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Esslingen - Das ist ein internes Schreiben gewesen", sagt Harald Hasenclever. Mehr sagt der erst im Sommer frisch gewählte, mittlerweile aber bereits wieder zurückgetretene und nur noch kommissarisch tätige Präsident der Esslinger Karnevalsgesellschaft
nicht. Zur Sache werde er sich erst wieder nach dem 25. November äußern. Für diesen Abend hat er eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Esslinger Traditionsvereins anberaumt.
Viel sagen muss Hasenclever auch nicht mehr. Denn durch eine Indiskretion ist sein interner Brief an die Öffentlichkeit gedrungen. Der Inhalt ist brisant. Stimmen die Angaben Hasenclevers, dann droht den Zwieblingern die Insolvenz. Vor allem die Kosten für die Vereinsräume in der Milchstraße belasten demnach den Vereinsetat über alle Maße. Im Jahr 2006 hatten die Zwieblinger unter ihrem damaligen Vorsitzenden Gerhard Worbach einen über zehn Jahre laufenden Mietvertrag abgeschlossen, der nun, so Hasenclever, dem Verein das Genick brechen könnte.
Rund 2800 Euro monatlich müssten die Zwieblinger für Miete und Nebenkosten überweisen. Das reiße jeden Monat ein Loch von 1500 Euro in die Vereinskasse. Zudem habe der Vermieter den Zwieblingern eine Nebenkostenabrechnung über 12.800 Euro präsentiert. Auch gebe es eine Kautionsforderung von 6000 Euro, und der Verein müsse 4800 Euro für die Rückzahlung eines privaten Darlehens aufbringen. Er, Hasenclever, könne "beim besten Willen nicht sagen, mit welchen Mitteln dies alles bezahlt werden soll".
Aus der schwarzen Null ein dickes Minus
Aus dem Umfeld des Präsidenten ist zu erfahren, dass er seinem Vorgänger vorwirft, dieser hätte sich rein rechtlich niemals auf einen solchen Vertrag einlassen dürfen. Schließlich dürfe ein Verein nur mit der Geldsumme arbeiten, die ihm tatsächlich und gesichert zur Verfügung stehe. Diese Vorwürfe will Gerhard Worbach, mittlerweile Ehrenpräsident der Zwieblinger, nicht auf sich sitzen lassen - und redet. "In meiner Amtszeit hat es kein Jahr gegeben, in dem die Zwieblinger rote Zahlen geschrieben haben", sagt Worbach und kündigt an, einen unabhängigen Kassenprüfer einzuschalten, um die Situation zu klären. Ohnehin seien die Vorwürfe Hasenclevers "sehr viel heißer Wind". Als die Zwieblinger 2006 die neuen Vereinsräume angemietet hätten, habe es zuvor eine Begehung mit dem gesamten Vorstand und allen Aktiven in der Milchstraße gegeben. Einstimmig habe man sich für den Umzug entschieden. Schon in den alten Vereinsräumen habe man 1600 Euro Miete bezahlen müssen. Wenn man bedenke, dass die Kaltmiete bei 2300 Euro liege und der Verein davon noch die Mehrwertsteuer abziehen könne, läge die tatsächliche Mehrbelastung lediglich bei 400 oder 500 Euro.
Um diese Summe aufzubringen, habe man damals einen Gardezuschlag vereinbart. Jede Gardetänzerin zahle seither zehn Euro monatlich mehr. Damit habe man in seiner Zeit die Miete finanziert. Wieso jetzt aus der von ihm für das Haushaltsjahr 2011 prognostizierten schwarzen Null ein dickes Minus geworden sein soll, könne er nicht nachvollziehen. Immer wieder habe er nach seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden Hasenclever seine Hilfe angeboten. Aber von dort sei nie etwas gekommen. Natürlich müsse man als Präsident aktiv werden, Sponsoren suchen und Veranstaltungen organisieren, damit Geld herein komme. Offensichtlich habe Harald Hasenclever, der zwar seit 40 Jahren den Zwieblingern angehöre, dort aber seit Jahrzehnten nicht mehr aktiv gewesen sei, die Aufgabe ganz einfach unterschätzt.
Am 25. November wird sich zeigen müssen, wie es bei den Zwieblingern weitergeht. Denn nicht nur Harald Hasenclever, sondern der gesamte Vorstand hat mittlerweile seinen Rücktritt erklärt.


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Wayne...
Ein insolvenzbedrohter Karnevalsverein unter den 5 Topmeldungen bei der StZ Online!? Zeit für Aschermittwoch, gerne auch gleich morgen...