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Esslingen Karin Roth tritt nicht wieder an
Kai Holoch, 06.02.2012 12:11 Uhr
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Esslingen - Der 6. Februar ist für Karin Roth ein ganz besonderes Datum. Nicht nur, dass sie an diesem Tag Geburtstag hat. Vor genau zehn Jahren ist die Esslinger SPD-Bundestagsabgeordnete am 6. Februar von der Kreisdelegiertenkonferenz erstmals zur Kandidatin für den Wahlkreis Esslingen ernannt worden. Gestern nun hat sie ihren 63. Geburtstag zum Anlass genommen, um ihren Rückzug aus der Bundespolitik anzukündigen. „Ich werde bei der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2013 nicht wieder antreten. Es ist Zeit, dass dann jüngere Leute eine Chance bekommen“, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Die Parteifreunde sind überrascht

Mit dieser Entscheidung hat Karin Roth viele Parteifreunde überrascht. Andreas Koch, der Fraktionschef der SPD im Esslinger Gemeinderat und der Wahlleiter seiner Partei bei der letzten Bundestagswahl, hat erst durch einen Anruf unserer Zeitung von Roths Entscheidung erfahren. Er sei davon ausgegangen, dass Karin Roth erneut kandidieren werde. Mit ihr verliere die Esslinger SPD eine Bundestagsabgeordnete, die sich mit großem Engagement immer wieder für ihren Wahlkreis eingesetzt habe. Die Nachfolge, räumt Koch ein, werde nicht leicht. Schließlich sei Karin Roth über einen guten Platz auf der Landesliste in den Bundestag eingezogen. Nun gelte es, einen Kandidaten zu finden, der entweder den CDU-Mann Markus Grübel schlagen könne oder seinerseits über einen guten Listenplatz ins Parlament einziehen könne.

Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, betont Karin Roth. Sie sei aber dankbar, dass sie drei Wahlperioden lang von der Esslinger SPD die Möglichkeit bekommen habe, in Berlin Politik mitzugestalten. Besonders gerne denkt Karin Roth dabei an ihre Zeit als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium zurück. In dieser Zeit sei es ihr gelungen, viele Projekte für den Kreis auf den Weg zu bringen. Sie nennt Lärmschutzmaßnahmen im Neckartal ebenso wie Gebäudesanierungen und den geplanten Ausbau der Neckarschleusen bis Plochingen.

Heftige Kritik an Markus Grübel

Dass die aktuelle Bundesregierung nun einknicke und die Schleusen nur bis Heilbronn ausbauen wolle, findet sie ärgerlich. Geradezu empört ist sie darüber, dass der Esslinger CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Grübel behauptet habe, die grün-rote Landesregierung sei gegen einen weiteren Ausbau. In Wirklichkeit brauche der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Geld, um Schleusen an der Donau zu bauen. Karin Roth: „In diesem Fall wäre es die Aufgabe von Markus Grübel, sich für die Interessen seines Kreises einzusetzen.“

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