Erstsemester Ansturm auf Hochschulen im Südwesten
dpa/lsw, 29.09.2011 14:42 Uhr
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Stuttgart - Baden-Württemberg erwartet zum Wintersemester einen neuen Rekord an Studienanfängern. Die Zahl der Bewerbungen an staatlichen Hochschulen für zulassungsbeschränkte Studiengänge nahm um rund 30 Prozent zu, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Bereits jetzt liege die Zahl der Neueinschreibungen über der Zahl des Vorjahres. An der Dualen Hochschule stieg die Zahl der Anfänger nach vorläufigen Zahlen um 28 Prozent auf 11.300.

Als Gründe für den Rekordandrang nannte die Ministerin die Abschaffung der Wehrpflicht und der Studiengebühren sowie den doppelten Abiturjahrgang in Bayern. Bislang müssen Studenten im Südwesten 500 Euro pro Semester zahlen. Grün-Rot will diese Gebühr zum Sommersemester 2012 abschaffen. Bauer sagte, der Gesetzentwurf werde nun zur Anhörung freigegeben.

Doppelter Abiturjahrgang im kommenden Jahr

Die Landesregierung rechnet nicht damit, dass die Zahl der Studienanfänger in den kommenden Jahren zurückgehen wird. Im kommenden Jahr verlässt auch in Baden-Württemberg ein doppelter Abiturjahrgang die Gymnasien: Voraussichtlich 93.000 Schüler erwerben dann die Hochschulzugangsberechtigung, davon 58 000 junge Leute an den allgemeinbildenden Gymnasien.

„Unser Signal an die Hochschulen ist: Wo sich durch Aufnahme zusätzlicher Studienanfänger besondere Probleme ergeben, werden wir sie mit zusätzlichen Mitteln unterstützen“, sagte Bauer. Sorge bereitet ihr die Wohnungsversorgung der Studenten. Die Zahl der öffentlich geförderten Wohnraumplätze sei nicht in dem Maße gewachsen wie die Zahl der Studierenden. Die Versorgungsquote lag 2010 bei 13,7 Prozent. „Da müssen wir dringend nachlegen.“

Im vergangenen Wintersemester 2010/11 gab es landesweit 67.200 Studienanfänger. Die genaue Zahl der Erstsemester, die im Oktober ihr Studium aufnehmen, konnte Bauer noch nicht nennen. Denn das Nachrückverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Außerdem gibt es Studenten, die sich an mehreren Universitäten gleichzeitig bewerben.

Das Land gleiche die Einnahmeausfälle durch den Wegfall der Studiengebühren aus, bekräftigte Bauer. Das Gebührenaufkommen beträgt im Jahr 2012 rund 140 Millionen Euro, wie ein Sprecher ergänzte.

Die Ministerin will mehr Menschen mit Berufsabschluss oder Migrationshintergrund an die Hochschulen bringen: „Die Entscheidung, ob jemand das Abitur macht, fällt schon viel früher. Die Menschen müssen gezielt angesprochen werden.“ Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert für Berufstätige mit einer dreijährigen Berufsausbildung einen offenen Hochschulzugang ohne Eignungsprüfung.

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Baden-Württemberg warnte vor Engpässen zum Start des Semesters im Herbst: Es wäre ein fatales Zeichen, wenn ein großer Teil der Bewerber abgewiesen werde.

 

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