halbstundentakt vom Salamander-Areal quer durch die Innenstadt, weiter ins Alte Dorf und hinaus zur Hammerschmiede bringt. Im Alten Dorf können die Besucher anlässlich des Denkmaltags eine Führung mitmachen, die Hammerschmiede wird ebenfalls zu besichtigen sein. "Im großen Bogen geht es dann zurück über die Neckarstraße und Johannesstraße zum SWR-,Pfännle" in die Stammheimer Straße", erklärt der Stadtmarketingverein. Auf diese Weise würden letztlich doch alle Veranstaltungen miteinander verbunden, sagte Bürgermeister Dietmar Allgaier in Richtung SPD-Fraktion.


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