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Stuttgart 21
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Erweiterung um zwei Gleise Rätselraten um den Verzicht

Jörg Nauke, vom 31.08.2010 16:55 Uhr
André Zeug, der Vorstandsvorsitzende der Deutsche-Bahn-Tochter DB Station & Service, der Erweiterung des geplanten Tiefbahnhofs von acht auf zehn Gleise eine Absage erteilte. Foto: Zweygarth
André Zeug, der Vorstandsvorsitzende der Deutsche-Bahn-Tochter DB Station & Service, der Erweiterung des geplanten Tiefbahnhofs von acht auf zehn Gleise eine Absage erteilte. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche-Bahn-Tochter DB Station & Service, André Zeug, hat den Gegnern des Projekts Stuttgart - Ulm eine Steilvorlage gegeben, indem er ungefragt der Erweiterung des geplanten Tiefbahnhofs von acht auf zehn Gleise eine Absage erteilte. Bei der Pressekonferenz, in der vom Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven diverse Anpassungen seines Entwurfs präsentiert wurden », hatte Zeug erklärt, für weitere Optimierungen wie die im Planfeststellungsbeschluss noch thematisierte Erweiterung des Durchgangsbahnhofs von acht auf zehn Gleise sehe er keinen Anlass. Er sagte: "Das bietet sich in den nächsten 50 bis 80 Jahren nicht an und ist auch planerisch nicht möglich."

Erweiterung steht in der Baugenehmigung


Das überraschte, denn im Planfeststellungsbeschluss für den Tiefbahnhof (1.1.), der die Baugenehmigung für diesen Abschnitt darstellt, ist die Erweiterung im Tunnel von acht auf zehn Gleise zwar nicht als Option, immerhin aber als "grundsätzliche Möglichkeit" auf der Seite 207 erwähnt. Sie reiche aus und sei auch von der Bahn beim Erörterungstermin anhand von Planskizzen konkret vorgestellt worden. Eine Variante gehe davon aus, dass der Trog durchbrochen werde, eine andere führe die Gleise am Trog vorbei. Beide Möglichkeiten seien "technisch aufwendig, aber grundsätzlich machbar", was nachgereichte Unterlagen damals bestätigten.

Zeugs Aussage wird von kritischen Bahnexperten so interpretiert, dass sich seit dem Planfeststellungsbeschluss gravierende Änderungen ergeben hätten, die eine Planergänzung oder ein ergänzendes Verfahren nötig machen könnten. Dieser Vorgang würde das Projekt verzögern. Konkrete Auswirkungen könnte die Aussage Zeugs auf das Planfeststellungsverfahren für den Abstellbahnhof in Untertürkheim (1.6.) haben, weil der womöglich nun angreifbare Plan für den Tiefbahnhof ein Bestandteil davon ist. Die Einspruchsfrist endet allerdings erst am Mittwoch, sodass die nun offenbar fehlende Erweiterungsmöglichkeiten angemahnt werden könnten.

Kommentare (22)
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NOV
29
09:23 Uhr, geschrieben von Peter Lachenmeir
Stuttgart 21
Der Fahrplan von K 21 sieht einen Zug vor, der 20 Minuten im Bahnhaof steht, bevor er weiter fährt. Das ist unzumutbar, sagt Herr Kefer von der Bahn und verschweigt, dass dies in den deutschen Fahrplänen nicht ungewöhnlich ist. Der Regionalexpress München-Nürnberg beispielsweise bekommt in Ingolstadt eine ähnlich lange Zwangspause verordnet, damit er dem teuren ICE keine Konkurrenz machen kann. Typischer fauler Trick der Bahn! Bei K 21 fahren die ICE langsamer als nötig. Gerade dies ist aber wünschenswert, weil dadurch die Pünktlichkeit und die Anschlusssicherheit gewaltig gesteigert werden kann. Ein möglicher Nutzen von S 21 entsteht erst in vielen Jahren, wenn das Projekt fertig ist. So lange kostet es nur und belastet die Stadt und ihre Bürger. Es gibt wesentlich vordringlichere Bahnprojekte, zum Beispiel die Rheintalstrecke. S 21 ist rausgeschmissenes Geld! Es fällt auf, dass für S 21 immer der günstigste Fall, für K 21 der ungünstigste Fall herangezogen wird. Statt der schwierigen und teuren Neubaustrecke Stuttgart-Ulm sollte man besser (und viel billiger) erst einmal Ulm-Augsburg beschleunigen.
SEP
08
18:39 Uhr, geschrieben von Thomas Hirche, Stuttgart
8 statt 10 & '21
Die lächerlich massenhaften Fahrstraßenausschlüsse im Tiefbahnhof werden dadurch noch verstärkt werden. Den Vorschlag kann man doch wirklich nicht mehr umdrehen, so wackelt der unsichere Gips jetzt schon. :-D Salem!
SEP
02
11:21 Uhr, geschrieben von Sabine Lacher, PRO BAHN e.V.
Ausbaubarkeit des Tiefbahnhofs S21
Sehr empfehlenswert ist die Peak-Oil-Studie der Bundeswehr: http://peak-oil.com/peak-oil-studie-bundeswehr.php Auf den ersten Blick hat das mit Stuttgart 21 zwar nichts zu tun, ABER ... ... wenn schon die Bundeswehr von einer Verknappung fossiler Energien ausgeht (es sind sicher keine grünen und linken Spinner, die da nachdachten), dann muss zwingend folgen, dass in etwa 30 Jahren mindestens doppelt so viele Personen mit öffentlichen Verkehrmitteln transportiert werden müssen wie heute. Das wird in Stuttgart nahezu unmöglich sein. (Der geplante Tiefbahnhof ist dann günstigstenfalls gerade mal 20 Jahre alt.) Wenn nun die Infrastruktur wie geplant zurückgebaut wird, dann wird es bei uns im Raum Stuttgart eng werden. Weshalb sollten sich Firmen in einem Raum ansiedeln oder dort bleiben, in dem ihre Mitarbeiter nicht sinnvoll ihren Arbeitsplatz erreichen können?
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