Erweiterung um zwei Gleise
Rätselraten um den Verzicht
Jörg Nauke,
31.08.2010 16:55 Uhr
André Zeug, der Vorstandsvorsitzende der Deutsche-Bahn-Tochter DB Station & Service, der Erweiterung des geplanten Tiefbahnhofs von acht auf zehn Gleise eine Absage erteilte. Foto: Zweygarth
"Mit dem Argument, der Bahnhof könne von acht auf zehn Gleise vergrößert werden, hat man uns im Verfahren und auch vor Gericht den Wind aus den Segeln genommen", erinnert sich Gerhard Pfeifer vom BUND-Regionalverband. "Wenn das gar nicht möglich ist, wäre das ein Skandal und wir wären jahrelang ausgetrickst worden." Auch der Fahrgastverband Pro Bahn verweist darauf, dass man seine Bedenken, die Kapazitäten des neuen Tiefbahnhofs seien zu gering, mit dem Hinweis auf die Erweiterungsoption zu entkräften versuchte. "Nun wird deutlich, dass entgegen den Versprechungen der Bahn erst der Nachfolger des Tiefbahnhofs im 22. Jahrhundert erweitert werden kann und dass die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses ignoriert werden", sagt Sabine Lacher von Pro Bahn. Sie warnt: "Trotz eines Milliardenbudgets wird eine Sparlösung verwirklicht, mit der sich die Region Stuttgart buchstäblich ihre Zukunft verbauen würde." Der Fahrgastverband fordert eine sofortige Einstellung der Bauarbeiten und eine unabhängige Untersuchung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit."
Lärmbelästigung befürchtet
Weitere 215 Widersprüche für das Vorhaben, den alten Rangierbahnhof in einen im Ringsystem verankerten Wartungsbahnhof zu verwandeln, werden am Dienstag im Stadtplanungsamt abgegeben. Eine vom Untertürkheimer Eberhard Wick gegründete Bürgerinitiative befürchtet erhebliche Lärmbelastungen durch die Reinigung und Instandhaltung. Es gebe auch eine Schredderanlage, sagt Initiativenmitglied Friedrich König, der sich wie die übrigen Mitglieder darüber beschwert, nie über die drohenden Belastungen unterrichtet worden zu sein. Skandalös sei, dass im Bezirksbeirat Untertürkheim der Antrag der Grünen, eine Informationsveranstaltung zu veranstalten, von der Stuttgart-21-Mehrheit mit dem Hinweis auf die Unumkehrbarkeit des Projekts abgeschmettert worden sei.
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Stuttgart 21
Der Fahrplan von K 21 sieht einen Zug vor, der 20 Minuten im Bahnhaof steht, bevor er weiter fährt. Das ist unzumutbar, sagt Herr Kefer von der Bahn und verschweigt, dass dies in den deutschen Fahrplänen nicht ungewöhnlich ist. Der Regionalexpress München-Nürnberg beispielsweise bekommt in Ingolstadt eine ähnlich lange Zwangspause verordnet, damit er dem teuren ICE keine Konkurrenz machen kann. Typischer fauler Trick der Bahn! Bei K 21 fahren die ICE langsamer als nötig. Gerade dies ist aber wünschenswert, weil dadurch die Pünktlichkeit und die Anschlusssicherheit gewaltig gesteigert werden kann. Ein möglicher Nutzen von S 21 entsteht erst in vielen Jahren, wenn das Projekt fertig ist. So lange kostet es nur und belastet die Stadt und ihre Bürger. Es gibt wesentlich vordringlichere Bahnprojekte, zum Beispiel die Rheintalstrecke. S 21 ist rausgeschmissenes Geld! Es fällt auf, dass für S 21 immer der günstigste Fall, für K 21 der ungünstigste Fall herangezogen wird. Statt der schwierigen und teuren Neubaustrecke Stuttgart-Ulm sollte man besser (und viel billiger) erst einmal Ulm-Augsburg beschleunigen.
8 statt 10 & '21
Die lächerlich massenhaften Fahrstraßenausschlüsse im Tiefbahnhof werden dadurch noch verstärkt werden. Den Vorschlag kann man doch wirklich nicht mehr umdrehen, so wackelt der unsichere Gips jetzt schon. :-D Salem!
Ausbaubarkeit des Tiefbahnhofs S21
Sehr empfehlenswert ist die Peak-Oil-Studie der Bundeswehr: http://peak-oil.com/peak-oil-studie-bundeswehr.php Auf den ersten Blick hat das mit Stuttgart 21 zwar nichts zu tun, ABER ... ... wenn schon die Bundeswehr von einer Verknappung fossiler Energien ausgeht (es sind sicher keine grünen und linken Spinner, die da nachdachten), dann muss zwingend folgen, dass in etwa 30 Jahren mindestens doppelt so viele Personen mit öffentlichen Verkehrmitteln transportiert werden müssen wie heute. Das wird in Stuttgart nahezu unmöglich sein. (Der geplante Tiefbahnhof ist dann günstigstenfalls gerade mal 20 Jahre alt.) Wenn nun die Infrastruktur wie geplant zurückgebaut wird, dann wird es bei uns im Raum Stuttgart eng werden. Weshalb sollten sich Firmen in einem Raum ansiedeln oder dort bleiben, in dem ihre Mitarbeiter nicht sinnvoll ihren Arbeitsplatz erreichen können?